Eine schräge Sache
Leicht zu beantwortende Preisfrage: Was könnte Domory wohl sein? Richtig! Domino und Memory.
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Domino für Design-Fans: Die Steine von Domory lassen das Legespiel so zu, dass es um zusammenpassende Formen geht. |
| So spielt man Memory in 3D: Die Spielsteine stecken in einem Gitter, durch ihre Schräge lassen sie sich einfach herausziehen oder wieder einsetzen. Das Ganze ist zugleich der Schachteleinsatz. | |
Beide Spiele, die nun wirklich jedes Kind kennt, hier zu besprechen, dafür braucht es schon einen besonderen Grund. Eine Schachtel, in der beide Klassiker enthalten sind, würde normalerweise auch noch nicht für einen eigenen Spielwiese-Test genügen. Es ist aber so, aber gleichzeitig ist es auch kein normaler Spielwiese-Test.
Einfach anders
Genug der Umschweife. Domory ist testwürdig, weil das Material hier gänzlich anders ist und eine neue, eine andere Spielerfahrung erlaubt.
Sozusagen eine Design-Spielerfahrung.
Silke Kegeler, ausgebildete Designerin, hat sich Domory einfallen lassen. Keine Plättchen, sondern 60 eigentümlich geformte Steine. Einerseits dreieckig, andererseits mit nicht definierbarem dreidimensionalen Muster. Einmal als Erhebung, einmal als Vertiefung. Ergo: da passt was zusammen. Worum es eben bei Domino geht. Und für die Mutter aller Merkspiele werden die bunten Ausformungen in einem gitterartigen Spielraster versenkt und unsichtbar gemacht.
Bleiben wir bei dem Memory-Spiel von Domory. Das ist echt "hard core"! Denn die Unterschiede sind verglichen mit herkömmlichen Bildermerkspielen sehr gering. Sie bestehen nur aus geometrischen Linien – abgesehen von den Farben.
Die farbigen "Köpfe" der Spielsteine, sozusagen also die Bilder, sind kräftig und sehr sympathisch. Die grauen Unterteile, die herausragen, bilden mit dem pechschwarzen Spielraster eine ebenso homogene Einheit. Sie lassen sich auch vorzüglich greifen und hochziehen, und auch wieder einsetzen, wenn man kein Pärchen erwischt hat. Es ist, wie schon erwähnt, zwar nur Memory, aber mit einem anderen Spielgefühl.
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"Kopf"-Seite eines Domory-Steins. |
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Unterseite eines Domory-Steins. |
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Gegenstück finden
Eine andere Dimension erfährt auch das Domino mit diesen eigenwilligen Spielsteinen. Hier ist die Aufgabe ungleich komplexer als im normalen Spiel, bei dem man praktisch alles aus der Vogelperspektive im Überblick hat. Die Spielsteine werden seitlich auf den Tisch gelegt. Seinen Steinevorrat hat man mit der Oberseite zu sich gedreht. Da ist es nicht immer leicht, das dreidimensional passende Gegenstück zu finden. Erst recht nicht, wenn über Eck gelegt wurde und sich die Domino-Schlange quasi den Kopf abgewendet hat. Die Farben, empfiehlt Silke Kegeler, sollen hier keine Rolle spielen, sondern nur die Formen.
Diese Domino-Variante hinkt allerdings etwas daran, dass die Domory-Steine nur eine "Kopf"-Seite haben: Die andere Seite mit der Schräge hat keinen "Wert". Damit es spielbar bleibt, legt derjenige Spieler, der gerade zwei passende Formen zusammengefügt hat, dem folgenden Spieler an der Schrägseite einen beliebigen Stein aus seinem Vorrat an. Man wird also immer zwei Steine los, wenn man anlegen kann.
Mit rund 70 Euro ist Domory exklusiv zu bezeichnen. Wobei der Preis durch das exquisite Marterial und die originelle Idee durchaus gerechtfertigt ist. Wer diese Summe investiert, wird es wohl aus einem bestimmten Anlass tun, beispielsweise als Geschenk für einen eingefleischten Spieler, oder eventuell aus dem pädagogischen Bereich kommen. Auf der Schachtel findet sich nämlich auch der Hinweis: "Ermöglicht auch das Spiel mit sehgeschädigten Menschen."
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Nr. 1096: Domory |
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Spielwiese-Code | |
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Themen: abstrakt
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Auszeichnungen
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