Klassiker auf Krücken
Spätestens die Corona-Pandemie hat uns gelehrt, uns mit sich selbst zu beschäftigen. Seither kommt kaum ein größeres Brettspiel mehr ohne Variante für einen einzigen Spieler mehr aus. Und Schmidt hat – zwar etwas verspätet – im Herbst 2023 eine eigene Reihe begonnen, die mehr oder weniger bekannte Spiele als Solitärausgabe beinhaltet. Jetzt Mensch ärgere Dich nicht. Kann man einen solchen Klassiker überhaupt allein spielen? Schmidt behauptet es. Der Realitätstest besagt etwas anderes.
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Nr. 1615: Mensch ärgere Dich nicht – For one | Spielwiese-Code | |
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Was ist's?
Für wen?
Was braucht's?
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Die gute Nachricht
uns fiel keine ein
Die schlechte Nachricht
Es braucht seine Zeit über mehrere Level, bis Mensch ärgere Dich nicht-Feeling aufkommt
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| Kleinere Laufstrecke als im Original und hier, wie bei mehreren Leveln, Chips auf den Lauffeldern: Sie bringen Plus- oder Minuspunkte, womit ews fast immer darum geht, durch mehrmaliges Spielen seinen persönlichen "Highscore" zu verbessern Bild: Schmidt |
Rein ins Spiel!
Seien wir ehrlich. Mensch ärgere Dich nicht spielen wir so gerne, weil wir andere vom Feld schlagen dürfen. Wie soll das bei einem Mensch ärgere Dich nicht für eine Person überhaupt gehen!?
Über Spielkrücken.
Das Problem dabei ist, dass Krücken nie perfekt sein können. So ist’s auch hier. Der Spielplan ist im Original-Style, aber stark von fünf auf drei Felder pro Seitenlänge verkürzt. Das zum einen. Zum anderen: Es gibt nicht das eine Spiel, sondern es gibt zwölf Spiele (oder Herausforderungen) in zwölf Leveln. Sie steigen angeblich an. Die ersten haben mit dem Original wenig zu tun. Da pflügen sich vier rote Pöppel durchs Feld, das mit Chips belegt ist. Zieht man auf ein Feld, auf dem ein Chip liegt, kassiert man die darauf aufgedruckten 1 oder 3 Minuspunkte. Ziel: Möglichst wenig Minuspunkte machen. Das wird in mehreren Leveln mit unterschiedlichen Chips variiert. Spielende ist jeweils, wenn alle vier roten Pöppel im Zielfeld angekommen sind.
Erst ab Level 10, also bei den letzten drei Spielvorschlägen im Challenge-Heft (heißt tatsächlich so), kommen wir dem Original wirklich näher. Dazu wird der Spielplan umgedreht, auf dem die Lauffelder aufgedruckte Würfelaugen haben. Nun kommt auch eine zweite oder dritte Spielfigur ins Spiel. Was sich Autor Reiner Knizia dazu ausgedacht hat, ist so simpel wie gut: Zieht eine rote Figur auf ein Feld mit einer Würfelzahl, wird um diese Zahl die zweite Figur versetzt, kommt auch diese auf eine Würfelzahl, wird die dritte Figur bewegt. Und hierbei darf nun endlich auch geschlagen werden.
Da frägst du dich: Warum nicht gleich?
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Nochmals spielen? Wenn, dann nur die letzten Level. |
Rund ums Spiel
Das Rezensionsexemplar wurde von Schmidt zur Verfügung gestellt |




