JUBILAR. Heute Donnerstag feiert einer der erfolgreichsten, auf jeden Fall der produktivste Spieleautor der Gegenwart, Reiner Knizia, runden Geburtstag. Der im bayerischen Illertissen Geborene wird 60.
2008 schlug endlich die große Stunde: Für Keltis wurde Reiner Knizia mit der Auszeichnung Spiel des Jahres bedacht.
1999, Reiner Knizia trägt Bart: Die einstmalige Hasbro-Marke Parker bringt mit seinem Rheinländer wieder Autorenspiele auf den Markt.
Ravensburger und Knizia experimentieren mit dem "weltweit ersten Gesellschaftsspiel mit elektronischen Intelligenz": King Arthur. Der wirtschaftliche Erfolg blieb zwar aus, aber die Auszeichnung Spiel der Spiele war Knizia damit 2003 sicher. Bilder: spielwiese.at, Hasbro, Kosmos |
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Illertissen liegt an der Grenze zu Baden-Württemberg und nur wenige Kilometer von Ulm entfernt. Dort Ulm studierte Knizia zuerst Physik, dann Mathematik, worin er 1987 auch promovierte. Das ist insofern von Bedeutung, weil viele seiner Spiele eine mathematischen Grundlage abbilden. Und soll Zufall ins Spiel kommen, dann kann davon ausgegangen werden, dass Knizia die betreffenden Wahrscheinlichkeitsrechnungen angestellt hat, so dass am Ende dann doch wieder für Ausgewogenheit gesorgt ist.
Mathematisch „kalt“ sind Knizia-Spiele deswegen nur im Ausnahmefall. Er legt großen Wert darauf, einem Spielmechanismus einen populären thematischen Rahmen zu verpassen. Unter den mittlerweile über 600 veröffentlichten Spiele ist praktisch kein Genre und keine für Spiele typische Erlebniswelt ausgeschlossen. Gestartet als Spieleautor hatte Reiner Knizia in den 1980er mit Postspielen. Die beiden ersten Gesellschaftsspiele von ihm wurden 1990 veröffentlicht: Digging bei Hexagames und Goldrausch bei Hans im Glück. Seither gab und gibt es kaum einen Verlag, in dem Knizia nicht zumindest ein Spiel herausgebracht hat.
Langes Warten auf den roten Pöppel
All das brachte Knizia zurecht eine Reihe an Auszeichnungen ein. Auf die Krönung, ein „Spiel des Jahres“, musste er allerdings lange warten. Viele Jahre schien es sogar so, dass die Jury ihn mit einem Bann belegt haben könnte. Erst 2004 war er für Einfach genial erstmals nominiert, 2006 dann mit Blue Moon City, bevor er wiederum zwei Jahre später die Trophäe für Keltis in Empfang nehmen konnte. Nicht gleich, denn er hatte in den USA den Flieger zur Preisverleihung verpasst. Gleichzeitig war er auch für Wer war's? mit dem Kinderspiel des Jahres ausgezeichnet worden.
Mit FITS stand der Name Knizia dann 2009 und mit Wettlauf nach El Dorado in diesem Jahr auf der Nominierungsliste. Wettlauf nach El Dorado wird im nächsten Jahr (wie zahlreiche andere Knizia-Spiele) ein Spin-off erfahren: Die Fortsetzung wird davon handeln was passiert, wenn die Forscher in El Dorado angekommen sind, kündigte er auf der Spielemesse in Essen vergangenen Oktober an. Der Spielwiese-Test von Wettlauf nach El Dorado geht übrigens morgen als kleines Geburtstagsgeschenk online.
Der Name als Marke
Reiner Knizia ist einer der ganz wenigen Spieleautoren, der seinen Namen zur Marke entwickeln konnte. Wenn von einem Spiel einfach nur vom „neuen Knizia“ gesprochen wird, dann hat man die Erhebung in den Ritterstand der Spielewelt bereits absolviert. Vielleicht hätte er sogar eines Tages tatsächlich vor der Queen knien können, um die reale Ritterwürde zu empfangen: Knizia arbeitete und lebte 24 Jahre lang in England. Der bevorstehende Brexit hat den Autor Anfang 2017 zur Rückkehr nach Deutschland veranlasst.
Happy Birthday!
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… die ganze Welt auf einem Brett!