31. JÄNNER 2017
Jumbo, die Traditionsmarke mit dem roten Elefanten auf den Spieleschachteln. Vor einem Jahr hatte mir Pieter Coelewij am Vortag der Messe angekündigt, dass mehrere Klassiker wie Jumbo Jet (1986), City (1988) oder Das Geheimnis der Pyramide (1989) neu aufgelegt werden. Heute frage ich den Jumbo Geschäftsführer, warum das Vorhaben nicht umgesetzt wurde. "Es war die richtige Entscheidung, sie nicht neu aufzulegen", platzt Coelewij mit einer doch etwas überraschenden Antwort heraus.
| Der rote Elefant bleibt als Markenzeichen erhalten. |
Denn intern habe es im Vorjahr einiges zu tun gegeben. Die Firma zog um und Jumbo und Diset rückten näher zusammen. Das habe a) Ressourcen gebunden und b) "wollen wir uns zuerst wieder auf unsere starken Marken konzentrieren", sagt Coelewij. Und die Zahlen würden dem recht geben: Sowohl Rummikub- als auch Rubik-Spiele hätten 2016 jeweils zweistellige Zuwachsraten geliefert. Und es sei noch Luft nach oben, ist er überzeugt. Eine weitere alte Stärke sind die Lernspiele. Hier kommt 2017 einiges von früher in neuem Gewand.
Wie man aus einer ohnehin starken Marke noch mehr herausholt, macht einmal mehr Lego der ganzen Branche vor. In der einstündigen Präsentation am Nachmittag hatte nicht einmal alles Platz, was die dänischen Klötzehersteller für 2017 alles auf den Markt bringen. Im Schnelldurchgang:
- Fledermaus Batman in der Lego-Version hat einen eigenen Kinofilm erhalten, der bei uns schon in wenigen Tagen in die Kinos kommt. Wir er nur halb so originell wie der erste Lego-Film, darf man sich auch als Erwachsener freuen. Natürlich gibt es zum Lego-Batman-Film allein im ersten Halbjahr zehn begleitende Lego-Sets.
- Auch die selbst für Lego überraschend erfolgreichen eigenen Ninja-Figuren in den Spielwelten von "Ninjago" tauchen ebenfalls auf der Kinoleinwand in einem eigenen abendfüllenden Film auf. Allerdings müssen sich die Fans noch bis zum Herbst gedulden.
- Im September kommt Lego mit einer neuen Verbindung von Baustein und Digitalisierung auf den Markt. Lego Boost ist eine Packung mit 843 Teilen, aus denen fünf verschiedene Modelle gebaut werden können und die von Kindern sehr einfach über eine App programmiert werden. Zum Beispiel ein (unter anderem) tanzender Roboter, eine Katze, die verschiedene Gefühle zeigt oder auch – mein Highlight – eine Gitarre aus Legosteinen, mit der man wirklich Musik machen kann.
- Angeblich, so Lego-Geschäftsführer Frédéric Lehmann, sei es purer Zufall, dass ausgerechnet heute "Lego Life" als eigene Social-Media-Plattform online gegangen ist. Eine Art Facebook für Unter-13-Jährige? Jein. Gerade Gesichter wird man nicht zu sehen bekommen, denn die Kinder sollen nicht Fotos von sich, sondern von ihren Lego-Bauwerken und Angaben zu ihren Lego-Abenteuern über eine App hochladen und teilen. Lego betont den Kinderschutz. Geschlossener Teilnehmerkreis, Einverständnis der Eltern Voraussetzung, keine Klarnamen, sondern Avatar-Identitäten, keine In-App-Käufe, keine Datenweitergabe. Eine geniale Kundenbindungsaktion ist es allemal.
Und hier das PS für Erwachsene: Das Lego Technic-Modell 2017 wird ein Motorrad.
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