Kaskadenanreiz
Wenn ich die letzte 7 noch zurückhalte, zuvor noch die vorletzte 9 ankreuze, dann kann ich im nächsten Zug beide und dann noch einmal … Dieses kleine Kartenspiel verlockt einen auf den richtigen Zeitpunkt zu warten. Aber ist das auch gut?
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Nr. 1460: Triggs | Spielwiese-Code | |
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Was ist's?
Für wen?
Was braucht's?
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| Alles, was Triggs hat und braucht. Zwei offene und ein verdeckter Nachziehstapel für die Handkarten, aus denen Zahlen abgelegt (und auf dem Zettel angekreuzt) werden. Hier werden gerade drei 7er angekreuzt: zwei 7er-Karten, aber auch eine Kombination wie hier die 5 und die 2 zählt. Bild: NSV |
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Die gute Nachricht
Schnell erklärt und zieht einen schnell in Bann
Die schlechte Nachricht
Kann sich gegen Ende ein bisschen ziehen und ist gerade dann ziemlich glücksabhängig
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Rein ins Spiel!
In den allermeisten Fällen funktionieren solche Spiele mit Würfeln. Würfeln und Zahlen eintragen. Wer als Erster seinen Zettel voll hat, hat gewonnen.
So läuft es auch bei Triggs. Nur ohne Würfel. Dafür gibt es stapelweise Zahlenkarten. Genauer gesagt 108 Zahlenkarten mit den Werten von 1 bis 12, zufällig aufgeteilt auf zwei offene und einen verdeckten Stapel. Fünf Zahlenkarten bekommt jeder zum Start auf die Hand. Und einen Zettel mit zwölf Reihen von 1 bis 12, wobei die Länge der einzelen Zahlenreihen mit ihrem Wert zunimmt. Was nun gemacht wird, ist sehr einfach, zieht aber einen schnell rein.
Die wichtigste der drei Möglichkeiten in seinem Zug ist Zahlenkarten abzulegen und dafür Zahlen auf dem Zettel anzukreuzen. Drei 12-Karten …? Toll, dafür kreuzt man drei der fünf Felder der Reihe für die 12er an. Und das Beste: Jedesmal, wenn eine Zahlenreihe voll gemacht wird, darf man zur Belohnung ein beliebiges Feld einer anderen Zahlenreihe zusätzlich ankreuzen. Schließt man auch damit eine Zahlenreihe ab, darf man wieder ein zusätzliches Feld ankreuzen usw. Rein theoretisch könnte man also wie bei einer Kaskade bis zum Schluss immer das letzte Feld leer lassen und alle auf einmal ankreuzen und den Zettel vervollständigen.
Dagegen spricht, dass man nie und nimmer immer alle passenden Zahlenkarten beieinander hat (und das Handkartenlimit von 10). Daher braucht es Möglichkeit 2 von 3, wenn man an der Reihe ist – den Nachschub. Genau zwei Zahlenkarten werden – beliebig von den drei Stapeln – auf die Hand genommen. Und zur Vollständigkeit die dritte Möglichkeit: Beliebig viele Zahlenkarten gleichen Werts auf den Ablagestapel legen. Nützlich vor allem gegen Ende der Runde, wenn man bestimmte Zahlen nicht mehr braucht, da man die entsprechenden Felder schon abgestrichen hat.
Halt! Ein wichtiges Triggs-Detail!
Für das Ankreuzen können Zåhlenkarten auch kombiniert werden! Anstelle einer 12er-Karte kann ich auch zwei 6er-Karten ausspielen oder eine 8er und eine 4er oder … Aber immer nur zwei Zahlenkarten, nicht drei oder vier! Klar, Alex? Damit ergeben sich für die höhere Werte mehr Möglichkeiten. Ein gutes Kopfrechnen-Training, übrigens. Im Umkehrschluss ist es aber auch ratsam, die niedrigen Zahlen 1, 2 und 3 anzukreuzen, wenn man die passenden Zahlenkarten hat. Schließlich gibt es für sie weniger Kombinationsmöglichkeiten. Und am Ende auf eine einzige 1 zu warten (oder eine 2 oder eine 3 …), ist ganz schön frustrierend.
Gut, den Mitspielern geht es auch so. Brigitte braucht nur noch auf eine 9 oder eine Kombination dazu, Günter wartete nur noch auf eine 5 … Ja, und dann fällt der Sieg eben auf den- oder diejenige, wo sich das Nachziehglück schneller einstellt. Ein Manko des Spiels.
Trotzdem: Triggs ist ein kleines, anfänglich unscheinbares Schreibspiel mit ganz eigenem Reiz, der durch den Trigger genährt wird, ein zusätzliches Feld ankreuzen zu dürfen. Fazit: Schnell erklärt, flott gespielt und insofern kommunikativ, als dass man seinen Emotionen unwillkürlich Ausdruck verleiht.
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| Nochmals spielen? Ja. Hat allen gut gefallen. |
Rund ums Spiel
Das Rezensionsexemplar wurde von NSV zur Verfügung gestellt |




