In Berlin sperrt Ende dieser Woche eine Institution: Die Karl-Marx-Buchhandlung. Im Spiel lebt dieser geschichtsträchtige Ort jedoch weiter. Erich Kundel, Mieter der Buchhandlung und vor allem Historiker, hatte 1999 das Brettspiel Stalinallee – Ein Spiel auf Ehre und Gewissen (Bild) entwickelt. Stalinallee war zu DDR-Zeiten der Name der heutigen Karl-Marx-Allee in Ostberlin, wo in Haus 78 die Buchhandlung untergebracht ist.
"Bundesrepublikaner und West-Berliner erinnern sich an die „Devisenabwurfstelle“, in der der Besucher in Ost-Berlin seine 25 DDR-Mark Zwangsumtausch für gute Literatur loswerden konnte", schreibt die Berliner Tageszeitung "Tagesspiegel" in ihrer Samstagausgabe über das Ende der Buchhandlung.
Jetzt werde auch dieses Geschäft das "Opfer einer nicht mehr zeitgemäßen Großzügigkeit der Geschäftsräume und der mangelnden Attraktivität der Karl- Marx-Allee". Es gibt keinen Grund, die Straße abzulaufen, wird Erich Kundel zitiert, der die mehr als 4000 Euro Monatsmiete nicht mehr aufbringen könne.
Überleben wird neben dem Spiel auch der Neon-Schriftzug über dem Geschäft, denn er steht unter Denkmalschut. Das Brettspiel ist übers Internet um rund 10 Euro zu haben und setzt sich mit der Geschichte der DDR auseinander.
Karl-Marx-Buchhandlung |

