Wie man’s dreht und wendet
Der Titel ist zwar maßlos übertrieben (Farbenwahnsinn), doch das übergehen wir einfach und erfreuen uns an einer erfrischenden und neuartigen 4-gewinnt-Variante.
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Nr. 1609: Color Craze | Spielwiese-Code | |
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Was ist's?
Für wen?
Was braucht's?
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Die gute Nachricht
gutes und durchdachtes Spielmaterial
Die schlechte Nachricht
für Farbenblinde völlig ungeeignet
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| Familienspiel mit Anlehnungen an bekannte Muster: Bei Color Craze steuern Kartenauslagen welche bunten Kugeln man nimmt, die in den eigenen Rollbahnen dann mit Farbklüngeln zum Sieg verhelfen.
Bild: Kosmos |
Rein ins Spiel!
20 bis 30 Minuten für eine Partie, das ist ein idealer Zeitraum für ein Familienspiel. So lange hält man auch den Nachwuchs locker bei Laune. Vor allem, wenn man mit einfachen und bunten Mitteln auch noch schnell viele Punkte machen kann. All das steckt in Color Craze.
Die Ausgangslage. Jeder hat ein kleines graues Plastikteil vor sich mit fünf schrägen Rillen, genannt Rollbahn. Jeder hat auch schon eine weiße Kugel darin. Weiße Kugeln sind Joker für die anderen vier Farben Gelb, Rot, Blau und Lila. Am Tisch liegen drei Kugelkarten in der Auswahl, die eine Kombination aus zwei oder drei Kugeln zeigen. Am Beginn des Zugs nimmt man eine der drei Kugelkarten, nimmt die darauf abgebildeten Kugeln (Holz!) aus dem allgemeinen Vorrat und lässt die Kugeln in seine Rollbahn rollen. Wo? Die Karte kann dazu hochkant oder quer eingesetzt werden, aber immer muss die Kombination in der abgebildeten Abfolge eingehalten werden.
Schon drei gleichfarbige Kugeln, die waagrecht oder/und senkrecht in der Rollbahn aneinander grenzen, lösen eine Wertung aus. Der Verlag nennt das „ploppen“, weil die betreffenden Kugeln herausgenommen werden und anschließend wieder in den allgemeinen Vorrat kommen. Diagonal zählt übrigens nicht. Gewertet wird über den Umweg eines 3x4-Kartenrasters mit Zahlen von 3 bis (später im Verlauf) 7 Punkten. Wobei die Karten ein Koordinatensystem bilden: oben je Farbe eine Spalte, links je eine Reihe für 3, 4 und 5. Heißt: „ploppe“ ich drei gelbe Kugeln, bekomme ich die Punktekarte, die Gelb mit der Drei verbindet.
Das wäre das Grundprinzip. Und sehr, sehr einfach. Deshalb gibt es bei Color Craze ein paar Raffinessen, die aus dem Grundprinzip ein sehr unterhaltsames und durchaus spannendes Familienspiel machen. Die „Kunst“ bei dem Spiel besteht nämlich darin, sich die (zufällig verteilten) hohen Punktekarten zu sichern, was oft aber nur geht, wenn du nicht nur drei, sondern vier oder fünf Kugeln der gleichen Farbe (meist mitsamt Joker) in deiner Rollbahn zusammenführst. Und wenn danach noch ein weiteres Set aus mindestens drei Kugeln zum Werten entsteht, weil du die geploppten Kugeln ja entfernst und die darüber liegenden nachrollen, dann hast du fast schon das Optimum herausgeholt. Es gibt nämlich auch noch Bonusplättchen, über die du eine zusätzliche Kugel beliebig einsetzen kannst. Die Bonusplättchen liegen anfangs verdeckt, zeigen auf der anderen Seite eine der vier Farben. Wenn du ein 4er-Set werten kannst, erhältst du ein Bonusplättchen, wenn du ein 5er-Set wertest, sogar zwei. Es wird also der Tüchtige belohnt.
Da heißt es abwägen. Doch selbst simple 3er-Sets können gegen Spielende das Maximum von sieben Punkten bringen, weil die Lücken im Kartenraster durch Nachschieben und Auffüllen von Punktekarten geschlossen werden. Bei der Entwicklung des Spiels wurde an vieles gedacht.
Fazit
Eine Kugelkarte lässt sich drehen und wenden und wenn wir richtig gezählt haben, sind es 16 verschiedene Einsatzmöglichkeiten. Hat man verinnerlicht, was am schnellsten zielführend ist, geht Color Craze flott von der Hand. Dann wendet sich der Blick mehr und mehr dem Kartenraster zu und du triffst deine Kartenwahl zusehends taktischer. Weil im Verlauf höhere Punktekarten ins Spiel kommen, steigt die Spannungskurve. Zudem ist Color Craze wenig konfrontativ, man spielt eher für sich. Dass dabei Wartezeiten entstehen (können), muss man leider in Kauf nehmen. Das ist ein Manko des Vergnügens.
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Nochmals spielen? Einhellig ja. |
Rund ums Spiel Das Rezensionsexemplar wurde von Kosmos zur Verfügung gestellt |




