jokerdämmerung
Am Anfang herrscht Chaos auf der Hand. Durch Austauschen von Karten kommen die Zahlen langsam in eine Reihung. Das ist unterhaltsamer als es die Schachtel vermuten lässt.
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Nr. 1242: My Rummy 111 | Spielwiese-Code | |
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Was ist's?
Für wen?
Was braucht's?
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| Hier hat ein Spieler die Runde beendet, indem er seine Karten als Erster absteigend (von links nach rechts) in die Reihe brachte. Oben am Tisch: die Auslage, aus der man sich bedient. Das sind die abgeworfenen Karten oder – wenn einem keine passt – bringt man verdeckt (!) drei neue vom Nachziehstapel ins Spiel. Bild: Schmidt |
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Die gute Nachricht
Eine simple Idee, die zieht
Die schlechte Nachricht
Grübler können eine Partie ordentlisch verschleppen
Rein ins Spiel!
Irgendwann gebührt dem Autor Steffen Benndorf ein Sonderpreis. Er liefert seit einigen Jahren Spiele, die durch Einfachheit beeindrucken und trotzdem so viel Spieltiefe haben, dass sie fesseln. Vor allem aber einfach Spaß machen. Qwixx zum Beispiel und vor allem auch The Game.
My Rummy 111 kommt nicht ganz an die beiden heran, bereitet aber gute Unterhaltung und ist eine Überraschung. Denn die Schachtel ist altbacken und nichtssagend. Es gibt allerdings auch kein Thema, nur Zahlen von 2 bis 111. Wo also soll man die Erwartungen ansetzen …
Die Überraschung liegt im Spielwitz. Zwölf Zahlenkarten auf- oder absteigend auf der Hand in die Reihe bringen, kann doch keine Lebensaufgabe sein, oder? Das nicht, aber soo einfach macht es uns Steffen Benndorf dann doch nicht. Für jede (gute) Karte, die man aufnimmt, muss eine andere geopfert werden. Manchmals ist das ebenfalls eine gute. Denn die simple Regel lautet: Abgeworfen wird entweder die Karte links oder rechts von jener, die soeben auf der Hand einsortiert wurde.
Was nun gut oder schlecht ist und einen seinem Ziel wirklich näher bringt oder nicht, da kann man schon ein bisschen ins Grübeln geraten. Es liegen ja auch nur maximal drei Karten offen auf dem Tisch, bei denen man sich bedienen kann. Diese Grübelgefahr (Zeitverzögerung für alle Mitspieler) spricht trotz einfachster Regeln eher gegen ein Einsteigerspiel. Mehr Freude haben Spieler an My Rummy 111 mit genereller Kartenspielerfahrung und Chancenabwägung. Da geht's auch zügiger.
Denn: Gespielt wird um Joker-Punkte, die in unterschiedlicher Zahl auf den Karten sind. Vier Karten mit Schnapszahlen bringen vier Punkte, einige 10er- und 5er-Zahlen drei, der große Rest einen oder zwei Joker. Danke, dass sie farblich gut zu unterscheiden sind! Schlussendlich geht es nicht nur darum, seine Zahlenkarten in die Reihe zu bringen, sondern auch die Joker-Punkte zu maximieren. Die Rundenergebnisse der Spieler liegen oft sehr knapp beieinander. Auch das spricht dafür, dass Gelegenheitsspieler besser imstande sind einen Vorteil für sich zu erkennen.
Sympathisch ist, dass alle am Ende einer Runde punkten können. Wer nicht alle zwölf Karten in die Reihe brachte, zählt immerhin die Joker seiner längsten oder wertvollsten "Straße".
Wer zuerst 60 Punkte erreicht, ist Sieger. Das kann schon nach zwei Runden der Fall sein, im Durchschnitt sind es drei Runden. Kurz und anregend genug für eine unterhaltsame Partie zwischendurch.
| Nochmals spielen? Gerne zwischendurch. |
Rund ums Spiel Das Rezensionsexemplar wurde von Schmidt zur Verfügung gestellt |




Man hört nicht auf zu spielen, weil man alt wird, sondern man wird alt, wenn man aufhört zu spielen.