Ich sehe was, was du nicht siehst …
Die Anzahl der Stiche voraussagen? Das haben wir mit Wizard schon gelernt. Aber die Anzahl der Stiche voraussagen, wenn man zwar die Farbe seiner Karten sieht, aber nicht wie viel sie wert sind? Das ist hier die Herausforderung.
.
![]() |
Nr. 1610: Lumen | Spielwiese-Code | |
|
|
Was ist's?
Für wen?
Was braucht's?
|
.
![]() |
|
| So siehst du deine Karten. Die Sonderkarte ganz links gibt dir an, dass die Werte innerhalb der Farben von links nach rechts absteigend sind. | |
![]() |
|
| So sehen in diesem Beispiel die anderen deine Karten. Sie sehen wie du, dass du drei Trümpfe (gelb) auf der Hand hast, dass aber 1 und 2 die niedrigsten möglichen Trümpfe sind, sehen nur sie. Die Chance sie mit höheren gelben Karten zu stechen, stehen in den Augen deiner Mitspieler also gut. Bilder: spielweise.at |
|
Die gute Nachricht
exzellentes Kartenmaterial in etwas ungewohntem Format
Die schlechte Nachricht
mit der Unterscheidung der Farben haben relativ viele Leute Probleme; die Farben könnten prägnanter sein
Rein ins Spiel!
Am Spielmechanismus von Wizard (1996, Amigo) haben schon einige rumgefeilt, um einen weiteren Kick ins Abschätzen hineinzubringen, wie viele Stiche ich mit meinem Blatt wohl machen kann und werde. Lumen bringt einen, soweit wir das wissen, gänzlich neuen und anderen Aspekt in die Sache.
Um zu punkten, muss ich auch bei dieser Neuheit bei Pegasus (es kommt über den Umweg Frankreich aus Japan) richtig gelegen haben. Wobei … dazu unten mehr – zuerst das Wesentliche. Alle Spieler haben zehn Karten erhalten, deren höchste Werte 8, 10 oder 12 von der Spielanzahl abhängen. Zehn Karten bleiben unverteilt und kommen ungesehen zur Seite. Jetzt sortieren alle ihre Karten nach Farben und innerhalb jeder Farbe aufsteigend von links nach rechts. Dann geben alle ihre Karten verdeckt (!!!) an den linken Nachbarn weiter. Diese Päckchen nehmen nun alle so auf die Hand, dass sie nur die Rückseiten = Farben ihrer eigenen Karten sehen. Aber alle sehen nun alle Farben und Werte der anderen.
Und JETZT gibt jeder seinen Tipp ab, wie viele Stiche er mit seinen zehn Karten machen wird, von denen er nur die Farben kennt. Geht nicht? Doch, es geht.
Einerseits ist gutes Kombinieren angesagt, andererseits auch realistisches Abschätzen der Wahrscheinlichkeit, welche Werte sich im zur Seite gelegten Stapel befinden und welche auf der eigenen Hand. Abgesehen von allen anderen Fähigkeiten, die (gute) Kartenspieler ausmachen. Ins Kalkül gezogen weren muss auch, wer wann mit dem Ausspielen seiner Karten an die Reihe kommt. Wer einen Stich anspielt, gibt die Farbe vor, die bedient werden muss. Wobei Gelb das gesamte Spiel über Trumpffarbe ist.
Gespielt werden vier Durchgänge. In jedem gibt es mehr Punkte zu gewinnen, als im vorigen. Übung soll demnach belohnt werden. Wobei wir an dieser Stelle Zeit wird, das obige „Wobei …“ zu erklären.
Wobei …
Du hast zwei Möglichkeiten einen Tipp abzugeben. Du bist dir ziemlich sicher und nimmst dir dazu gelbe Tippsteine. Dann musst du aber auch genau diese Anzahl Stiche erreichen, wenn du viele Punkte willst. Oder du lässt dir eine kleine Hintertür offen und nimmst dir einen zusätzlichen blauen Tippstein. Dein Ergebnis darf auch um genau einen Stich höher ausfallen. Nachteil: Du erhältst dann aber nicht die volle, sondern nur die halbe Punktezahl des betreffenden Durchgangs. Für jede Fehleinschätzung werden 5 Punkte abgezogen.
Thema und Fazit
Der aus dem Lateinischen übernommene Begriff Lumen steht für Licht, Lichtmenge oder auch Helligkeit. In diesem Kartenspiel geht es angeblich um den Wettstreit unter Glaskünstlern, die „Buntglasfenster von sagenhafter Schönheit“ erschaffen wollen: „Kombiniere Farben, Größen und Licht, um die Konkurrenz zu überstrahlen!“ Auch wenn die Grafik der Karten das Thema sehr gut unterstreicht, es ist einfach an den Haaren herbeigezogen. Da bleiben auch die Tippsteine aus farbigen Glas nur Krücke. Schlussendlich ist das jedoch völlig egal. Dieses „Wizard für Fortgeschrittene“ lebt vom Reiz des Spekulierens über das eigene Blatt.
Damit die Partie nicht zum völligen Blindflug wird, sorgt eine Sonderkarte, die jeder seinem linken Nachbarn mitgibt. Diese sogenannte Pluskarte steckt man rechts als äußerste in die Kartenhand. Damit ist für denjenigen, der das Blatt übernimmt, die Richtung gekennzeichnet in der die Werte aufsteigen.
Dazu ein genereller Tipp: Schau dich zuerst immer um, wer wie viele gelbe Karten, also Trümpfe auf der Hand hat, und addiere die Zahl mit der Zahl deiner eigenen gelben Karten. Das gibt dir schon mal einen guten Anhaltspunkt über deine Chancen. Und dann geht’s los. Du wirst dieses anfangs ungewohnte Kartenspielerlebnis nicht bereuen.
.
|
Nochmals spielen? Ja. |
Rund ums Spiel Das Rezensionsexemplar wurde von Pegasus zur Verfügung gestellt |





