TODESFALL. Er war das "el" im Firmennamen. Zusammen mit Harold "Matt" Matson hatte er den weltgrößten Spielwarenkonzern gegründet. Elliot Handler starb vor kurzem im Alter von 95. Lesen Sie, wie beeindruckend er die Spielwarenwelt beeinflusste.
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Barbie, die berühmteste Puppe der Welt, war eine Erfindung von Handlers Ehefrau Ruth. Ihr Freund Ken wurde nach Handlers Sohn Kenneth benannt, der 1994 einem Gehirntumor erlag.
Bilder: Mattel |
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| Die Hot Wheels waren eine der wichtigsten Erfindungen Elliot Handlers. Ein weltumspannender Verkaufserfolg – hier eine Werbung aus Japan. | |
Elliot Handler starb nach Angaben des US-Spielzeugkonzerns an Herzversagen. Mattel widmete ihm folgenden Nachruf:
"Mit großer Betroffenheit haben wir vom Tod Elliot Handlers, dem Gründer von Mattel und Vater einiger der weltweit beliebtesten Spielzeuge, erfahren. Er inspirierte und erfreute nicht nur die Mattel-Mitarbeiter, sondern auch Generationen von Kindern in der ganzen Welt. Die 30.000 Mitarbeiter von Mattel sind stolz, sein Vermächtnis und seine Liebe zum Spiel für die kommenden Generationen fortsetzen zu dürfen. Wir möchten seiner Familie unser tief empfundenes Beileid ausdrücken."
Gemeinsam mit seiner Frau Ruth Handler verwandelte Elliot das, was als Heimarbeit begann, in das weltweit größte Spielzeugunternehmen mit einem reichhaltigen Portfolio an beliebten Marken, die von Generationen von Kindern in der ganzen Welt geliebt werden. Dazu gehören Hot Wheels, Barbie, Fisher-Price und American Girl.
Gemeinsam mit Harold „Matt“ Matson, dessen Name mit dem Elliots zu „Mattel“ verschmolzen wurde, gründeten die Handlers 1945 Mattel Creations. Ursprünglich ein kleines, in der Garage der Handlers in einer Vorstadt von Los Angeles, Kalifornien, angesiedeltes Unternehmen, startete die Firma mit einer aus drei Teilen bestehenden Geschäftseinrichtung, die sie auf Raten von Sears gekauft hatte.
Die ersten an diesem Standort hergestellten Mattel-Produkte waren Bilderrahmen, aber Elliot entwickelte bald ein Nebengeschäft mit Puppenhausmöbeln, die aus Abfällen der Bilderrahmen gefertigt wurden.
Elliots Talent als Produktentwickler wurde durch Ruths Marketingwissen ergänzt, so dass die Firma bereits im allerersten Jahr einen Gewinn erwirtschaftete. Die Uke-A-Doodle, eine Ukulele in Kindergröße, war das erste einer Reihe von Musikspielzeugen, das Mattel zu seinem ersten „Massen“-Geschäft verhalf. Nach der Einführung der Uke-A-Doodle im Jahr 1947 verkaufte Matson seinen Firmenanteil.
Ermutigt durch ihren Erfolg verlegte der Sohn der Handlers den Schwerpunkt der Unternehmenstätigkeit auf Spielzeuge. Der Uke-A-Doodle folgte ein beliebter Jack-in-the-Box und im Jahr 1955 wurde das Unternehmen mit 500.000 $ bewertet und befand sich geradewegs auf seinem Weg zur umsatzstärksten Spielzeugmarke der Welt.
Im Jahr 1955 startete der „Mickey Mouse Club“, eine neue, von der Walt Disney Company produzierte Fernsehserie. Disney und ABC Television fragten an, ob Mattel sich vorstellen könnte, ein 15-minütiges Segment der Show zu sponsern. Der Pferdefuß hierbei war die damit verbundene Verpflichtung für Mattel, das Sponsoring für das Programm für eine komplette 52-wöchige Saison zu übernehmen, was Mattel 500.000 $, nahezu seinen gesamten Nettowert, kosten würde.
Die Kampagne wurde ein beispielloser Erfolg und Mattel revolutionierte augenblicklich die Spielzeugbranche, indem es einen saisonal auf das Weihnachtsgeschäft fokussierten Familienbetrieb in ein Großunternehmen verwandelte, das über das gesamte Jahr beeindruckende Umsätze erwirtschaftete. In der Tat stiegen die Jahresumsätze in nur drei Jahren von 5 Millionen $ auf 14 Millionen $.
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Elliot Handler 1916-2011 |
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Fernsehwerbung zu betreiben war eine der beiden Schlüsselentscheidungen, die die Handlers in den 50er Jahren fällten und Mattel von einem profitablen Geschäftsbetrieb zu einem Industrieführer machten. Der zweite Schlüsselfaktor war die Erfindung und Vermarktung einer dreidimensionalen Puppe, mit der kleine Mädchen ihre Träume von Großwerden ausleben konnten. Bereits bei ihrer Einführung im Jahr 1959 sofort eine Sensation, hat sich Barbie seitdem zu einer Multimilliarden-Dollar-Marke entwickelt.
Ende der 60er Jahre suchte Mattel dringend nach einem Spielzeug, das die Fantasie von Jungen gleichermaßen beflügeln würde, wie Barbie es bei Mädchen tat. Elliot hatte eine Idee für Miniatur-Spritzgussautos, die sowohl Geschwindigkeit, Kraft und Leistung als auch coole Fahrzeugdesigns in sich vereinigten. Die 1968 eingeführten Hot Wheels zeichneten sich durch individuelles Design und unglaubliche Lackierungen aus und wurden ebenfalls eine Nummer 1 unter den Spielzeugmarken.
Die Handlers, die auch als die „Genies der Spielzeugindustrie“ bezeichnet wurden, waren bekannt für die Erfindung einiger der weltweit bekanntesten Spielzeugmarken. Im Jahr 1973 wurde Elliot zum Vorstandsvorsitzenden von Mattel ernannt, eine Position, die er sich bis 1975 mit Ruth teilte. In diesem Jahr zogen sich die Handlers nach über 30 Jahren, in denen sie geholfen hatten, Mattel von einem Laden für Puppenhausmöbel zu einem führenden Hersteller zu entwickeln, aus dem Geschäft zurück. Im Jahr 1989 wurden Elliot und Ruth als die ersten lebenden Zugänge in die Hall of Fame der Spielzeugindustrie aufgenommen.
Die Mitarbeiter brachten den Handlers großen Respekt entgegen, auch aufgrund ihrer Aufmerksamkeit und ihrer Fähigkeit, jedem Mitarbeiter das Gefühl zu geben, dass sein oder ihr Beitrag zum Unternehmen wertvoll sei. So bestanden die Handlers zu einer Zeit, in der eine solche Zwanglosigkeit unüblich war, darauf, dass alle ihrer Mitarbeiter sie beim Vornamen nannten.
Elliot wuchs als zweiter von vier Brüdern in Denver, Colorado auf und lernte Ruth Mosko 1932 bei einer Wohltätigkeits-Tanzveranstaltung kennen. Fünf Jahre später heirateten die beiden und zogen nach Los Angeles, wo Ruth eine Stelle als Stenographin bei den Paramount Studios fand und Elliot in Teilzeit bei einer Firma für Beleuchtungstechnik arbeitete, während er nebenher die Kunsthochschule besuchte.
Elliot hinterlässt eine Tochter, Barbara Segal. Sein Sohn Kenneth, nach dem die Ken-Puppe benannt wurde, starb 1994 an einem Gehirntumor. Seine Frau Ruth starb 2002 im Alter von 85 Jahren."




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