Die erste „spielespass“, sozusagen die Ersatzveranstaltung fürs traditionelle Spielefest in Wien, ist über die Bühne gegangen. Zeit für eine Betrachtung der Konsequenzen.
21. November 2016
14.868 Besucher kamen zur "spielespass". *) Darauf lässt sich aufbauen. Das war’s jetzt also wohl oder übel auch für Ferdinand de Cassan. Nach der offiziell als „Pause“ deklarierten Nichtdurchführung des Spielfests in diesem Jahr ist eine Fortsetzung praktisch unmöglich. Dazu bräuchte es das Geld der Verlage als Aussteller. Doch die haben sich haben für den Versuch mit der Reed Messe entschieden, einige warteten ab, und wer dabei war, war zufrieden. Sich binnen kurzer Zeit auf einen neuerlichen Schwenk einzulassen, ist nicht anzunehmen. Außer die Messegesellschaft käme mit überzogenen finanziellen Forderungen. Das werden die Profis unterlassen.
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Das Hätt-i-war-i-Beschwören ist müßig.
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Somit ist de Cassans österreichische Spielefest im Austria Center Vienna inoffiziell mit gestrigem Datum zu Grabe getragen.
Das kann man aus bestimmten Gründen bedauern. Es war Pionierarbeit, eine langjährige Erfolgsgeschichte, eine Institution. Natürlich war es auch Business. Da bleibt für Gefühlsduseleien wenig Spielraum.
Es hätte anders laufen können, wäre in den vergangenen Jahren nicht so viel Porzellan zerschlagen worden – von mehreren Seiten, wohlgemerkt! Es hätte eine Weiterentwicklung des Spielfests geben können samt ruhmvollen Rückzug des Ehepaars de Cassan. Doch das Hätt-i-war-i-Beschwören ist müßig.
Vielmehr sollten allen, denen das Brett- und Kartenspiel am Herzen liegt, gewisse Parallelen zur Schweiz Mahnung sein. Dort gab es, Urgesteine erinnern sich, ein tolles und großes Spielefest in St. Gallen, organisiert von einem ebenso verhaltensauffälligen Menschen wie es Ferdinand de Cassan einer ist. Bis sich die Branche entschloss, auf den Messeplatz Bern zu übersiedeln. Der Anfang war gut, doch die „Suisse Toy“ ist zusehends zu einem Ausstellungs-Sammelsurium verkommen. Seit Jahren tragen Spielzeug, Entertainment, Basteln, Versicherungsprodukte und Baby-Windeln die Hauptrollen. Für Spieleinteressierte ist die „Suisse Toy“ weitgehend uninteressant geworden.
Ich hoffe für alle österreichischen Spielefans, dem „Spielplatz Wien“ bleibt ein Schweizer Schicksal erspart.
*) Ursprünglich waren hier vor dem Update 22.000 Besucher genannt. Diese Zahl war mir noch inoffiziell mitgeteilt worden, wie sich aber herausstellte, betrafen sie die Parallelveranstaltung "ViennaComicCon".
Was denkst du darüber?

… mit gutem Gefühl am Leben teilhaben können.