SPIEL DES JAHRES. Neben dem Spiel des Jahres und dem Kinderspiel des Jahres vergibt die Jury "Spiel des Jahres" ab 2011 einen dritten Hauptpreis. Die Spielwiese entlockte Jury-Sprecher Bernhard Löhlein Näheres.
In Diskussion stand eine Ausweitung der Auszeichnungen mit dem Label der Jury Spiel des Jahres schon länger. Der Beschluss einen dritten Hauptpreis einzuführen, kam im Februar dann doch überraschend und gleichzeitig mit einer Neustrukturierung der Vereinsspitze.
Die Spielwiese hat Bernhard Löhlein, Sprecher der Jury Spiel des Jahres, zur neuen Spieleauszeichnung gefragt.
Der Jury-Sprecher im Spielwiese-Interview
Die Spielwiese: Warum ein dritter Hauptpreis?
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Jury-Sprecher Bernhard Löhlein Bild: Jury Spiel des Jahres |
Bernhard Löhlein: Bernhard Löhlein: Die Entscheidung ist nicht vom Himmel gefallen. Wir haben sehr lange und sehr intensiv – mindestens seit acht Jahren, würde ich sagen – diskutiert, ob ein dritter Preis nötig ist. Denn wir haben beobachtet, wie erfolgreich unser roter Pöppel (Spiel des Jahres, Anm.) ist. Über die Jahrzehnte hinweg gesehen, hat dieser Preis die Menschen zum Spielen gebracht. Wir haben aber auch gemerkt, dass mit dem Spiel des Jahres die einen oder anderen überfordert waren. Andere wiederum haben gesagt: Das ist mir zu einfach. Diese Schere ging bei den Verbrauchern immer weiter auseinander. Deshalb haben wir uns entschieden, dass der rote Preis nach wie vor ein Preis ist, der viele ansprechen soll. Dazu soll jetzt ein dritter Preis für jene eingeführt werden, die eine größere Herausforderung suchen. Er soll aber auch eine Auszeichnung für die Autoren und Spieleredaktionen sein.
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Die Jury hat bereits in der Vergangenheit neben dem Hauptpreis Spiel des Jahres immer wieder Sonderpreise vergeben. So entwickelte sich aus dem "Sonderpreis Kinderspiel" ab 2001 das Kinderspiel des Jahres. In die Nähe des neuen dritten Hauptpreises kamen allerdings folgende Sonderpreise: 2010: Sonderpreis Spiel des Jahres plusDie Tore der Welt von Michael Rieneck und Stefan Stadler bei Kosmos 2009 Sonderpreis Neue Spielwelten Space Alert von Vlaada Chvatil bei Heidelberger 2008 Sonderpreis Komplexes Spiel Agricola von Uwe Rosenberg bei Lookout Games 2006 Sonderpreis Komplexes Spiel Caylus von William Attia bei Ystari 2006 Sonderpreis Fantastisches Spiel Schatten über Camelot von Serge Laget und Bruno Cathala bei Days of Wonder 2001 Sonderpreis Literatur im Spiel Der Herr der Ringe von Reiner Knizia bei Kosmos 2001 Sonderpreis Geschichte im Spiel Troia von Thomas Fackler bei Zeitstein Spiele |
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Der neue dritte Hauptpreis wird also irgendwo zwischen den Siedlern von Catan und komplexen 18xx-Eisenbahnspielen stehen? Wo zieht die Jury die Grenze?
Das muss man jedes Jahr aufs Neue vom Jahrgang abhängig machen. Man könnte ins Blaue hinein eine Grenze ziehen, aber das muss man wirklich auf sich zukommen lassen. Es wird auf jeden Fall kein Freak-Spiel sein. Viele Leute, die ein Spiel des Jahres kaufen, wären durchaus in der Lage, ein Spielen zu spielen, das den dritten Preis erhält. Aber viele wollen das gar nicht.
Gibt es weiterhin Sonderpreise, und wäre der aktuelle Sonderpreis "Spiel des Jahres plus" für Die Tore der Welt 2011 der "neue" dritte Hauptpreis gewesen?
Die Vermutung liegt nahe, weil wir erst einmal schauen wollten, wie das ankommt. Ob es weiterhin Sonderpreise gibt, halten wir uns völlig offen. Das liegt schon im Wort Sonderpreis drin.
Wie wird das Kind heißen?
Wir wissen, wie es heißen wird. Der Name steht fest, den haben wir beschlossen, aber noch nicht bekannt gegeben. Wir wollten zuerst einmal die Einführung des dritten Hauptpreises kommunizieren, damit man sich mit der Tatsache an sich auseinandersetzt. Zwei Dinge des Namens sind wichtig: er wird klar umschreiben, wofür er steht, und er wird den roten Preis nicht herabstufen.
Grün, gelb, gold – welche Farbe wird der Pöppel haben? Ich nehme an, das steht fest, wird aber ebenfalls noch nicht verraten.
Lasst euch überraschen!
Für das Spiel des Jahres und das Kinderspiel des Jahres gibt es eigene Jurys, wird es für den dritten Hauptpreis ebenfalls eine eigene Jury geben?
Nein, die Jury, die für den roten Preis abstimmt, wird auch für den dritten Preis abstimmen.
Ich zitiere aus der Jury-Pressemitteilung: "Der Verein reagiert damit auf Veränderungen am Brettspielmarkt. Angebot und Nachfrage sind im Bereich der regelintensiveren Spiele in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Die Kritiker möchten Originalität und Innovation honorieren und Autoren und Verlagen einen Anreiz bieten, um weiterhin kreativ in diesem Segment tätig zu sein." Sieht die Jury denn dieses Engagement bei den Verlagen schwinden?
Sehr viele Verlage schielen nicht zu unrecht auf den roten Preis. Dadurch sollen aber nicht Autoren von anspruchsvolleren Spielen vernachlässigt werden, oder Redaktionen, in denen solche Spiele oft über zwei, drei Jahre weiterentwickelt werden. Auch deshalb gab es Sonderpreise. Ansonsten standen solche Spiele bisher nur auf unserer Empfehlungsliste.
Das Gespräch führte Arno Miller
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2010: Sonderpreis Spiel des
2009 Sonderpreis Neue Spielwelten Space Alert von Vlaada Chvatil bei Heidelberger
2008 Sonderpreis Komplexes Spiel Agricola von
2006 Sonderpreis Komplexes Spiel Caylus von William Attia bei Ystari
2006 Sonderpreis Fantastisches Spiel Schatten über Camelot von Serge Laget und
2001 Sonderpreis Literatur
2001 Sonderpreis Geschichte 
