Zu einer feierlichen Preisverleihung gehört auch die entsprechende Würdigung der Sieger. Die Leistung Grafiker und Illustratoren der zwei Siegertitel des "Graf Ludo 2009" Bonnie and Clyde und Nicht zu fassen – Claus Stephan, Martin Hoffmann und Mirko Suzuki einerseits, Gabriela Silveira andererseits – wurden in zwei Laudationes in Leipzig in den Mittelpunkt gestellt. spielwiese.at bringt sie im Original.
Laudatio auf Nicht zu fassen
Bei der Preisverleihung in Leipzig hielt Frank Gärtner namens der Jury folgende Laudatio auf den Siegertitel Nicht zu fassen in der Kategorie Kinderspielgrafik:
"Fast jeder wird sie kennen, die Situation: Kinder - auch noch so kleine – werden älter und verlangen irgendwann nach der ultimativen Geburtstagsparty. Ganz am Anfang kann man sie noch mit Topfschlagen ruhigstellen, doch diese Zeiten gehen vorbei, schneller als uns vielleicht lieb ist. Und seien wir doch mal ehrlich, wieviel würden wir geben, für eine gute Idee.
Nicht nur weil das Spiel Nicht zu fassen die Sorgen von Geburtstags-phobischen Eltern der Vergangenheit angehören lässt, hat sich die Jury für dieses Spiel entschieden, sondem weil es darüber dabei auch noch durch überaus liebevoIle, originelle Gestaltung auffällt, mit viel Herz fürs Detail.
Hier passt einfach alles zusammen, der eher grobschlächtige Wolf, der sich als Fingerpuppe bei Kindern aus dem Jury-Umfeld als absoluter Renner erwies – im Kontrast zu den Geißlein, mit denen der Spieler fast mitfiebert, der Wolf dürfe sie nicht finden, wenn sie sich furchtsam in robusten Möbeln verstecken.
In Möbeln, bei denen sich der Blick von allen Seiten lohnt, die Freude der Künstlerin Gabriela Silveira, nicht nur die Perspektiven einzuarbeiten, sondem diese auch noch mit wunderhübschen Gimmicks zu versehen, ist förmlich zu spüren. Eine Freude zum Detail, die sich bis zur Innengestaltung der Schachtel durchzieht.
Mit Nicht zu fassen gewinnt ein Spiel, das die Fantasie von Fünfjährigen anregt und auch Kinder im fortgeschritteneren Alter begeistern kann."
Laudatio auf Bonnie and Clyde
Arno Miller würdigte namens der Jury den Siegertitel in der Kategorie Familienspielgrafik:
"Möglicherweise haben wir ihn alle noch in unserer Erinnerung: den Film "Bonnie und Clyde". Als er in die Kinos kam, ratterte noch der Projektor und das Ende jeder Filmrolle kündigte dieser weiBe Blitz rechts oben im Bild an. Damals war auch das Rauchen im Kino noch erlaubt, und wir sehen sie vielleicht noch vor uns, diese kontrastreichen, grobkörnigen Bilder, die Faye Dunaway auf die Leinwand zauberten.
Mit Faye Dunaway kann die Spielfassung Bonnie and Clyde nicht dienen – das ist aber auch das Einzige, das fehlt. Das Produkt entftührt seine Spieler mit seinem Gesamtkonzept in genau diese Zeit, mitten hinein in die Geschichte, mitten hinein, ins Kino.
Das Spielbrett mit seinen Zeitungsausschnitten sorgt dabei ftir den Rahmen, den die Spieler mittels der Karten nach und nach mit Leben ftillen. Dieses erscheint umso realistischer, weil die Karten nur identisch scheinen. Der Spieler, der die Grafik schätzt und hinsieht, wird mit Details belohnt, die die Figuren auf den Karten zum Leben erwecken und in Filmsequenzen einbauen Fast jede Karte ein Einzelstück, auch das führte zur wirklich ausgesprochen knappen Entscheidung der Jury."
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