Decken-Building
Da ist Uwe Rosenberg vor etwas mehr als elf Jahren wirklich etwas Großartiges gelungen. Höchste Zeit, es auch einmal an dieser Stelle zu würdigen.
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Nr. 1633: Patchwork | Spielwiese-Code | |
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Was ist's?
Für wen?
Was braucht's?
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Die gute Nachricht
verschiedene Gewinnstrategien sorgen immer wieder für ein spannendes Duell
Die schlechte Nachricht
wir haben keine
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| Sehr unterschiedliche Stoffteile ergeben eine klassische Patchwork-Decke. Wie groß sie ist und wie viele Knöpfe darauf sind, entscheidet über Sieg und Niederlage bei diesem modernen Zweipersonenstück. Bild: spielwiese.at |
Rein ins Spiel!
Zweipersonenspiele leiden oft daran, dass die Chancen ungleich verteilt sind, was einerseits spielmechanische aber auch andererseits Gründe haben kann, die in der Person eines Spielers oder einer Spielerin liegen. Den richtigen Ausgleichsmix zustande zu bringen, ist nicht einfach. Bei Patchwork ist er unserer Meinung nach gelungen. Fehlt zum Beispiel gutes räumliches Vorstellungsvermögen, das aufs Erste absolut notwendig erscheint, dann kann das Manko durch Taktik und/oder Strategie durchaus kompensiert werden – und umgekehrt.
Patchwork ist nämlich vielerlei, nur nicht langweilig.
Wie der Name schon sagt, sollen Patchwork-Decken aus Stoffresten „genäht“ werden. Jeder Spieler macht das für sich. Die Stoffreste dazu liegen in einem gemeinsamen Vorrat und sind sehr, sehr unterschiedlich. Sich die besten vor dem oder der anderen zu sichern, ist ein ständiger Wettbewerb. Der sinnvollerweise dadurch eingeschränkt wird, dass immer nur die nächsten drei Stoffreste zur Disposition stehen, die alle anfangs in einem großen Kreis zufällig ausgelegt werden. Eine nette Nähmaschine aus Holz dient als Standortmarkierung und rückt mit. Zudem haben die Stoffreste unterschiedliche Preise und legt sie auf seinem Tableau aus, zeitigen sie auch unterschiedliche Folgen.
Kurz noch zwei Materialdetails: Das Tableau hat 9x9 Felder, die Stoffreste unterschiedliche Größen und (einige unmögliche) Formen.
Gespielt wird so lange, bis beide Spieler ihren Spielstein der dritten Kartontafel, vom Verlag Zeitplan genannt, in ein gemeinsames Zielfeld gebracht haben. Am Ende entscheiden Punkte über Sieg oder Niederlage. Die Abrechnung verdeutlicht bereits einigermaßen das Dilemma: Die am Spielende vorhandenen Knöpfe, die zugleich Währung sind, zählen 1:1 als positive Punkte, jedes Feld auf dem Tableau, das nicht abgedeckt werden konnte, zählt jedoch 2 negative Punkte. Es kommt durchaus vor, dass ein Spieler gerade mal mit weniger als einer Handvoll Punkten gewinnt, weil der Mitspieler im Minus ist.
Denn bei Patchwork wird nicht nur einfach gekauft und gelegt, nein, da sind Übersicht und überlegtes Handeln angebracht. Ein entscheidender Mechanismus ist das Bewegen des Spielsteins auf dem Zeitplan. Es gibt kein abwechselndes Ziehen und Handeln, wer hinten liegt, ist immer an der Reihe. Auch dann, wenn man mit seiner Figur auf das Feld des gerade Führenden zieht. Das geschieht höchstens dann, wenn ein Stoffrest gekauft wurde. Die Etiketten der Stoffreste haben zwei Informationen: Ihr Preis in Knöpfen und wie viele Felder man nach dem Legen vorrücken muss. Das ist die eine mögliche Aktion, wenn man an der Reihe ist. Die zweite: du gehst so viele Felder vor, dass du die Spielfigur des Gegners überholst, und bekommst für jedes vorwärts gerückte Feld einen Knopf.
Knöpfe auf der Decke sind entscheidend
Es liegt in der Natur der Sache, dass du immer wieder die verlockendsten Stoffreste nicht kaufen kannst, weil du zu wenig Geld, sprich Knöpfe hast. Behalte auch das Geld deines Gegenübers im Auge! Und vor allem: Wie viele Felder kannst du oder nach dir der Mitspieler vorrücken, je nachdem wofür du dich entschieden hast? Denn ein ganz wichtiges Ausstattungsmerkmal deiner Patchwork-Decke haben wir bisher noch gar nicht besprochen. Die Patchwork-Decke sollte möglichst viele Knöpfe aufgenäht haben. Aufgenäht bedeutet auf den einzelnen Stoffresten aufgedruckt. Einige haben drei Knöpfe, manche gar keine. Warum ist das wichtig? Auf dem Zeitplan kommen die Spielfiguren mehrmals auf Felder, die ebenfalls einen Knopf zeigen. Dann bzw. wenn eine Spielfigur darüber zieht, zählt ihr Besitzer die Knöpfe auf seinem Tableau und kassiert entsprechend viele Knöpfe als Geld.
Mit fortschreitendem Spiel erhöhen sich somit die Einkünfte, was wiederum erlaubt, die teureren Stoffreste zu erstehen. Und eines sei gleich ins Stammbuch geschrieben: Ohne viele Knöpfe auf deiner Decke hast du keine Chance! Da magst du vielleicht mit großen Flicken dein Tableau schneller gefüllt haben und kassierst am Ende weniger „Strafpunkte“, doch eine pralle Barschaft wird in aller Regel das ausschlaggebende Moment gewesen sein.
Fazit
Wenige Regeln sind schnell begriffen, doch so verzahnt, dass zusammen mit dem Glücksfaktor, wem sich gerade welche Stoffreste „anbieten“ und er oder sie sie auch bezahlen kann, eine runde Sache daraus wird. Erstaunlicherweise kommen bei Patchwork auch notorische Plättchen-Lege-Grübler sehr schnell zu einem Ergebnis.
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Nochmals spielen? Unbedingt, weil jedes Mal anders und spannend. |
Rund ums Spiel
Das Rezensionsexemplar wurde von Asmodee zur Verfügung gestellt |






… die einfachste Art zu verreisen.