Ravensburger wandelt immer tiefer in den Spuren von Kosmos. Nachdem die Schwaben nach dem Vorbild der anderen Schwaben aus Stuttgart mit Der Name der Rose sich erstmals auf das Gebiet der Literaturverspielung einließen, folgt in diesem Herbst die nächste. Die Ravensburger bleiben dabei thematisch in Italien und nehmen sich einer Bestseller-Serie an.
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| Schon die Schachtelgestaltung lehnt sich eng an die Bücher aus dem Diogenes-Verlag an.
Bilder: Spielwiese |
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| Am Spielbrett wird von Ravensburger noch gefeilt, aber ganz klar: Damit werden einmal mehr die Kanäle und Gassen von Venedig zum zentralen Spielort. |
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Donna Leon, obwohl Amerikanerin, schreibt die derzeit erfolgreichste "italienische" Krimiserie. Im Mittelpunkt steht ihr venezianischer Commissario Brunetti. Gefährliches Spiel heißt der Fall, den die Spieler in der Ravensburger-Adaption mit Brunetti zu lösen haben. Ravensburger arbeitet dabei eng mit dem Buchverlag Diogenes zusammen, wie schon die Schachtelgestaltung bekundet.
Kein Deduktionsspiel
Da schon Donna Leons Bücher mehr vom Flair Venedigs und den Charakteren von Brunetti und den übrigen wiederkehrenden Protagonsten leben als von stringenten Indizienketten, hat sich Ravensburger bewusst gegen ein klassisches Deduktionsspiel entschieden. Vielmehr sind Memoeffekte ausschlaggebend. Nach und nach werden auf einem Stadtplan von Venedig Plättchen von mehr oder weniger verdächtigen Personen aufgedeckt, die in Einklang mit den vier Spielfiguren gebracht werden sollten. Die Spielfiguren gehören übrigens niemandem, sondern werden pro Zug immer gesamthaft bewegt, wofür vier Würfel zuständig sind. In der Folge werden Personenkarten auf zwei mögliche Strängen immer weiter durchs Kommissariat Richtung Endstation, einer Zelle, verschoben. Welche Person dort als Erste ankommt und als Täter benannt wird, ergibt sich nicht aus einer logischen kriminalistischen Ermittlung heraus.
Venice-Connection
Und die Ravensburger haben sich gedacht: Wenn schon Venedig und Commissario Brunetti, dann soll auch der Autor von dort kommen. Es ist Leo Colovinii.
Dessen erstes Spiel hatte übrigens den selben Handlungsort, und auch damals ging es um Verbrecherjagd in der Lagunenstadt: 1988 hatte ihn dazu der Wahl-Venezianer Alex Randolph zur Zusammenarbeit an Inkognito eingeladen.



… mit gutem Gefühl am Leben teilhaben können.