Ein Langobarde gegen einen Rest-Angelsachsen …
Als "eines der schönsten Kartenspiele der letzten Zeit" beschreiben wir Res Publica 1998. Nach längerer Pause hat es Queen in leicht veränderter Form neu aufgelegt.
Überarbeitet aus Die Spielwiese 49 (1998)
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Völker- und sogenannte Zivilisationskarten werden unter den Spielern getauscht, um möglichst schnell fünf Karten einer Sorte zu haben. Jedes Quintett bringt Fortschritt. |
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| Die Zeiten und der Geschmack ändern sich. Hier die Ausgabe von vor 13 Jahren, damals von Jo Hartwig gestaltet. Die aktuelle Grafik ist von Marko Fiedler. | ||
Wörtlich aus dem Lateinischen übersetzt heißt "res publica" öffentliche Sache. Der Begriff steht aber auch für Staat oder Gemeinwesen. Ein solches bilden die Spieler hier, allerdings keineswegs gemeinsam. Am Ende zählen die Punkte, die jeder allein gesammelt hat.
Dass man für ein Siedlungsspiel nicht unbedingt jede Menge Häuschen und Straßen auf einem Spielplan benötigt, zeigt Res Publica. Jeweils sechzig ansprechend gestaltete Völker- und Zivilisationskarten sowie 20 Wertungskarten *) genügen für eine spannende und runde Sache.
Zu Beginn erhält jeder Spieler vier Völkerkarten auf die Hand (es gibt Goten, Langobarden, Wikinger, Hunnen und Angelsachsen). Zwei Stapel – Zivilisationskarten und restliche Völkerkarten – liegen in der Mitte des Tisches bereit. Nun versucht jeder Spieler zuerst durch das Sammeln und dann durch Ablegen von fünf gleichen Völkerkarten zur Gründung einer Siedlung und damit zur Stufe Zivilisation zu gelangen.
Bieten und Suchen
Ist ein Spieler am Zug, so kann er handeln und Karten ablegen. Beim Handeln gibt er bekannt, was er sucht oder was er anbietet. Daraufhin sagen die Mitspieler der Reihe nach, ob und was sie für das Gesuchte verlangen bzw. ihrerseits für das Gebotene zu geben bereit sind. Nun kann er auf einen Handel eingehen oder auch nicht. In dieser Phase kommt es immer wieder zu Kommunikationsschwierigkeiten: Die simplen Begriffe „Biete“ und „Suche“ erfordern überraschenderweise immer wieder Nachfragen und Klarstellungen. Wichtig ist auf die Zwischentöne zu achten, wer z.B. den letzten Angelsachen hat.
Wer nun ein Quintett auslegen kann, nimmt eine Siedlungskarte (Wert 3) und darf fortan zusätzlich zu einer nach jedem Zug zu ziehenden Völkerkarte auch eine Zivilisationskarte nehmen. Hierbei gibt es die Sorten Alchemie, Baukunst, Handel, Metallkunde, Schiffbau und neu eben Bücher *). Der Kartentausch erfolgt nach demselben Muster wie bei den Völkern.
Es gilt möglichst früh eine, am besten zwei Siedlungskarten zu bekommen, um über die Zivilisationskarten an die höherwertigen Stadtkarten zu gelangen. Erst durch Ablegen von fünf Zivilisationskarten kann die oberste Stadtkarte an sich genommen werden. Die erste im Spiel zählt neun Punkte, die folgenden bringen dann immer weniger Punkte. Das Spiel endet, wenn die letzte Zivilisationskarte gezogen wurde. Danach wird noch eine Runde gehandelt und abgelegt. Am Schluss werden die Werte der Siedlungs- und Stadtkarten addiert. Es gewinnt, wer am meisten Punkte hat.
Fazit
Es ist faszinierend, wie zuerst die eine Kartenkategorie das Spiel bestimmt, und es nahtlos zur anderen übergeht. Natürlich ist viel Glück dabei, aber Res Publica ist trotzdem noch immer ein sehr gutes Kartenspiel: Was Spaß und Spannung ausmacht, ist die Kommunikation: Der rege Tauschhandel hält alle Spieler bei der Stange.
*) in der neuen Ausgabe wurden jeweils fünf Mönchs- und Bücherkarten bei Völkern und Zivilisation und als Äquivalent je zwei Kirchen und Bibliotheken bei den Wertungskarten hinzugefügt. Das bringt zwar ein paar Möglichkeiten mehr zum Tauschen und Sammeln, ist aber keine wesentliche Innovation. Lediglich über die Bücher bzw. Bibliotheken kommt man etwas schneller zu Stadtkarten: Eine Bibliothek ermöglicht das schon mit vier gleichen Karten statt mit fünf.
Die genannten Karten sind in der Neuauflage im "normalen" Spiel, während Res Publica ohne diese Karten als Variante "Classic" bezeichnet ist.
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Spielwiese-Code | |
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Themen: Völker, Handel
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Rund ums Spiel
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Urlaub vom Alltag!