GESCHICHTE. Während des 2. Weltkriegs verhalf das Brettspiel Monopoly britischen Kriegsgefangenen zur Flucht. Der Hersteller hatte die Spiele dafür eigens präpariert.
In einem Artikel der britischen Tageszeitung erinnern Historiker an die Rolle des Gesellschaftsspiels im 2. Weltkrieg. Im Kooperation mit der Regierung hatte der damalige Hersteller Waddington unter anderem Fluchtpläne in die Spielbretter laminiert. Die Spiele kamen als Hilfspakete in die deutschen Kriegsgefangenenlager. Damit die Gefangenen auch das passende Monopoly als Fluchthelfer erhielten, waren die Spiele durch einen geheimen Code markiert.
Spielfiguren aus Gold
Die britische Regierung hatte sich ursprünglich die Erfahrungen Waddingtons zunutze machen wollen, Seide und andere leichte Stoffe zu bedrucken. Denn Landkarten aus Papier, auf denen Fluchtwege eingezeichnet waren, hätten rascheln können und wären verräterisch gewesen. Damit Kriegsgefangenen auf der Flucht auch finanzielle Mittel zur Verfügung standen, waren Spielfiguren in bestimmten Monopoly-Schachteln teilweise aus Gold.
Neben Angehörigen stand es während des Weltkriegs auch Hilfsorganisationen zu, Pakete an Gefangene zu schicken. Damit das Rote Kreuz und andere etablierte Hilfsorganisationen nicht kompromittiert wurden, erfand das Kriegsministerium einfach eine Reihe neuer Organisationen. Ihre Anschriften gehörten oft zu Häusern, die längst bombardiert worden waren. Spiele gehörten zu fielen erlaubten Gütern einer Hilfspackung. Da sie von den deutschen Gefängniswärtern in der Regel nicht durchsucht wurden, lag die Idee nahe, darin Gegenstände zu verstecken.
Codesache
Da Kriegsgefangenenlager über das ganze Deutsche Reich verteilt waren, entwickelten die Engländer einen Code, der sicherstellen sollte, dass das Spiel mit der passenden Fluchtkarte "geliefert" wurde. „Ein Punkt nach der Station Marylebon bedeutete zum Beispiel Italien. Einer nach Mayfair stand für Norwegen, Schweden und Deutschland. Nicht präparierte Bretter wurden mit einem Punkt bei ‚Zum Patent angemeldet‘ markiert“, berichtet Debbie Hall, Mitarbeiterin der Universität Oxford, die sich intensiv mit der Geschichte der geheimen Fluchtkarten auseinandergesetzt hat.
Auch falsche Ausweise und echtes Geld – zu Bestechungszwecken – wurden mit Hilfe des Gesellschaftsspiels in Gefängnisse in deutschen Besatzungsgebieten geschmuggelt.
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