Platz, Hirsch!
Humor ist etwas, das bei Spielen viel zu kurz kommt. Deshalb ist Null Bock! von Henning Poehl erfrischend.
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Ein alter geiler Bock hat es auf eine adrette Hirschkuh abgesehen. Null Bock? Foto: Spielwiese |
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Rein spieltechnisch
ein relativ einfaches Stichspiel, wie sie seit ein paar Jahren dutzendfach konstruiert werden. Natürlich ist auch der Ablauf von Null Bock! konstruiert. Doch das Thema, die Hirschbrunft als Satire auf menschliches Paarungsverhalten, ist mit viel Augenzwinkern umgesetzt.
Da ist natürlich vom "Platzhirsch" die Rede. Das ist der, der sich in die Arena wirft und alle Nebenbuhler aussticht. Jeder will "Platzhirsch" sein, ganz klar. Da gibt es Hirschkühe, die neben ihrem Wert noch ein Plus haben. Das Plus dieser Damen sagt uns, dass sie mehr vorgeben als sie sind. Es beginnt einmal damit, dass jeder Spieler sechs Hirschböcke und sechs Hirschkühe mit unterschiedlichen Werten ausgeteilt erhält. Der Startspieler wirft ein Weibchen in die Arena, wie hier die Tischmitte genannt wird. Das Buhlen beginnt. Einerseits in der Arena, andererseits in einem beliebigen Abseits, das sind die Zonen vor den Spielern. Dort warten, so zu sagen am Waldesrand, andere Böcke auf ihre Chance. Am liebsten holen sie sich dort vereinsamte Hirschkühe.
Das große Abräumen geht allerdings in der Arena vor sich. Kommt ein Spieler nach einer Runde wieder an die Reihe und sein zuletzt gespielter Bock liegt immer noch oben auf, kassiert er als "Platzhirsch" den ganzen Harem, der sich dort vielleicht schon versammelt hat.
Der Null Bock mit dem Wert 0 ist der Joker im Spiel und sticht Böcke, ganz egal, wie viel sie wert sind. Bei der Wertung zählt am Ende nur das weibliche Geschlecht als Objekt männlicher Begierde – Bockkarten sind völlig wertlos. Der Hirsch hat seine Schuldigkeit getan, der Hirsch kann gehen.
Nach etwas Eingewöhnung kommt Null Bock! in Fahrt und empfiehlt sich sowohl für gleich- wie gemischtgeschlechtliche Spielrunden. Anders sind nur die Sprüche, die dann so (bei)-läufig fallen. Übrigens: So nebenbei erfährt man im Kleingedruckten wie es in unseren heimischen Wäldern wirklich zugeht. Spielautor Henning Poehl ist Diplombiologe und muss es wissen. Er hat das Spiel im offiziellen Jahr des Rothirsches veröffentlicht.
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Nr. 805: Null Bock! |
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Spielwiese-Code | |
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2002: Sphinx Spieleverlag |
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Themen: Jagd, Geschlechter
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… gemeinsam Spaß haben.