Friedlicher Wettstreit
Animal Kingdoms ist genau das, was sich die meisten unter einem guten Familienspiel vorstellen.
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Nr. 1461: Animal Kingdoms | Spielwiese-Code | |
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Was ist's?
Für wen?
Was braucht's?
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Die gute Nachricht
Inlay und Material sind ausgesprochen gut gestaltet
Die schlechte Nachricht
Wir haben keine
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| Die fünf Königreiche sind als Kreis angeordnet, das Spielmaterial lässt nichts zu wünschen übrig. |
| Bild: Game Factory |
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Rein ins Spiel!
Das Spiel ist ein echter Hingucker, wenn das Material auf dem Tisch vorbereitet wird. Klar zu unterscheidende Farben, bestehendes Artwort der Karten, schöne Spielsteine aus Holz, hier Schilde genannt. Da ist der Neuling wirklich gespannt, was abgeht. Er kann sich schon etwas zusammenreimen: Der Spielplan ist in fünf Gebiete unterteilt, darauf liegen jeweils drei plakative Zahlenkärtchen, das werden wohl Punkte sein, die man erringt … (richtig), und dann noch in jedem Gebiet eine Karte, die eine Regel definiert.
Diese Karten, Gesetzeskärtchen, sind das Herzstück von Animal Kingdoms. Die Geschichte besagt, dass wir um die Vorherrschaft in fünf Königreichen kämpfen und uns dabei bestimmte Tiere unterschiedlich unterstützen. Klingt martialisch, ist es aber überhaupt nicht. Die Gesetzeskärtchen liegen zufällig aus, in jeder der drei Durchgänge kommen fünf andere zum Einsatz. Sie besagen, welche Tierkarten aktuell an eines der drei Königreiche angelegt werden dürfen oder nicht angelegt werden dürfen. Zwei Beispiele. „4 und 5“: Einfach, oder? – die angelegten Tierkarten müssen den Wert 4 oder 5 haben. „Benachbarte Tierart“: Hier sind nur Karten mit Tieren erlaubt, die derzeit auch neben dem linken oder rechten Königreich offen angelegt sind. Es gibt also unterschiedliche Bestimmungen, worauf sich ein Gesetz bezieht: nur auf das bestimmte Königreich, nur auf dessen zwei Nachbarn oder sogar auf alle Königreiche.
Das ist schon mal etwas ungewöhnlich, hat man aber schnell begriffen. Lästig ist nur, dass für jeden Spieler immer der Text von ein, zwei Gesetzeskärtchen auf dem Kopf steht.
Doch was bewirken ausgelegte Tierkarten überhaupt? Sie unterscheiden zuallererst einmal acht Tierarten und die Werte 1 bis 8, wobei die 1 in einem gedachten Kreis die 8 schlägt. Dazu noch später. Lege ich eine Tierkarte gesetzeskonform an einem Königreich an, dann lege ich auch einen Schild auf dieses Königreich, genauer gesagt dort zuerst einmal auf ein sogenanntes Goldenes Feld. Das blaue Königreich hat nur drei solcher Goldenen Felder, das nächste schon vier usw. bis zum dunkelgrünen Königreich mit sieben Goldenen Feldern.
Du erahnt es: Es geht um Mehrheiten.
Wer am Ende eines Durchgangs die Mehrheit in einem Königreich hat, bekommt die vollen Punkte, der Zweite die Hälfte davon, wobei großzügig aufgerundet wird, der Dritte immer einen Punkt. Nur bei der Frage um den ersten Rang kommt es bei Gleichstand zu einem Kampf, der mit Tierkarten ausgetragen wird. Verdeckt legen, aufdecken, der höchste Zahlenwert bestimmt den Sieger des Kampfes. Hier kommt die Regel zum Tragen, dass 1 (wieder) höher ist als 8. Auf dem 2. und 3. Platz werden Gleichstände negiert, jeder bekommt die entsprechende Punktezahl.
Jedes Königreich hat auch ein sogenanntes Kronenfeld. Damit hat es dreierlei Bewandtnis:
- es wird erst mit einem Schild besetzt, wenn alle Goldenen Felder des Königreichs belegt wurden; damit ist dieses Königreich für diesen Durchgang abgeschlossen
- wer ein Kronenfeld mit seinem Schild belegt, steigt aus dem aktuellen Durchgang aus. Der Erste erhält zur Belohnung einen verdeckten Punktechip, der für die Endabrechnung gewertet wird und das Blatt eventuell noch wenden kann. Denn die Punkteverteilung bei Animal Kingdoms liegt eigentlich immer ziemlich nah beieinander
- der Schild des Kronenfelds wird nicht wie die anderen eingesetzten Schilde am Ende des Durchgangs an die Besitzer zurückgegeben. Er wandert in einen Kranz der Thronfelder in der Mitte des Spielplans und bleibt dort stehen und zählt als Startguthaben des Spielers für den nächsten Durchgang.
Die Kartenhand wird nach einem Zug immer auf vier ergänzt. Mit dieser relativ geringen Menge ist man natürlich dem Kartenglück ausgesetzt. Doch die Autoren haben die Balance gut gehalten, da theoretisch und manchmal auch tatsächlich bis zu fünf Optionen sind, eine Tierkarte vernünftig anzulegen. Wer zuletzt in einem Durchgang aussteigt, kann mitunter sogar noch ausgiebig Schilde platzieren und Merhheitsverhältnisse zu seinen Gunsten beeinflussen.
All das zusammen ergibt eine kurzweilige Spieldauer von etwa einer ¾ Stunde. Auch beim ersten Mal.
Fazit
Durch die vielen Gesetzeskärtchen (es kommt pro Spiel nur die Hälfte zum Einsatz) spielt es sich immer wieder anders, wir sind aber von einem Kennerspiel noch weit entfernt. Animal Kingdoms ist ein tolles Familienspiel. Ein Familienspiel, bei dem man sich gegenseitig nicht weh tut und sich einfach am runden Mechanismus und der ausgezeichneten Grafik erfreut. Wir bevorzugen es zu viert, da erscheint es uns maßgeschneidert. Zu fünft wird Planung zu vage, denn es ändert sich zu viel, bis man wieder an der Reihe kommt und vor allem füllen sich die (ersten) Königreiche so schnell, dass man gefühlt den besten Möglichkeiten chancenlos hinterherhechelt.
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| Nochmals spielen? Wir sind dabei! |
Rund ums Spiel Das Rezensionsexemplar wurde von Game Factory zur Verfügung gestellt |




