Ausgerechnet zum Auftakt der Spielwarenmesse in Nürnberg platzte am Mittwoch die Bombe: Der Modelleisenbahnbauer Märklin als eine der renommiertesten Unternehmen der gesamten heimischen Spielwarenbranche ist pleite und musste Insolvenz anmelden.
50-Millionen-Kredit nicht mehr verlängert
Fakt ist, dass Märklin beim zuständigen Amtsgericht am Mittwoch die Insolvenz angemeldet hat. Gespräche mit den Banken über eine Verlängerung eines Kredites in Höhe von 50 Millionen Euro sind ergebnislos verlaufen. Märklin im Januar keine Löhne an die rund 650 Mitarbeiter auszahlen. Geschäftsführer Dietmar Mundil sagte: "Wir sind fest gewillt, in Abstimmung mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter unser Traditionsunternehmen mit Kultstatus mit den Instrumenten des deutschen Insolvenzrechts zu sanieren und dauerhaft im Markt zu etablieren."Der Geschäftsbetrieb soll vorläufig ohne Einschränkungen weiterlaufen. Die Ordertätigkeit auf der ab morgen Donnerstag für die Fachhändler geöffnete Spielwarenmesse wird mit entscheidend sein, ob und welche Zukunft das 150-jährige Unternehmen hat.
Seit 2006 ist das einstige Familienunternehmen im Besitz der Beteiligungsgesellschaft Kingsbridge Capital und Goldman Sachs. Gekriselt hatte es schon länger: In den vergangenen Jahren wurde versucht, das Unternehmen zu sanieren.
Unterstützung aus dem Handel
Der Bundesverand des deutschen Spielwareneinzelhandels hat noch am Mittwoch seine Schützenhilfe erklärt. Sein Geschäftsführer Willy Fischel: "Die Märklin-Insolvenz ist ein schwerer Schlag für Handel und Endverbraucher. Einige Händler rechnen mit Hamsterkäufen von so genannten Sammlern und Spielbahnern. Der Spielwaren-Einzelhandel hofft, dass der lang vorbereitete Messeauftritt von Märklin auf der Spielwarenmesse Nürnberg wie geplant weitergeht. Ebenso setzt der Handel darauf, dass der Insolvenzverwalter den Handelsgruppen möglichst schnell neue Verträge anbietet, damit das Unternehmen fortgeführt werden kann und die Marke Märklin Kunden und Handel erhalten bleibt." Eine mehrmonatige Unterbrechung des Geschäftsbetriebes würde der Marke jedenfalls sonst erheblichen Schaden zufügen.
60 Prozent Marktanteil
Marktforscher schätzen den deutschen Inlandsmarkt zu Endverbraucherpreisen auf 250 Millionen Euro. Davon entfallen ca. 70 auf Zubehör und 180 Milli auf "rollendes Material", sprich Züge und Waggons. Allein am "rollenden Material" hält Märklin als Marktführer ca. 60 Prozent.

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