Das Red Bull-Spiel
Nicht jede Partie verläuft gleich spannend. Doch insgesamt ist Velo City ein vergnügliches und abwechslungsreiches Rennspiel aus der Welt der Fahrradkuriere.
Radrennspiele, aber Renn(sport)spiele ganz allgemein, haben oft den Makel, dass es die Autoren zu realitätsgenau nehmen. Da werden zum Beispiel bei Auto- oder Pferderennen in den Kurven gleich mehrere Bahnen eingezogen, um Überholvorgänge gut abzubilden. Von solcher Detailgenauigkeit ist Velo City weit entfernt.
Und das ist für ein massentaugliches Familienspiel auch gut so.
Ein Rennkurs, eine Bahn. Und dass Spieler ihre Figuren auch gemeinsam auf ein Feld setzen dürfen, ist beabsichtigt. Von diesen heraus lassen sich Sprints oder auch Windschattenvorteile erspielen.
Ohne Energie geht (fast) nichts

Weil Luschen gleich einmal vom Drahtesel kippen würden und für den Dienst als Fahrradkurier deshalb untauglich wären, braucht es Energie. Die tanken die Spieler respektive ihre Fahrradkurier unterwegs auf der Strecke. Dafür sind einige der Felder blau unterlegt: Wer einen seiner Kurier darauf fährt, nimmt sich eine Energiedose (der Verlag nennt sie Vitamindrink-Dosen) aus dem allgmeinen Vorrat. Das sind sozusagen die guten Felder, die bösen sind die braunen mit einem Kanaldeckel. Wer auf ein solches Feld zieht, muss zum nächsten freien Feld mit Kanaldeckel zurück. Alle übrigen Felder des Kurses sind neutral.
Klassisch mit Würfeln vorankommen
Bewegt werden die Kuriere ganz klassisch mit Würfeln. Von daher also ist Velo City nichts besonderes. Zu den Feinheiten, hier nicht vollständig aufgezählt:
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mit dem Einsatz einer Energiedose darf man trotzdem auf einem Kanaldeckel-Feld stehen bleiben
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mit dem Einsatz einer Energiedose darf man einen zweiten Würfel verwenden und sich das bessere = passendere Würfelergebnis für seinen Zug aussuchen
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zieht ein Spieler von einem Feld mit mehreren Fahrradkurieren, dürfen sie sich anhängen (im Windschatten fahren), wenn sie dafür eine Energiedose abgeben

Eine dagegen wirklich ausgefallene Idee bei Velo City ist die so genannte Pulkfahrt. Der Spieler an der Reihe braucht dafür einen seiner Fahrradkuriere auf einem Feld, auf dem mindestens ein weiterer Mitspieler eine Figur stehen hat. Der Spieler nimmt den oder die Würfel der Mitspieler zu sich (jeder Würfel hat eine spielerspezifische Farbe) und würfelt sie gemeinsam. Auch hier kann er danach aussuchen, welchen Würfel er für seinen Zug verwendet: Ist es der eigene, wird kein fremder Fahrradkurier mitgezogen, ist es aber ein Würfel, der einem Mitspieler gehört, wird dessen Fahrradkurier ebenfalls um die gewürfelte Augenzahl gezogen.
Taktische Tiefe vorhanden
Nach ein paar Spielzügen sind die hauptsächlichen Möglichkeiten, die sich mit Würfeln und dem Einsatz von Energiedosen anstellen lassen, verinnerlicht. Meistens, was eigentlich schade ist, konzentrierten sich unsere Testspieler auf den Einsatz von einer bzw. zwei Energiedosen (zusätzliches Würfelergebnis zur Auswahl bzw. Zusammenzählen beider Würfel, um große Schritte zu unternehmen). Das lässt mehrere taktische Möglichkeiten des Spiels brachliegen.
Zugegeben: Es ist nicht jede Partie Velo City spannend. Der Glücksfaktor ist hoch, und manchmal eben können die Spieler allesamt nicht ihr theoretisches Potenzial ausnützen. Wobei die Anzahl der Spieler dabei erfahrungsgemäß keinen großen Einfluss hat. Doch insgesamt ist Velo City ein recht einfaches Laufspiel, das atmosphärisch dicht rüberkommt, und Spaß macht.
Oft gibt es einen Ausreißer
Auffallend ist, dass eine Gewinnstrategie überdurchschnittlich oft aufgeht. Entscheidet ein Spieler sich auf einen seiner Fahrradkuriere zu konzentrieren und damit voranzupreschen, hat er meist auch am Ende den Sieg in der Tasche. Sieger ist, wer zuerst drei seiner Fahrradkuriere ins Ziel bringt, das aus insgesamt acht grünen Feldern am Ende des Kurses besteht. Oder, bei Gleichstand, wer als Letzter seine Equipe vervollständigt.
Fazit
Velo City ist ein Familienspiel klassischen Zuschnitts. Die Grafik überzeugt durch Einfachheit und Übersichtlichkeit. Das Thema Radrennen ist der Gegenwart angepasst, indem es vom Sport auf die Ebene eines urbanen Wettstreits aus dem Berufsalltag transferiert wurde. Dazu passt auch die Idee mit den kleinen blauen Energiedosen. Red Bull lässt grüßen! Wie aus dem Leben gegriffen.
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Nr. 1067: Velo City |
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Spielwiese-Code | |
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2010: Abacus
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Themen: Radsport, Verpflegung |
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Spielanleitung zum Herunterladen |
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Preis-Leistungsverhältnis
Anspruch
Glücksanteil
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