Reiner Knizia, der eifrigste unter den deutschsprachigen Spieleautoren, wird in diesem Jahr bei Parker Tal der Abenteuer veröffentlichen. Dieses Familienspiel kommt in zwei Varianten auf den Markt. Die Spielwiese konnte es bereits ausprobieren.
Auf der Nürnberger Spielwarenmesse waren in einer Nische erst Prototypen der Verpackung und des Spielbretts zu entdecken. Jetzt geht es mit der Produktion in die Zielgerade, Tal der Abenteuer wird im Sommer erscheinen. Es ist ein sehr einfaches Familienspiel, das in wenigen Sätzen erklärt ist.
Die Spieler haben Karten, auf denen eine Farbe und Zugweiten von 1 bis 3 abgebildet sind. Die vier Spielfiguren in vier Farben gehören niemandem. Mit den Karten werden die Figuren Richtung Schatz bewegt. Durchschnittlich alle drei Felder liegen zu Beginn verdeckte Plättchen. Wer darauf zu stehen kommt, bekommt entweder einen Diamanten, darf ein weitere Karte ziehen oder sofort ein, zwei oder drei Felder weiter ziehen. Es gibt auch noch Jokerkarten, die für eine beliebige Spielfigur eingesetzt werden dürfen.
Wer als Erster das Schatzfeld erreicht, bekommt den Schatz. Jetzt wird geschaut, wo die einzelnen Figuren stehen und für jede Karte der betreffenden Farbe auf der Hand, wird gewertet: Entweder steht die Figur in einem Bereich, der zusätzliche Goldstücke bringt oder in einem Bereich, für den man Goldstücke abgeben muss.
Jetzt wird das Spielbrett umgedreht und neuerlich zum zweiten Schatz losgezogen. Alles verläuft gleich wie im ersten Teil des Spiels, nur dass hier noch ein paar Brücken auf dem Spielbrett liegen, die derjenige Spieler hinter sich abreißt, der sie als Erster passiert. Gleicher Wertungsmechanismus wie beim ersten Mal, nur dass es für den Spieler mit den meisten gesammelten Diamanten noch zusätzliche Goldstücke gibt. Es gewinnt, wer die meisten Goldstücke hat.
Das klingt alles sehr einfach und ist es auch. Tal der Abenteuer ist für Spieler ab 8 Jahre. Ein ziemlich unspektakuläres Spiel, mit dem Parker ein breites Publikum anzusprechen versucht. Damit die neue Serie "Autorenspiele" zu starten, wird ambitionierte und anspruchsvolle Spieler vermutlich enttäuschen.
Da ändert auch die Sonderversion nicht viel, die nur an den Fachhandel ausgeliefert wird: Darin sind zusätzliche Karten enthalten, die ein bisschen mehr Taktik hineinbringen (zB Karten, die vier Schritte erlauben).
Nichtsdestotrotz: Weil das Regelwerk klein ist, die Aufmachung bunt, das Thema Entdecker und Forscher passt, ist Tal der Abenteuer eine gelungene Sache für Familien oder Spieler, die keinen Wert auf Tiefgang legen, sondern sich mit einer gehörigen Portion Glück oder Pech abfinden.
Apropos Regelwerk: Auch Parker respektive die Konzernmutter Hasbro hat erkannt, dass man Spielanleitungen auch besser, weil benutzerfreundlich machen kann. Auf einem Doppelblatt mit großem Bild und Erklärungen zum Spielmaterial in lesbarer Schriftgröße ist alles gezeigt und gesagt.

… ein ehrliches Spiel unter guten Freunden ein redlicher Zeitvertreib.