15.NOVEMBER 2014
Rückkehr auf den Markt
-------------------------------------------------- ARNO
MILLER --------------------------------------------------
Dass Hasbro die Filmfirma Dreamworks übernehmen will, ist nicht die einzige Neuigkeit zum amerikanischen Spielwarenkonzern. Für Spieler viel interessanter ist folgende.
Noch wissen es nur wenige Eingeweihte. Roger Balser hat es mir beim Spielefest in Wien bestätigt: Der US-Spielzeug-Multi kehrt 2015 wieder mit Autorenspielen zurück. Eher ist in der zweiten Jahreshälfte damit zu rechnen, als dass in zweieinhalb Monaten auf der Spielwarenmesse in Nürnberg schon etwas zu sehen wäre.
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«Dass es nicht unmöglich ist, zeigt Erzrivale Mattel. |
Balser ist General Manager Central Europe, auf gut deutsch: Hasbro-Chef am Kontinent, und schon eine gefühlte Ewigkeit bei Hasbro. Er hat noch miterlebt, wie Hasbro mit seinen Marken Parker und MB eine große Nummer mit ambitionierten Spieletiteln für Familien, Erwachsene und Familien war. Ich meine damit nicht das kompromisslose Ausquetschen von Monopoly, Cluedo oder Das Spiel des Lebens und allerlei Neu- und Wiederauflagen klassischer Kinderspielideen mit anderen Namen im Dreijahrestakt. Dann zog sich Hasbro mit Autorenspielen zurück, kam dann für ein paar Jahre wieder – der Erfolg war überschaubar – und verabschiedete sich dann ganz aus diesem Bereich.
Dieses Hin und Her war zum Teil den strategischen Wirren der amerikanischen Mutter geschuldet, aber auch Unstimmigkeiten zwischen den Töchtern in Deutschland und Großbritannien. Jedenfalls: Hasbro nimmt einen neuen Anlauf. Ein Scout sichtet zur Zeit die Vorschläge für potenzielle Hasbro-Spieleneuheiten im kommenden Jahr.
Leicht wird es Hasbro Central Europe nicht haben.
1. Der Handel (er)wartet nicht (mehr), dass Hasbro mit solchen Spielen kommt. Da macht sich Balser keine Illusionen. Die Ladenregale sind voll mit einer Vielzahl an Anbietern, die sich auf anspruchsvolle Familienspiele konzentrieren und Lücken geschlossen haben, die nicht nur Hasbro hinterlassen hat. Hasbro muss da schon mit etwas kommen, dass fetzt und Umsatz bringt. Halbherzig wird das nicht zu schaffen sein. So ist Spannung garantiert.
2. Hasbro notiert an der Börse und liegt im ständigen Wettbewerb mit Mattel – die Manager der Mutter und die Aktionäre werden also ein wachsames Auge darauf halten, ob die Rückkehr mit neuen Kreationen in den heiß umkämpften Spielemarkt in Deutschland funktioniert. Denn die neuen Spiele sind primär für die Spieler hierzulande gedacht.
„German Games made by Hasbro“, das hat absolut Reiz. Ich wünsche Roger Balser und seinem Team alles Gute. Möge die Übung gelingen! Dass es nicht unmöglich ist, zeigt Erzrivale Mattel. Von der sogenannten Szene ziemlich unbemerkt, hat der Barbie-Hersteller in den vergangenen Jahren bei Familienspielen Terrain zurückgewonnen, das wie bei Hasbro zuvor aufgegeben war. Mattel stellte 2014 sogar das Kinderspiel des Jahres – eine Kombination, die noch vor Kurzem weit hergeholt schien.
Was denkst du darüber?

… die einfachste Art zu verreisen.