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AUSSTELLUNG. Das Deutsche Spielkartenmuseum befasst sich in seiner neuen Ausstellung mit dem stets aktuellen Thema Werbung. Gezeigt werden unterschiedlichste Formen der Werbung auf und mit Spielkarten.
Anfänge liegen im 16. Jahrhundert
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Erstes bekanntes Spielkartenwerbespiel von 1701. |
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Die Anfänge der Werbung liegen im 16. Jahrhundert. Die erste bekannte Werbung auf Spielkarten stammt aus Großbritannien. Thomas Tuttells Mathematical Cards (links) aus dem Jahr 1701 gelten als frühes Beispiel von Spielkarten als Werbemedium. Jede Karte stellt ein Messinstrument vor, welches bei Mr. Tuttell, Instrumentenmacher und Königlicher Hoflieferant, erworben werden konnte. Als solches war das Spiel ein erster illustrierter Handelskatalog, sprich informative Werbung. Dieses Spiel ist in der Ausstellung als limitierter Nachdruck im Deutschen Spielkartenmuseum in Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart zu sehen. Weitere frühe Beispiele stammen aus den USA. Sie warben z.B. für Kautabak wie Chewing tobacco von der P. Lorillard Company, um 1885.
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Wirklich schön und edel: Spielkarten von spanischer Schokoladefabrik. Bilder: Deutsches Spielkartenmuseum |
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Im vorigen Jahrhunderts kam Werbung vermehrt auf die Vorderseite der Spielkarten, zumeist für die Asse, Könige, Damen und Buben. Rechts ein Beispiel für Chips-Werbung … |
… hier ein Beispiel des Leuchtenherstellers Osram (um 1930). |
Werberückseite patentiert
Werbemittel und ihre Gestaltung erlangten auch in Europa Ende des 19. Jahrhunderts eine zunehmende Bedeutung. Bereits im Jahr 1884 sollte in Österreich z. B. die Idee zur Nutzung der Rückseiten von Spielkarten zu Werbezwecken patentiert werden. Beliebt war es auch, für Zigaretten, Schokolade oder für Kultur zu werben. Dies zeigen die Rückseiten der Kartenspiele Zuban-Cigaretten (Werbung der Königlich Bayerischen Hof-Cigarettenfabrik um 1895), der Chocolate Angelical Barcelona (um 1910) oder der Società Filarmonico Drammatica Macerata (nach 1883). Speziell Spielkarten als Werbeinstrument zu nutzen, galt um 1900 als clever und fortschrittlich.
Parallel zur wirtschaftlichen Entwicklung in den 1920er und 1930er Jahren entstehen aufwändig gestaltete Werbespielkarten mit grafisch schlüssiger Reklame wie z.B das Demag-Spiel (1925), das Peters Union Reifen - Spiel (1928) oder das Osram Werbespiel (1930).
Verknüpfung von Spiel und Information
Die Werbung auf den Spielkarten-Vorderseiten befindet sich meistens auf den Freiflächen der Asse. Außerdem kann der König, die Dame oder der Bube ein Produkt präsentieren und somit bewerben. Die Werbebotschaft kann mit Fotos, Zeichnungen, Werbeplakaten, Buchcovers etc. gestaltet sein. Besonders die karikaturhafte Verfremdung sorgt für Aufmerksamkeit und Spaß und regt zum Lachen und Schmunzeln an.
Eine eigene Kategorie bildet die künstlerisch freie Gestaltung von Werbespielkarten. Spielkarten sind heute dank hoher Druckauflagen mit Hilfe neuer drucktechnischer Verfahren preisgünstige Werbeträger. Ihrem hohen Verbreitungsgrad verdanken sie auch ihre Beliebtheit als Werbemedium. Spielkarten gehören seit Jahrhunderten zur Unterhaltung und verknüpfen als Werbeträger somit Spielen mit Information.
Die Ausstellung ist vorläufig bis Ende des Jahres zu sehen.
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