Würfel, auf dem Tablett serviert
Urgestein Reinhold Wittig gehört zu jenen Spieleautoren und -verlegern, die oft mit ganz anderem Ansatz an eine Sache herangehen als der Rest. Auch sein Variomino – mehr Spielmöglichkeit als reines Spiel – legt davon Zeugnis ab.
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Bei unserer ausgewählten Spielvariante Ludoku würfeln die Spieler abwechselnd und platzieren ihre Würfel nach Sudoku-Prinzip. Das Spielziel ist allerdings, auf möglichst vielen der 16 Variominos am Ende mehr Würfel als der Gegner zu haben. Für jede Mehrheit gibt es einen Punkt.
Bild: Edition Perlhuhn |
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Die beiden Seiten der Variominos sind unterschiedlich. Auf der einen haben – wie für Ludoku oben – vier Würfel Platz, ganz andere Möglichkeiten lässt die andere Seite zu, deren Vertiefungen entweder einen oder zwei Würfeln Halt geben. Bild: Spielwiese |
Ein bisschen was von Domino, ein bisschen was von Sudoku, ein bisschen
auf jeden Fall vielfältig. Denn Variomino lässt sich nicht auf eine Sache reduzieren. Das deutet schon das "Vario" an.
Wieder einmal bekommt man bei Wittig einen Haufen Würfel in die Hand. Dazu aber auch 18 schwarze Kunststoff-Teile, die beidseitig verwendbar sind. Sie werden wie das Spiel Variominos genannt. Auf der einen Seite haben ein oder zwei Würfel in der Vertiefung Platz, auf der anderen vier Würfel.
Sudoku lässt grüßen
Das Material lädt zum Erfinden neuer Spiele ein. Auf die freut sich Wittig. Einige stehen bereits auf der Webseite der Edition Perlhuhn. Wir haben die Variante Ludoku ausprobiert, ein Setzspiel, das Wittig mit Volker Berthold ersonnen hat. Gespielt wird zu zweit. Diese beiden Spieler sollten bereit sein, ihr Hirn ein bisschen zu strapazieren. Ludoku, das ist Spiel, aber auch Denksport. Auf den Punkt gebracht, geht es darum, wie bei Sudoku keine Augenzahl mehr als einmal in einer waagrechten oder senkrechten Reihe vorkommen zu lassen. Weil die Würfel aber in den Variominos platziert werden und dabei immer bis zu vier Platz haben, entscheidet am Ende über den Sieg, wer in einem solchen Karree mehr Würfel setzen konnte. Und natürlich darf eine Zahl auch nicht mehrfach in einem Varionimo vorkommen.
Vier Quadrate im Quadrat
Da muss man zuerst einmal ein bisschen um die Ecke denken. Nein, zuerst muss man würfeln, nachdem 16 Variominos im Quadrat, also vier mal vier ausgelegt worden sind. Der erste Spieler würfelt mit zwei seiner Würfel und platziert sie, der nächste mit drei Würfeln, ab dann immer mit vieren – solange der Vorrat reicht.
Schlauberger haben gerechnet und erkannt: Es gibt pro Reihe und Spalte acht Felder für sechs verschiedene Zahlen (Würfelaugen). Zwei Felder bleiben also mindestens frei. Genau dieser Spielraum macht die Möglichkeiten aus. Wenn mindestens gesagt ist, dann deshalb, da die beiden Spieler Würfe machen (werden), die nicht unterzubringen sind, weil bereits alle in Frage kommenden Möglichkeiten innerhalb einer Reihe oder Spalte oder eines Variominos vergeben sind. Im Kopf ist das anfangs, beim ersten Mal vielleicht etwas schwer vorstellbar. Ein Blick aufs Foto oben macht die Aufgabenstellung deutlicher.
Nicht auf die Mehrheiten vergessen!
Auch im Verlauf des Spiels kommt man sehr schnell darauf, dass es bei mehreren Möglichkeiten eine bestimmte Zahl zu setzen, meist eine "beste" gibt. Das heißt eine Mehrheit an eigenen Würfeln innerhalb eines Variominos vorzubereiten oder zu sichern. Denn es darf nicht vergessen werden: Am Ende gibt es nur Punkte, wenn man allein mit einem oder mehr seiner Würfel in einem Variomino steht beziehungsweise darin ein Verhältnis von 3:1 oder 2:1 zu seinen Gunsten vorweisen kann. Unentschieden nützen keinem der beiden Spieler.
Ludoku ist eine reizvolle Herausforderung, nicht nur für Sudoku-Fans. Denn sechs statt neun Zahlen bedeutet überhaupt nicht, dass es leichter ist!
Eigenwilliges Angebot
Man darf gespannt sein, was Reinhold Wittig und anderen noch an Spielregeln für das Material einfällt. Ein Blick auf die Webseite von Edition Perlhuhn lohnt sich. Apropos lohnen: Drei Euro kann sparen, wer die Gussgrate der Variominos selbst abfeilt
Wen ein solches Angebot befremdet, sollte bedenken, dass die Edition Perlhuhn ein kleiner (Selbst-)Verlag ist. Und auch wenn Reinhold Wittig ein begnadeter Bastler ist – vor die Wahl gestellt, spielt er dann doch lieber oder experimentiert mit neuen Ideen.
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Nr. 1058: Ludoku (Variomino) |
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Spielwiese-Code | |
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Perlhuhn
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Themen: abstrakt
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Rund ums Spiel
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Anspruch
Glücksanteil
