MARKTFORSCHUNG. Das gemeinsame Spielen im Fokus der Meinungsforschung: Asmodee und Kantar haben das erste sogenannte "Tabletop Game Barometer" vorgelegt. Welche wesentlichen Ergebnisse enthalten sind.
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Dieses Barometer soll in Zukunft jährlich erheben, wie Menschen in Europa und den USA Spiele nutzen und erleben. Die diesjährigen Ergebnisse erbrachten laut Asmodee vor allem folgende fünf Kenraussagen:
- Brettspiele als Gegenmittel zur digitalen Erschöpfung: In einer Welt mit 6:38 Stunden täglicher Onlinezeit werden Brettspiele zur analogen Gegenbewegung.
- Spieleabend ist das neue Ausgehen: Mehr als die Hälfte der Menschen verbringt einen Samstagabend lieber mit Brettspielen als beim Ausgehen.
- Brettspiele als Antwort auf Einsamkeit: 73 Prozent der Brettspielenden sagen: Spielen hilft ihnen, neue Menschen kennenzulernen.
- Die Gen Z entdeckt das Analoge neu: 74 Prozent der Gen Z halten persönliche Erlebnisse inzwischen für wichtiger als digitale.
- Brettspiele werden vom Hobby zum Wohlfühl-Ritual: Drei von vier Menschen sagen, Brettspiele fördern ihr mentales Wohlbefinden.
Anlass der Veröffentlichung, erklärt der Spielemulti Asmodee, war der hierzulande allerdings unbekannte "International Tabletop Day", der seit 2013 in den USA am ersten Samstag im Juni begangen wird. Und auch das ist eher nicht geläufig, bei Kantar handelt es sich um das zweitgrößte Marktforschungsunternehmen der Welt. Die 15 Fragen wurden repräsentativ jeweils 1000 Menschen in Frankreich, Deutschland, Schweden, Großbritannien und den USA gestellt.
Hier nun weitere Folgerungen aus dem Barometer, wie sie in der Pressemitteilung von Asmodee formuliert sind.
In einer Zeit, in der sich weltweit fast jede vierte Person (24 Prozent) einsam fühlt, zeigen die Ergebnisse ein globales Bedürfnis nach mehr Verbundenheit und bewussteren sozialen Erlebnissen. Zwei Drittel der Befragten (66 Prozent) geben an, beim Zusammensein mit anderen präsenter sein zu wollen, während sich 57 Prozent wünschen, dass digitale Geräte im Alltag eine kleinere Rolle spielen – ein deutlicher Hinweis auf das wachsende Bedürfnis nach Erlebnissen, die Menschen dabei helfen, sich wirklich miteinander zu verbinden und bewusster miteinander zu interagieren.
Vor diesem Hintergrund entwickeln sich Brettspiele zunehmend über reine Unterhaltung hinaus und helfen Menschen dabei, auf natürliche und ungezwungene Weise miteinander in Kontakt zu kommen. Tatsächlich sagt mehr als die Hälfte der Befragten (56 Prozent), dass Spiele den sozialen Druck reduzieren. Sie helfen dabei, neue Menschen entspannter kennenzulernen (57 Prozent) und erleichtern bedeutungsvolle oder auch unangenehme Gespräche beim gemeinsamen Spielen (51 Prozent).
Weltweiter Wandel bei Freizeitgewohnheiten
Die Umfrage zeigt zudem einen weltweiten Wandel bei Freizeitgewohnheiten und sozialen Prioritäten. Mehr als die Hälfte der Befragten (57 Prozent) verbringt einen Samstagabend lieber zuhause mit einem Spiel als beim Ausgehen. Gleichzeitig sagen 82 Prozent, dass Spiele Familien und Freunde näher zusammenbringen. 94 Prozent stimmen außerdem zu, dass Spielen in jedem Alter wichtig ist – ein weiterer Hinweis auf die wachsende Bedeutung von Spielen für generationenübergreifende Beziehungen.
Die Ergebnisse verdeutlichen zudem die zunehmende Rolle von Brett- und Kartenspielen für Wohlbefinden und moderne Formen der Selbstfürsorge. Während viele Menschen nach Möglichkeiten suchen, dem Alltagsstress zu entkommen und bewusster abzuschalten, sagen fast zwei Drittel (62 Prozent), dass Spiele ihnen helfen, im Moment präsent zu sein. Beinahe ebenso viele (63 Prozent) empfinden Spiele als positiven Ausgleich zum täglichen Stress. Darüber hinaus sind beeindruckende 71 Prozent der Meinung, dass Spiele einen positiven Einfluss auf ihre mentale Gesundheit haben.
Thomas Koegler, CEO von Asmodee, sagt: „Am meisten beeindruckt mich an dieser Studie nicht, dass Menschen Spiele lieben. Das wussten wir bereits. Entscheidend ist vielmehr, dass Spiele heute eine Lücke füllen, die derzeit kaum etwas anderes schließen kann: das Bedürfnis, wirklich präsent mit anderen Menschen zu sein. Je digitaler unser Leben wird, desto stärker suchen Menschen nach Möglichkeiten, bewusst zu entschleunigen und sich wieder miteinander zu verbinden. Brettspiele werden dabei zunehmend Teil der Antwort.“
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