Herdentrieb
Drei ist mehr als zwei, denn zwei ist gar nichts. In diesem Spiel wird die Sache mit den Pärchen ganz Noah überlassen. Richtig viele Punkte bringt man nur zusammen, wenn man auf Risiko geht und möglichst viele gleiche Tiere sammelt.
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Nr. 1212: Animals on Board | Spielwiese-Code | |
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Was ist's?
Für wen?
Was braucht's?
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Noch ist die persönliche Arche nicht voll. Die beiden Elefanten (obere Reihe links) brauchen dringend noch einen Kollegen. Denn Pärchen zählen bei Animals on Board gar nichts und blockieren nur Platz. Würde jetzt abgerechnet, gäbe es 0 Punkte für die Elefanten, 3 für die Giraffe, je fünf für das Kamel und den Affen, aber jeweils 5 Punkte für die drei Pandabären. Denn bei einer "Herde" ab drei gleichen Tieren zählt jedes automatisch den Höchstwert. Bild: Pegasus |
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Die gute Nachricht
Mit simplen Mitteln wurde ein stimmiges Familienspiel kreiert.
Die schlechte Nachricht
Nichts für Spieler, die es aufregt, dass einem Mitspieler Tierkärtchen vor der Nase wegschnappen, die man sich selbst vorbereitet hat.
Rein ins Spiel!
Animals on Board ist herrlich altmodisch. Schon die Schachtelvorderseite ist in bester 90er-Manier gestaltet. Da steht ein Mann (ist es nun Noah oder nicht?) auf der Bootsrampe und schickt das Giraffenpärchen weg, deutet auf die große Arche im Hintergrund. Denn auf das Boot vorne, um das es geht, dürfen keine Pärchen. Die sind der biblischen Rettungsaktion vorbehalten.
Die Geschichte, die hinter Animals on Board steckt, ist schon am Cover wiedergegeben. Das kommt selten genug vor.
Wahrscheinlich hat sich Alexander Jung, der Illustrator bei diesem Spiel auch leicht getan. Denn herrlich altmodisch bedeutet auch Verzicht auf allen möglichen Schnickschnack. Animals on Board ist ein einfaches Spiel. Eggertspiele vergibt selbst nur eine von vier möglichen „Pfoten“ seines Wertungssystems für den Schwierigkeitsgrad seiner Spiele.
Bei vier Spielern (bei weniger Spielern fallen bestimmte weg) werden alle 60 Tierplättchen verdeckt gemischt und auf Stapel verteilt. Jeder Spieler nimmt sich nur drei Tierplättchen, wählt eines davon aus, das er in seine persönliche Arche stellt, und die beiden anderen kommen offen in die Tischmitte. Bleiben wir bei vier Spielern, dann liegen jetzt acht Tierplättchen (2x2) am Tisch. Sie gehören als Gruppe zusammen, bevor das eigentliche Spiel beginnt, und diese Gruppe wird um (auch bei Beginn jeder weiteren Runde) auf insgesamt 13 Tierplättchen von den Stapeln ergänzt. Ein Tierplättchen bleibt dabei als Joker verdeckt, die anderen kommen offen zur Gruppe auf dem Tisch.
Wer ab jetzt an die Reihe kommt, hat zwei Möglichkeiten:
- Er teilt eine Tiergruppe beliebig auf, wobei jede der beiden „neuen“ Gruppen aus mindestens einem Tierplättchen bestehen muss.
- Er nimmt sich eine Tiergruppe und muss dafür so viele Futterkisten abgeben, wie es einzelne Tiere sind.
Je eine Futterkrippe gibt es pro Gruppenteilung. Die Spieler müssen also zwangsweise zuerst einmal die Gruppen aufteilen, bevor sie einen Ertrag einfahren können. Die Aufgabe ist, als Erster zehn Tiere „on board“ auf die persönliche Arche zu bringen. Das geht sich rechnerisch nicht so schnell aus, das dauert ein paar Runden. Und um zu gewinnen muss die eigene Tierzusammenstellung auf der Arche auch noch am meisten Punkte bringen. Die fünf Tiere jeder Art haben unterschiedliche Wertigkeiten von 1 bis 5 Punkten. Also sind die Spieler erpicht, möglichst Gruppen mit wertvollen Tieren zu sich zu nehmen.
Nach dieser kurzen Schilderung des Spielablaufs kann sich jeder ausmalen, wo die Herausforderungen liegen und was der Reiz an Animals on Board ist: Tiergruppen so teilen, dass sie ins eigene Portfolio passen, einerseits. Andererseits, weil es eine volle Runde dauert, bis man im nächsten Zug eine Gruppe kassieren darf, diese Gruppen für die Mitspieler möglichst unattraktiv zu formen. Was schwierig bis unmöglich ist, weil man zumindest anfangs nicht ahnen kann, was die Mitspieler sammeln. Daneben muss auch noch darauf geachtet werden, ausreichend Futterkisten gesammelt zu haben, um Tiere an Bord bringen zu können.
Nochmals zur Erinnerung: Tierpaare zählen nichts! Einzeltiere zählen den aufgedruckten Wert, bei einer „Herde“ gleicher Tiere zählt jedes Tier automatisch den höchsten Wert von 5 Punkten. Jeder Spieler spekuliert damit, mehr als zwei Tiere einer Art in sein Boot zu bekommen.
Als Fazit darf Animals on Board durchaus aus Tier-Rummy bezeichnet werden. Schon von der Kärtchenablage her drängt sich ein Vergleich mit Rummikub & Co auf (siehe Bild). Das Spiel besticht nicht mit Innovation. Zu einem guten Spiel machen es jedoch der einfache und dennoch taktisch herausfordernde Mechanismus, der Wertungsmodus und die schönen unaufdringlichen Illustrationen der Tiere.
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Nochmals spielen? Durchaus. Das Spiel eignet sich übrigens sehr gut, Kindern oder auch unerfahrenen Spielern in die Welt taktischer Möglichkeiten einzuführen. |
Rund ums Spiel
Das Rezensionsexemplar wurde von Pegasus zur Verfügung gestellt |

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… eine Beschäftigung, die für sich selbst angenehm ist.