Wortfindungen
Buchstabensteine, mit denen Wörter gebildet werden
Kennt man. Lesen Sie, was bei Letter anders ist. Für diesen Spielwiese-Test lag uns die edlere Version aus Theta-Stone vor. In der "normalen" preiswerteren Ausgabe sind die Buchstaben aus Karton.
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Edel und für Ästheten: Letter in der Version mit den Buchstabensteinen aus dem speziellen Material Theta-Stone. Bild: Spielwiese |
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Welche Wörter entdecken Sie in diesem Beispiel? "Sonett", natürlich auch "nett", "ein", "eine"
Bild: Theta
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Einmal ist es dunkel, einmal ockerfarben, dann wieder hell. Auch wenn die Teile in Form und Größe identisch sind, variieren sie deutlich im Gewicht. Nein, es ist nicht Stein im herkömmlichen Sinn, auch wenn es so ausschaut und es sich so angreift. Es ist "eine neuartige mineralische Werkstoffkombination mit unterschiedlichen Anteilen organischer und mineralischer Füllstoffe", erklären die beiden Theta-Macher Werner Falkhof und Michael Sohre. Die Details von Theta-Stone sind ein wohlbehütetes Geheimnis. Aus Theta-Stone lassen sich jedenfalls wunderbare Dinge, zum Beispiel Spielbretter herstellen, die entgegen ihrer Optik nur ein minimales Gewicht aufweisen. Das gilt noch mehr für Spielsteine oder Spielmaterial, das haptisch ein eigenwilliges Gefühl vermittelt und Stein in all seinen Erscheinungsformen simuliert. Mehr |
Aller Anfang ist faszinierend, aber nicht immer ganz leicht. Faszinierend: das Spielmaterial. Ein kleines Handicap: die Spielanleitung.
Die ist nämlilch anders aufgebaut als gewohnt. Wird sonst meistens ein Grundspiel erklärt und dann folgen Varianten, lässt die Anleitung von Letter die Möglichkeiten offen, für die sich die Spieler dann entscheiden können. Dabei geht es darum, wie gewertet wird. Nicht ganz unwichtig
Nun ist die Mutter aller Wörterspiele Scrabble eigentlich schon längst Allgemeingut und vermutlich kennen Sie auch den einen oder anderen Ableger davon. Sie funktionieren nach dem Prinzip, wie bei einem Kreuzworträtsel waagrecht und senkrecht ausgelegte Buchstaben als Wörter zu legen, die sich kreuzen. Bei Letter ist das grundsätzlich anders. Die Buchstaben haben hier keine fixe Größe, sondern nehmen auf dem Raster des Spielplans unterschiedlich viel Platz ein. Es gibt also keine klassischen senkrechten und waagrechten Reihen. Auch sind alle Buchstaben gleich viel wert.
Allein das macht schon einen eigenen Reiz aus. Der Sympathieträger mit hohem Aufforderungscharakter ist jedoch das Material: es ist nicht Holz, es ist nicht Plastik, es ist Theta-Stone (siehe Kasten Spielwiese Hintergrund).
Kante auf Kante
Auch bei Letter geht es natürlich darum, diese Buchstabensteine so anzulegen, dass ein Wort oder gleich mehrere Wörter entstehen. Dazu müssen die unterschiedlich großen Buchstabensteine über eine Kante miteinander verbunden sein – ganze Kantenlänge, halbe Kantenlänge, Viertel Kantenlänge, das ist egal, Hauptsache über eine gewisse Länge miteinander verbunden. Nur Spitz an Spitz über eine Ecke gilt nicht. So entsteht vor den Augen der Spieler kein geordnetes Bild wie im Rätselheft, sondern ein kleines Wirrwarr, das an den Buchstaben- und Schriftenmischmasch alter Veranstaltungsplakate erinnert. Wer sich jemals etwas mit Buchdruck beschäftigt hat, fühlt sich auch haptisch in diese Zeit zurückversetzt, da die Spielsteine auch von der Form her den Buchdruck-Lettern sehr nahe kommen.
Jetzt gilt es in diesem scheinbaren Wirrwarr Wörter zu entdecken, wobei einerseits der Anfangsbuchstabe frei gewählt und andererseits auch die Leserichtung ständig gewechselt werden kann. Von links nach rechts, dann nach oben, dann nach links
die Buchstaben müssen "nur" – über Kantenlängen – zusammenhängen.
Vom Buchstabenspiel zum Suchspiel
Dass hier von "entdecken" die Rede ist, und wir uns damit auch in Richtung Suchspiel begeben, hat einen bestimmten Grund. Zwar ist es so, dass der Spieler am Zug einen neuen Buchstabenstein anlegt und damit ein neues Wort bilden muss. Eventuell ergeben sich sogar mehrere neue Wörter. Aber vielleicht übersieht der Spieler, der am Zug ist, weitere Wortschöpfungen, die sich durch den neuen Buchstabenstein sowie die spezielle "Lesart" bilden, ein Mitspieler aber nicht. Dann darf er klopfen, auch wenn er nicht an der Reihe ist, das Wort oder die Wörter benennen und sich die Punkte dafür gutschreiben. So ist bei Letter die Aufmerksamkeit aller Spieler gleichzeitig gefordert – ein weiterer Unterschied zu den meisten anderen Buchstabenspielen. Die sind ja oft deshalb langweilig, weil die Mitspieler warten müssen, weil der am Zug befindliche Spieler grübelt und grübelt und grübelt. Für alle Fälle: Auch Letter ist eine Sanduhr beigefügt, die man optional verwenden kann.
Für Letter sind Papier und Bleistift nötig. Wer punkten kann – egal ob am Zug oder außer der Reihe – schreibt neu gebildete oder entdeckte Wörter auf. Die Spielanleitung offeriert drei Wertungsvarianten: entweder zählen die Anzahl der Wörter, die Summe der Buchstaben oder zusätzliche Prämienpunkte bei längeren Wörtern. Wer am Schluss die meisten Punkte hat, gewinnt das Spiel.
Der Spielablauf in Kurzform
Abhängig von der Anzahl der Spieler nehmen sie vor Spielbeginn aus den verdeckt liegenden Buchstabensteinen vier bis 13 davon zu sich, decken sie auf und nehmen weiters einen Blankostein. In der ersten Runde legt jeder dann reihum einen Buchstabenstein an beliebiger Stelle auf den Spielplan. Erst danach gelten die schon oben beschriebenen Legeregeln. Wer mit seinen Buchstabensteinen kein neues Wort bilden kann (oder will), muss stattdessen einen seiner Buchstabensteine offen als "freien Stein" zur Seite legen. Das klingt nach Strafe, ist es aber nicht unbedingt: In einer der nächsten Runden können diese "freien Steine" alternativ oder zusätzlich zum regulären Buchstabenstein angelegt werden. Das kann durchaus Sinn machen, wenn man zum Beispiel auf lange Wörter aus ist. Letter endet, wenn kein Spieler mehr in der Lage ist, ein neues Wort zu bilden.
Glück bestimmt die Auswahl
So einnehmend das Spielmaterial und die Spielmöglichkeiten sind, Letter hat eine gravierende Schwäche. Zwar ist man auch bei Scrabble & Co. auf eine bestimmte Anzahl Buchstaben eingeschränkt, die zur Verfügung stehen. Allerdings erhält man anderswo Nachschub, bei Letter nicht. Was man zu Beginn zufällig ausgewählt hat, damit muss man bis zum Spielende leben. Wer keine Selbstlaute oder im Deutschen wichtige Konsonanten wie R, S oder N erwischt, hat von Vornherein kaum Chancen. Da man jederzeit das zur Verfügung stehende Buchstaben-Potpourri der Mitspieler sieht, könnte man diese vielleicht animieren, "endlich" einen bestimmten Buchstaben als Bindeglied zu legen. Aber warum sollten sie? (siehe Spielwiese Tipp).
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Da bei Letter insgesamt 60 Buchstabensteine enthält, finden wir es ziemlich behinderlich, dass davon nur 24 bis 26 (je nach Spieleranzahl) der Regel nach ins Spiel kommen. Wir empfehlen vor allem Anfängern die Regel insofern abzuändern, jedem Spieler wenigstens einen weiteren Buchstabenstein zuzugestehen. Das macht das Spiel zwar ein wenig länger, steigert aber die Auswahlmöglichkeiten und senkt den Frustpegel. |
Ein anderes Manko war nur für jenes Exemplar gegeben, das die Spielwiese zum Testen hatte: Nach dem ersten Spiel blieben auf dem Spieltisch Brösel liegen. Und auf den Rückseiten der Buchstabensteine kam es zu Abfärbungen. Dadurch konnte man den einen oder anderen Stein zu Spielbeginn schon bei der Auswahl identifzieren. Doch wie schon in der ersten Version dieses Spielwiese-Tests angekündigt, hat Theta die Probleme bis zur Auslieferung der regulären Exemplare in den Griff bekommen.
Fazit
Ein Muss-Spiel für alle Freunde dieses Genres, weil Letter Trampelpfade verlässt und völlig andere Herausforderungen als Bekanntes stellt. Und Ästheten unter den Spielern werden ohnehin sofort ergriffen sein.
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Nr. 1019: Letter |
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Spielwiese-Code | |
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2009: Theta |
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Themen: Wortschatz
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Spielanleitung zum Download |
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Preis-Leistungsverhältnis
Anspruch
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