
In der Spielebranche gingen nach der Spielwiese-Exklusivmeldung, wonach Ravensburger Österreich dem traditionellen Österreichischen Spielefest in Wien abtrünnig geworden ist, die Wogen weiter hoch.
Nachdem das Konzept der Veranstaltung in den vergangenen Tage in der Branche und möglichen Kooperationspartnern präsentiert wurde, seien "starke Emotionen und Reaktionen aus den verschiedensten Bereichen der Industrie und der Verbände zu Tage getreten", erklärt Thomas Hüttenmayer von The Event Company. Die Firma mit Sitz in Krems ist der offizielle Veranstalter.
"Unverständlicherweise hat sich vor allem die deutsche Fachgruppe Spiel zu Wort gemeldet", ist Hüttenmayer erstaunt. Zu diesem Zeitpunkt wusste er noch nicht, dass Ravensburger Österreich auf Anordnung der Konzernmutter doch beim Österreichischen Spielefest dabei sein wird. Gegenüber der Spielwiese erklärte er: "Das Super RTL Spielefest ist eine österreichische Veranstaltung und wir nehmen diese panikartige Entwicklung in einem freien Wettbewerbsumfeld mit Befremden zur Kenntnis. Wir finden es sogar mehr als bedenklich, dass ein freier Wettbewerb erschwert, verhindert oder sogar mit einem Boykottaufruf unterbunden werden soll. Als Veranstalter, der das neue Spielefest Konzept gemeinsam mit Super RTL, und nicht wie kolportiert mit Ravensburger, entwickelt hat, möchten wir nun einige Punkte ins richtige Licht rücken."
Als Eventagentur habe das Unternehmen zahlreiche Konzepte im Kinder-, Jugend- und Familienmarketing für international agierende Unternehmen mit großem Erfolg im In- und Ausland realisiert und "da wir auch Aussteller am Österreichischen Spielefest im Austria Center über mehrere Jahre betreut haben, konnten wir in den letzten Jahren wachsende Unzufriedenheiten und dadurch viele Verbesserungsansätze erkennen".
Typisch österreichisch?
"Das Beharren auf alteingessene Institutionen und Einrichtungen", so Hüttenmayer, "mag typisch österreichisch sein, erfolgreiche Manager zeigen uns jedoch, dass nur innovative Ideen und der Mut diese umzusetzen zum Erfolg führen. Mit diesem Ansatz wollen auch wir uns aus alten Ideen und Zwängen befreien und mit einem neuen, kreativen Event, dem Super RTL Spielefest Maßstäbe setzen."
Ganz wie die Jungfrau zum Kind ist Ravensburger Österreich natürlich nicht zum Aushängeschild der neuen Veranstaltung geworden: Unmittelbar nach dem Österreichischen Spielefest 2005 suchte Ravensburger Österreich nach Alternativen. Zeitgleich bestand bei SuperRTL der Wunsch nach einer eigenen Veranstaltung rund ums Spielen. Da The Event Company bereits seit Jahren für Ravensburger Österreich (aber auch für andere Spielehersteller) immer wieder Veranstaltungen organisierte, drängte sich ein "Kurzschluss" beider Seiten auf.
Die Gretchenfrage in der Branche lautet, ob und welche Spielefrimen Ravensburger folgen werden. The Event Company wirbt erwartungsgemäß mit Unterschieden zum traditionellen Spielefest. Unter anderem damit, dass
- sich im neuen Messezentrum alles in neuen Hallen und auf einer Ebene abspielen wird
- die "Spielothek" direkt an die Ausstellerhalle anschließe und es "kurze und überschaubare Wege" auch Eltern leichter machen würde
- ein "innovativer, sehr preiswerter Foodcourt mit einem auf Familien abgestimmten Gastronomieangebot"
- täglich zwei Programme auf der Showbühne von SuperRTL von "internationalem Standard"
- ein "Kids Fun Park", bei dem nach "stundenlangem Spielen im Sitzen" als Ausgleich Bewegung gefordert sei.
Zudem konnte die Spielwiese in Erfahrung bringen, dass es für die zeitgleich in einer anderen Halle stattfindenden "Interpädadogica," eine Fachmesse für Lehrmittel, Schulausstattung und Kindergärten, Kombitickets geben soll. Über diesen Weg wird mit mehreren tausend zusätzlichen Besuchern gerechnet, die sich nicht zuletzt für das wachsende Angebot an Lernspielen interessieren wird.

