GRAFIK. Aus den drei nominierten Kinder- und drei Familienspielen sind soeben die Gewinner der Auszeichnung Graf Ludo – Spielgrafik des Jahres in Leipzig bekannt gegeben worden. Die Preise gehen an Spiele von Eggertspiele und Ravensburger.
Es sind die Grafiker und Illustratoren, die unterschiedlichste Szenarien lebendig werden lassen, die uns auf Anhieb in neue Spielwelten mitnehmen und mit entscheidenden grafischen Details im Spielgeschehen unterstützen. Diese Leistung wird seit 2009 mit dem Spielgrafikpreis "Graf Ludo" ausgezeichnet.
Die Preisträger 2014
In er Kategorie Beste Familienspielgrafik wurde 2014 Dennis Lohausen für Glück auf (Eggertspiele) ausgezeichnet. Lohausen machte sich vor zehn Jahren in Köln als Grafiker selbstständig und prägte seither mehrere Dutzend Spiele mit seinem Stil. Sein Name stand dieses Jahr das erste Mal auf der Graf Ludo-„Shortlist“.
Zur Begründung der Jury
«Es sind oft Kleinigkeiten, die hängen bleiben. Bei Spielekennern könnte es der unscheinbare 5-Mark-Schein sein: Er zeigt bei genauerem Hinsehen die Porträts der beiden Spieleautoren.
Bei „Glück auf“ gibt es zahlreiche solcher Details zu entdecken. Es ist ein Spiel, das vom Bergbau erzählt. Da tut sich unheimlich viel an ganz unterschiedlichen Orten des Spielplans und trotzdem ist es gestalterisch aus einem Guss. Selbst wenn nach und nach immer mehr Material auf dem Spieltisch liegt – das Motiv, die Hütte, lugt immer hervor. Die Orientierung geht niemals verloren. Zeitlich festgemacht ist das Spiel in den Anfängen des 20. Jahrhunderts. Das Leben der Bergleute war hart, die Arbeit dreckig. Dennis Lohausen beschönigt das nicht, gewinnt diesem Umstand dennoch eine ansprechende Ästhetik ab. Man kann es sich vorstellen, wie es gewesen sein muss.
Lohausen ist sehr präzise in der Auswahl der Details, das trifft zum Beispiel auf die Abbildung der Architektur dieser Zeit zu, auf die beleuchteten und die unbeleuchteten Szenerien in den Stollen. Oder auf den alten Lastwagen, der übers Werksgelände rumpelt, und nicht zu vergessen auf den Schriftzug „Glück auf“ in der Mitte des Covers. Perfekte Typografie für dieses Thema und für dieses Spiel.
„Glück auf“ strahlt auf den ersten, und auch auf einen späteren Blick Authentizität aus – ein verdienter Gewinner des Graf Ludo.
Bei den Kinderspielen geht die Auszeichnung an den Waliser Graham Howells für Gruselrunde zur Geisterstunde (Ravensburger). Howells ist in erster Linie Illustrator und Autor von Kinderbüchern. Er hatte 2001 das erste Mal ein Spiel für Ravensburger illustriert.
Zur Begründung der Jury
«Die Vorderseite der Spielschachtel von „Gruselrunde zur Geisterstunde“ zeigt ein Gespenst und fünf weitere, sehr unterschiedliche und – einzeln betrachtet – sehr dominante Figuren. Eine so große Personalvielfalt auf so kleinem Raum, das geht selten gut – hier schon! Das liegt nicht zuletzt an der buchstäblichen Charakter-Stärke des Illustrators Graham Howells.
Howells liebt es, magische Charaktere zu zeichnen und in Kinderbüchern oder Kinderspielen lebendig zu machen. Nach eigener Aussage liebt er alles, in dem Zauberer und Drachen vorkommen. Er kommt nämlich aus Wales. Wales hat einen Drachen auf seiner Flagge und Merlin hat – der Legende nach – gleich um die Ecke von Howells Heimatort gelebt.
Aber zurück in die Gegenwart. Howells Stil ist aktuell. So sehen kindgerechte Figuren heute aus, auch wenn diese hier Anleihen bei Ikonen der Popkultur aus dem vorigen Jahrhundert nehmen. Die Hexe, der Blutsauger, und all die anderen, sind prägnant, überzeugend gruselig, ohne Kindern echte Schauer über den Rücken laufen zu lassen.
„Gruselrunde zur Geisterstunde“ ist überdies als Gesamtwerk mit einer durchgängigen und dem Thema 100-prozentig angepassten Farbstimmung versehen. Jede Wand, sowohl innen wie außen, des dreidimensionalen Spieles ist anders gestaltet. Verspielt in der Grafik, verspielt im besten Sinn des Wortes.
Hier noch einmal in der Übersicht, welche Spiele nominiert waren:
Nominierungen „Beste Familienspielgrafik“ Graf Ludo 2014
- Fungi (Verlag: Pegasus, Grafik: Jarek Nocon, Autor: Brent Povis)
- Glück auf (Verlag: Pegasus, Grafik: Dennis Lohausen, Autoren: Michael Kiesling, Wolfgang Kramer)
- Maus und Mystik (Verlag: Heidelberger Spielverlag, Grafik: John Ariosa, Autor: Jerry Hawthorne)
Kategorie „Beste Kinderspielgrafik“ Graf Ludo 2014
- Feuerdrachen (Verlag: Haba, Grafik: Franz Vohwinkel, Autor: Carlo Emanuele Lanzavecchia)
- Gruselrunde zur Geisterstunde (Verlag: Ravensburger, Grafik: Graham Howells, Autor: Kai Haferkamp)
- Jetzt fahrn wir übern See … (Verlag: Drei Hasen in der Abendsonne, Grafik: Johann Rüttinger, Illustrator: Gianluigi Pescolderung, Autor: Alex Randolph)
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