Ansteckend kurzweilig
Mit Viren-Karten infizieren wir die Organe unserer Mitspieler, mit Medikamenten heilen wir unseren befallen Körper. Das Kartenspiel zur Zeit.
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Nr. 1360: Virus! | Spielwiese-Code | |
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Was ist's?
Für wen?
Was braucht's?
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| Ich befalle dein Organ mit einem Viurs, du befällst mein Organ mit einem Virus, du legst mir ein Virus, ich eliminiere es mit einem Medikament … so geht's hin und her, bis ein Spieler vier seiner Organe "geheilt" hat. . Bild: Gamer Factory |
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Die gute Nachricht
Gute Umsetzung (auch grafisch) des Themas
Die schlechte Nachricht
Zwei kleine Übersichtskarten für die Operationen wäre besser gewesen als die beiden Blanko-Karten
Rein ins Spiel!
Gleich vorweg: Virus! ist keine intellektuelle Herausforderung. Muss ein Spiel das immer sein? Nein.
In Corona-Zeiten schon gar nicht. Da sehnt man sich nach unbeschwerter Ablenkung. Gut, man kann darüber diskutieren, ob das ausgerechnet mit einem Spiel gelingt, das Viren und Ansteckung zum Thema hat. Aber warum nicht? Der Bedrohung mit einem Augenzwinkern zu begegnen, hat auch therapeutische Wirkung.
Die Mitspieler sind die Bösen. Und auch wir sind ihnen gegenüber böse. Was wollen wir bei Virus!? Unseren eigenen Körper retten. Als Körper nennen wir die Karten, die vor uns ausgelegt sind. Es gibt vier Arten von Karten in vier Farben:
- Organe. Sind vier (unterschiedliche) davon gesund, hat ihr Besitzer augenblicklich gewonnen.
- Dann gibt es selbstredend Viren. Diese legen wir anderen auf deren Organe.
- Mit Medikamente-Karten entfernen wir ein solches Virus – heilen das befallene Organ (vorübergehend) – oder impfen das Organ vorsorglich. Umgekehrt: Ein Virus kann ein gel,egtes Medikament zerstören. Eine zweite Medikamente-Karte macht das Organ immun und vor allen Zugriffen sicher.
- Als vierte Kategorie gibt es noch Operationen. Diese Karten sich mächtig. Gleich mehr dazu.
Jeder Zug besteht darin, eine seiner drei Handkarten abzuwerfen. Die erste (soweit vorhanden) wird immer das Legen eines Organs bei sich sein, sozusagen die „Gründung“ des eigenen Körpers. Alternativ können immer ein, zwei oder alle drei Handkarten auf den Ablagestapel geworfen werden und man nimmt entsprechend viele neue für die nächste Runde auf die Hand. Sogenannte Super-Organe, Super-Viren und Super-Medikamente sind die Joker im Spiel, sie passen praktisch immer. Ansonsten gilt: Von jeder Art Organ (Farbe) kann der Körper immer nur eine haben.
Es wird noch gemeiner
Die sich daraus ergebenden Möglichkeiten sind für sich genommen schon sehr gemein. Mit den Operationen kommen weitere Bosheiten hinzu. Mit einem Organdieb klaut man einem anderen ein Organ samt eventuell liegendem Medikament. Mit Transplantation oder Kunstfehler tauscht man ein oder alle Organe - vorzugsweise natürlich ein virenbefallenes gegen ein gesundes. Mit Ansteckung wird man Viren-Karten, die bereits den eigenen Körper verseucht haben, an Mitspieler los.
So geht es bei Virus! also ständig hin und her. Ich leg dir ein Virus, du legst mir ein Virus … und hoffe auf Medikamente oder eine passende Operation. Wie eingangs erwähnt: Man braucht für dieses Spiel keinen Doktortitel. Es ist einfach nur ansteckend kurzweilig und hat Ähnlichkeiten mit Drecksau. Der Spaßfaktor ist hoch. Dass sehr viel Glück im Spiel ist, tut der Stimmung keinen Abbruch. Drei oder vier Spieler sind ideal, da kann man noch relativ schnell reagieren. Bei fünf oder sechs kommt zu viel Warten auf Gelegenheiten in die Sache. Denn man will ja vor allen anderen seine Organe heilen oder immunisieren, ob mit Medikamenten oder – sehr oft ist das der Fall – auf einen Schlag durch eine Operation.
Wenn’s nur beim Coronavirus auch so einfach wäre …
PS.:
Zur Ehrenrettung der drei spanischen Autoren: Virus! kam in ihrer Heimat schon 2015 auf den Markt, also nichts ist mit Spekulation mit einem aktuellen Thema. Auch die deutsche Ausgabe erschien in der Vor-Corona-Zeit.
| Nochmals spielen? Ja, unter dem Einfach-Spaß-haben-Aspekt. Eine unserer Testrunden konnte gar nicht mehr davon loskommen. |
Rund ums Spiel
Das Rezensionsexemplar wurde von Game Factory zur Verfügung gestellt |




… die reinste Entspannung: Ich spiel am liebsten Spiele, wo ich wenig denken muss und viel Glück habe!