Unheiteres Begrifferaten
Gesucht ist ein Ding, eine Person, ein Tier … Je allgemeiner der Hinweis, den du dir vorlesen lässt, desto eher bootest du deine Mitspieler aus. Wieder ein Spiel, das man nicht zu ernst nehmen sollte.
.
![]() |
Nr. 1583: Quiz me 5 | Spielwiese-Code | |
|
|
Was ist's?
Für wen?
Was braucht's?
|
.
![]() |
|
| Jetzt kennt man den Kölner Dom praktisch auf der ganzen Welt, doch die Fragekarte ist "typisch" für die egozentrische Sichtweise der Hinweisformulierer. Bild: Moses |
|
Die gute Nachricht
bunt und schnell
Die schlechte Nachricht
die fragwürdigen Kategorisierungen
Rein ins Spiel!
Gesucht ist „Ein Baum“ und der Hinweis, der am weitesten gefasst ist lautet: „Ein Laubbaum, den es auch in deutschen Wäldern gibt“. Schon etwas enger: „Kann bis zu 28 m hoch werden“, gefolgt von „Kleine rundliche bis dreieckige Blätter mit Zähnen am Rand“, bevor es dann wirklich leicht zu erraten wird mit den Hinweisstufen 2 und 1, die da sind: „Sorgt für Allergien, vor allem zur Blütezeit“ und „Charakteristisch ist ihre weiße Rinde“. Klar, die Birke.
Mit einem Zahlenwürfel hat eingangs jeder Frage jeder und jede mit 1 bis 5 „eingestellt“, ob er oder sie einen eher allgemeinen oder einen eher genaueren Hinweis haben möchte. Wer die höchste Zahl gewählt hat, bekommt den Hinweis zuerst vorgelesen und darf einmal raten. So einfach, so gut. Bei Gleichständen werden die Regeln dann allerdings schon komplizierter und nicht hundertprozentig glatt. Doch man sollte das Spiel nicht zu ernst nehmen. Schon die Größe der Schachtel und die gesamte Gestaltung wollen signalisieren: Spielt, es soll (nur) Spaß machen! Errät zum Beispiel niemand den gesuchten Begriff, dann bekommt der Fragesteller dieser Runde die Karte als Punkt.
Das Problem bei diesem Wissensspiel ist jedoch die schludrige Redaktion. Da fragt man sich bei mehreren Karten, was sie sich dabei gedacht hat. Ja, das gesuchte Belgien ist „unser Nachbarland“. Wenn man Deutscher ist. Lebt man in der Schweiz oder ist in Österreich zuhause, dann nicht. Leider tritt die germanische Perspektive in diesem Quiz sehr deutlich zutage. Das ist das eine. Das andere sind die zu oft fragwürdigen Oberbegriffe. „Engagiert sich für den Naturschutz“ und „Seine Mutter war ebenfalls weltberühmt“ sind die allgemeinen Hinweise, die ganz oben stehen. Dass es um König Charles geht, steht im Kontext mit der Kategorie Stars & Sternchen dann auf sehr tönernen Füßen, selbst wenn hinzugefügt wird, dass „eine berühmte Persönlichkeit“ gesucht sei. Oder wie passt Gummibärchen in die Kategorie Genie & Wahnsinn, wo „ein Ding“ gefragt ist? Völlig in Ordnung geht die Schultüte, die als "Ding" in der Kategorie Kultur & Tradition gesucht wird, doch schon in der nächsten Runde stößt man wiederum bei Genie & Wahninn auf ein "Ding", das als die Titanic (Schiff) zu entpuppen wäre.
So tritt bei insgesamt 200 Fragen allerlei zutage. Da wird unter Stadt & Land einmal ein durchaus bekannter "Freizeitpark" gesucht, bei Mensch & Tier mit dem Walhai ein "Meeresbewohner", unter Film & Fernsehen ein Fernsehsender, wobei dann wiederum deutsche Karnevalsjecken mit dem Hinweis „Kommt in einem Lied vor: ,… Colonia’'" bevorzugt werden, oder mit Spaghettieis ein „Genussmittel“ (sic!) gesucht wird. Die Qualität des Frage-Antwort-Spiels reicht bei Weitem nicht an vergleichbare Spiele wie etwa 20 Questions/Querdenker heran.
Fazit
Quiz me 5 kann also ziemlich verwirrend verlaufen, wobei die Regeln ebenfalls eigentümlich sind. Wenn man nicht so streng ist wie wir, bleibt die gute Grundidee: Fünf Hinweise von sehr allgemein bis sehr hilfreich, die einfach abgehandelt werden können, um sich eine kleine Zeit zu unterhalten. Wer gewinnt, ist dabei recht wurscht. Überraschenderweise gehen Runden auch an Freunde, bei denen Wissensspiele (aus welchen Gründen auch immer) auf der schwarzen Liste stehen.
.
|
Nochmals spielen? Bedingt. |
Rund ums Spiel
Das Rezensionsexemplar wurde von Moses zur Verfügung gestellt |




… gemeinsame Zeit mitanander am Tisch.