Linie 1 für Anfänger
Bei diesem Spiel wird aus der Platznot eine Tugend gemacht. Absichtlich.
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Nr. 1170: Tricky Tracks | Spielwiese-Code | |
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Was ist's?
Für wen?
Was braucht's?
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Die Gleisverbindungen stapeln sich in der Mitte. Wäre die linke obere Tafel die zuletzt gelegte, würden 1 Punkt für die rote Verbindung und 2 Punkte für die gelbe gewertet; rechts oben: 2 Punkte für die gelbe Verbindung; links unten: 2 Punkte für die blaue Verbindung; rechts unten: 2 Punkte für die blaue Verbindung, 1 Punkt für die rote und 1 Punkt für die grüne. Bild: Spielwiese |
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Die gute Nachricht
Hiermit ist vermutlich das einfachste sinnvolle Eisenbahnspiel der Welt gefunden.
Die schlechte Nachricht
Wer sich wirklich Neues erwartet, wird enttäuscht.
Rein ins Spiel!
Tricky Tracks ist minimalistisch. Kein großer Aufwand bei der Grafik, kein großes Spielbrett und das Spielfeld selbst hat nur vier Felder. Ein Legespiel, bei dem es nur vier Felder zu besetzen gibt … ja, geht denn das? Sicher, wenn man übereinander legt.
Bei diesem Gleisbauspiel finden wir je zwei Bahnhöfe einer Farbe rund ums Spielfeld. Rot soll mit dem anderen Rot verbunden werden, Blau mit dem anderen Blau usw. Die Spieler erhalten neun quadratische Tafeln mit Streckenteilen. Die neun sind bei allen Spielern identisch, lediglich die Reihenfolge, sie auszuspielen, wird eine andere sein. Weil vom eigenen verdeckten Stapel gezogen wird. Weil nach dem Legen immer eine nachgezogen wird, können die Spieler in jeder Runde aus zwei dieser Tafeln auswählen,
Damit ist der erste Teil der simplen Regeln erklärt. Beim zweiten Teil geht’s ums Werten. Gewertet werden nur Strecken, die über die soeben gelegte Tafel führen. Gezählt und gewertet werden dann jede Tafel, über die die Strecke führt. Also maximal vier. Meistens sind es weniger, allerdings wird für jede Farbe gewertet. Und weil auf einigen Tafeln zusätzliche Bahnhöfe abgebildet sind, ergeben sich zusätzliche Möglichkeiten.
Das klingt alles sehr einfach, vielleicht zu einfach. Ist es aber nicht immer. Denn es bedarf Vorstellungskraft, wo welche Tafel am gewinnbringendsten gelegt werden kann. Und dann ist noch die spezielle Endwertung, die man da und dort schon bei anderen Spielen gesehen hat. Sieger ist, dessen hinterster (!) Wertungsstein auf den vier Farbleisten von 1 bis 12 am weitesten vorne (!) steht. Bei Gleichstand entscheiden die „zweitletzten“ Wertungssteine. So muss immer auch im Hinterkopf bedacht werden, möglichst gleichmäßig in allen vier Farben Punkte zu machen.
Ob zwei, drei oder vier Spieler an diesen "tricky tracks" beteiligt sind, ist egal. Nur die Wartezeit für den einzelnen Spieler wird bei höherer Spieleranzahl länger. Tricky Tracks eignet sich aus diesem Grund hervorragend als Zwei-Personen-Spiel. Und warten muss man auf jeden Fall, bis man an der Reihe ist, weil bei der minimalen Auswahl an Legefeldern jede neue Tafel alles grundlegend ändern kann. Da darf man sich dann kräftig ärgern, wenn der vorhergehende Spieler exakt jene Tafel legt, die man selbst schon an einer bestimmten Stelle liegen gesehen hatte. Denn, das ist klar, es darf nicht unmittelbar nochmals dieselbe Strecke übereinander gebaut werden.
Zur Auflösung, was der Querverweis auf Linie 1 im Titel bedeutet. Linie 1 war ein genreprägendes Legespiel von Goldsieber, allerdings weitaus vertrackter. Es ist leider nicht mehr erhältlich.
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Nochmals spielen? Sicher. Weil’s einfach und schnell geht. |
Rund ums Spiel Das Rezensionsexemplar wurde von Piatnik zur Verfügung gestellt |

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