In Leipzig sind auf der Messe "modell - hobby - spiel" vor wenigen Minuten das schönste Kinderspiel und das schönste Familienspiel mit "Graf Ludo 2009" ausgezeichnet worden.
Die Auszeichnung geht an die Grafiker des jeweiligen Spiels und würdigt deren gestalterisch-künstlerische Leistung. In der Kategorie Familienspiele geht der Preis nach einem mehrstufigen Auswahlverfahren Bonnie and Clyde (Abacus) an Claus Stephan, Martin Hoffmann und Mirko Suzuki. In der Kategorie Kinderspiele an Gabriela Silveira für Nicht zu fassen (Zoch).
Jury-Begründung Nicht zu fassen:
"Die Gestaltung des Spiels überzeugt durch ihre Detailverliebtheit. So zeigen die dreidimensionalen Pappmöbel Objekte von allen Seiten. Ein Geißlein unter dem Bett blickt den Betrachter mal direkt, mal nur von der Seite an. Gleiches gilt für die Spielfiguren, die zwar alle die gleiche Form, aber ein individuelles Aussehen haben. Hervorzuheben ist die robuste Verarbeitung der Möbel, die auch kleinsten Kinderhänden Stand hält. Als besondere Dreingabe gefällt der Wolf in Form einer Fingerpuppe. Hier findet sich die liebevolle Umsetzung nach Vorgabe der Grafikerin wieder. Und selbst an das Innere der Schachtel wurde gedacht.
Jury-Begründung Bonnie and Clyde:
"Ausschlaggebend für den Sieg war die Gestaltung der Spielkarten. Aneinandergelegt erzählen sie die Geschichte des bekannten Gangsterpärchens. Die gesamte Bildsprache orientiert sich an der filmischen Umsetzung des Themas und nimmt den Betrachter mit auf eine Reise in das Amerika der 1930er-Jahre. Besonders hervorzuheben ist, dass nahezu alle Karten als Unikat gestaltet wurden. Dies unterstreicht die aufwändige Arbeit. Ungewöhnlich, aber passend sind zudem die Tatortfelder auf dem Spielplan in Form von Zeitungsausschnitten."
Während Preisträgerin Gabriela Silveira bei der Verleihung auf der Leipziger Messe auf die "Oscar-verdächtigen" Dankesworte verzichtete und um Nachsicht bat – "Ich kann nicht reden, ich kann zeichnen" – betonte Martin Hoffmann, einer der drei Grafiker von Bonnie and Clyde, dass dieser bisher einzigartige Spielepreis endlich die Arbeit seiner Berufsgruppe würdige und ein überfälliges Zeichen der Anerkennung setze.
Verliehen wird der "Graf Ludo" von der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie (dem "Dach" von FamilyGames) und der Messe "modell – hobby - spiel" in Leipzig. Mit dem Preis prämieren und würdigen die Partner die künstlerische Arbeit der Spielgrafiker. Der "Graf Ludo" ist mit jeweils 1000 Euro dotiert.
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