Lust am Zündeln
Wer lässt die Bombe platzen und kassiert die Punkte? Lieber noch eine Runde zuwarten oder zuschlagen? Das ist die Frage bei Lunte.
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Nr. 1204: Lunte | Spielwiese-Code | |
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Was ist's?
Für wen?
Was braucht's?
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Mit den braunen Luntekarten wird eine Zündschnur verlängert, wobei die Zahlenwerte verdeckt bleiben. Der Spieler am Zug kann entweder verlängern, die Zündschnur mit einer Löschkarte (blau) stoppen und eliminieren oder er schlägt mit dem Ausspielen einer umgedrehten Karte (Bombe) zu und kassiert die Reihe. Im Spiel ist das Bilden von ein oder zwei Kartenreihen erlaubt. Bild: Zoch |
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Die gute Nachricht
Ein preiswertes, schnell erklärtes Spiel mit steigendem Spannungsbogen.
Die schlechte Nachricht
Der Gedanke mit den verdeckten Zahlenwerten ist nicht konsequent durchgezogen.
Rein ins Spiel!
Normalerweise ist es so: Wenn Zahlenkarten in einer Reihe ausgelegt werden, werden sie aufgefächert, damit man die Zahlenwerte sehen kann. Bei Lunte ist es genau umgekehrt. Die Zahlenkarten werden so angelegt, dass der Wert der vorigen Karte verdeckt wird. Damit den Spielern nach und nach die Gewissheit verloren geht, ob die Reihe nun viele oder wenige Punkte zählt. Wobei … aber dazu mehr am Ende.
Die Zahlenkarten heißen bei diesem Kartenspiel Luntekarten. Victor Boden, der für Zoch mit Villa Paletti und Niagara schon zwei Spiele des Jahres gestaltet hat, zeichnete darauf eine Zündschnur. Sie schlängelt sich auf einer ausgelegten Reihe aus Luntekarten, die 5, 15, 20 oder 30 Punkte wert sind.
Wenn man denn welche erhält.
Lunte ist eines dieser schnellen Spiele, bei denen es darum geht, zum richtigen Zeitpunkt zuzuschlagen. Eine Kartenreihe, und damit die Punkte, erhält ein Spieler, wenn er eine "Bombe" zündet. Anders formuliert: Eine der maximal zwei ausgelegten Reihen zu sich nimmt. Das kann jeder Spieler zwei Mal im Verlauf einer Partie. Sie endet, wenn entweder alle Spieler zwei Bomben gezündet haben oder wenn im Nachziehstapel die Schlusskarte (Bild links oben) auftaucht. Sie wird zu Beginn einer Partie in die untersten 25 Karten des Nachziehstapels gemischt. Durch diesen Sudden death erhöht sich mit der Spieldauer der Spannungsbogen und der Druck, noch schnell Punkte auf die Seite zu bringen.
Wenn einem die Spieler nicht einen Strich durch die Rechnung machen.
Im Spiel sind nämlich auch insgesamt 15 Löschkarten. Mit ihnen stoppt man eine Reihe, löscht die Lunte, indem alle ausliegenden Luntekarten dieser Reihe aus dem Spiel genommen werden. Wer also gerade damit spekulierte, eine „gute“ Reihe beim nächsten Zug an sich zu nehmen, schaut durch die Finger. Das ist der Ärgerfaktor, der Lunte erst den richtigen Kick verleiht. Am Ende gewinnt, wer am meisten Punkte hat. Und übrigens, aus Erfahrung: Kleinvieh kann auch hier viel Mist machen.
Lunte ist ein sehr einfaches und damit sehr schnell erklärtes Kartenspiel. Der Aufwand ist gering, der Spaß bei Gelegenheitsspieler groß. Die Chancen sind gut ausgewogen, zu gewinnen. Eine gute Sache für Mal-einfach-zwischendurch-ein-Spielchen-machen.
Nun noch zum Beginn angekündigten „Aber“. Der Gedanke mit dem Verdecken der Zahlenwerte ist nicht konsequent durchgezogen. Je nach Zahlenwert schaut die Lunte auf den Luntekarten nämlich anders aus. Je mehr Schlingen sichtbar sind, desto höher der Zahlenwert. Das haben die einen Spieler schneller durchschaut als die anderen. Spannender wäre es gewesen, hätten alle Luntekarten das gleiche Bild.
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Nochmals spielen? Als Gelegenheitsspieler wird es immer wieder mal auf den Tisch kommen, weil es genau die richtige Dosis Ärgern beinhaltet. Für anspruchsvollere Spieler ist Lunte ein Nice-to-have, aber nicht mehr. |
Rund ums Spiel
Das Rezensionsexemplar wurde von Zoch zur Verfügung gestellt |

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... Vordringen in Galaxien, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat!