Verloren im Weltraum
Man mixe zwei Trends mit einem uralten Spielprinzip und spare nicht bei der Ausstattung. Das Ergebnis muss trotzdem nicht vollends überzeugen.
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Nr. 1330: Space Escape | Spielwiese-Code | |
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Was ist's?
Für wen?
Was braucht's?
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| Cooles Szenario: Als Astronauten vor Schlangen flüchten, Ausrüstungsgegenstände einsammeln und sich gemeinsam in die Raumkapsel (Spielbrettmitte) retten. Bild: Game Factory |
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Die gute Nachricht
Um dieses Geld bekommt man selten so wertiges Spielmaterial
Die schlechte Nachricht
Der Kartenzufall spielt eine zu große Rolle
Rein ins Spiel!
Die Gestaltung ist beeindruckend gut. Der Glitzereffekt auf der Schachtelvorderseite, dicke Karten, putzige Spielfiguren, die gut zu greifen sind – da hat sich jemand Mühe gegeben. Space Escape ist ein Familienspiel. Daran lässt auch der erste Eindruck des Spielbretts keinen Zweifel: Unverkennbar ein Leiterspiel, allerdings hier kooperativ und durch das Weltraum-Thema auf modern getrimmt.
Auch liebäugelt der Name des Spiels mit der Escape-Room-Welle. Nun, ganz falsch ist das ja nicht. Doch das Ziel, gemeinsam die Raumkapsel in der Mitte des Spielplans zu erreichen, macht noch kein Escape Room-Erlebnis.
Worum geht es überhaupt? In einer Raumstation irgendwo im Welltall sind die fleißigen Nacktmull-Astronauten bei der Arbeit. So beginnt die Spielanleitung. Die Nacktmull-Astronauten, das sind wir. Bedauerlicherweise sind Eindringlinge in der Raumstation. Schlangen. Schlangen beißen Nacktmulle. Einmal, das geht ja noch gut, aber beim zweiten Mal ist Schluss. Entweder die Nacktmull-Astronauten retten sich in die Raumkapsel oder eine Schlange ist schneller dort. Dann ist einer von vier Fällen eingetreten, bei denen die Spieler Space Escape verloren haben.
Anstelle von Würfeln wie beim guten, alten Leiterspiel, werden die Figuren hier durch Karten bewegt. Jede Karte leitet zu zwei Aktionen an. Mal werden die Astronauten bewegt, mal die Schlangen. Es gibt eine Reihe von Leitern, um Richtung Raumkapsel zu gelangen, aber auch Luftschächte, die im Weltall enden. Gut, wenn man darüber eine Schlange entsorgt, schlecht, wenn ein Astronaut ins Universum rutscht.
Es ist überhaupt nicht einfach, das Spiel zu gewinnen. Jeder Spieler hat immer nur eine einzige Karte zur Verfügung. Die nächste bekommen Spieler erst am Ende des Zugs. Oft hätte man anders agiert, hätte man gewusst, was kommt. So regiert bei Space Escape weitgehend der Zufall. Das kann einmal gut für die Spieler ausgehen, ein andermal aber haben sie keine Chance. Die Schlangen können wahnsinnig schnell in der Raumkapsel sein!
Autor Matt Leacock ist ein Meister kooperativer Spiele. Hier macht er es seinen Anhängern schwerer als zum Beispiel bei Die verbotene Insel. Mit gemeinsamer Planung ist es nicht weit her – ein Kriterium, das ein anderes Kooperationsspiel von ihm, Pandemie mitsamt seinen Ablegern, zu einem modernen Klassiker gemacht hat.
Zum Klassiker fehlt Space Escape das Potenzial. Das mit „Ereigniskarten" gepimpte Leiterspiel ist ein netter Zeitvertreib, über dessen geringe Einflussmöglichkeit Kinder am ehesten hinwegsehen.
| Nochmals spielen? Kinder mögen’s, für Erwachsene ist es dann doch zu wenig herausfordernd. |
Rund ums Spiel Das Rezensionsexemplar wurde von Game Factory zur Verfügung gestellt |




… eines der schönsten Dinge, die man zusammen mit Freunden machen kann!