Die Internationale Spielwarenmesse in Nürnberg hat am Mittwoch mit der "Neuheitenschau" für die Medien bereits inoffiziell begonnen. Offiziell eröffnet wird sie am Abend, für die Fachbesucher sind die Hallen dann ab Donnerstag Früh bis 6. Februar geöffnet. Was am Mittwoch den Medien vorgestellt wurde, war wenig überraschend: Auch 2007 könnte wie schon 2006 ein Jahr ohne Hype werden.
Dass 2006 der wirkliche "Überflieger" in der gesamten Spielwarenbranche fehlte, machte sich unter anderem auch im Umsatzrückgang des Spielwarenhandels von 1,8 Prozent bemerkbar. Nichts desto Trotz gab es aber auch einige Gewinner, gerade im Spielebereich. Kosmos berichtete vom besten Geschäftsjahr aller Zeiten, Schmidt Spiele konnte den Umsatz um zehn Prozent steigern (natürlich auch durch den Vertrieb von Nacht der Magier, Gewinner des Deutschen Kinderspielepreises 2006, und des Spiel des Jahres Thurn und Taxis. Das eine verkaufte sich bereits 45.000 Mal, das andere 390.000 Mal.
Von Wachstum - sechs Prozent - berichteten auch Ravensburger und Lego - sieben Prozent - am Rande der Neuheitenschau. Wobei Lego-Boss Dirk Engehausen nicht um den heißen Brei sprach und für den gesamten Spielwarenhandel auch für 2007 einen Umsatzrückgang im deutschsprachigen Raum von 1,5 bis 2,5 Prozent prognostizierte. Seine Indidzienkette klang schlüssig: Etwa, dass sich der Trend 2006 fortsetzte, dass das Weihnachtsgeschäft im Spielwarenhandel noch später als sonst gemacht wurde. 34 Prozent des Jahresumsatzes mit Lego - klare Nummer 1 am Markt - fielen für den Handel in den Monat Dezember, acht Prozent des Jahresumsatzes sogar auf eine Woche, nämlich die vor Weihnachten.
Außerhalb der Weihnachtszeit spielt sich nichts ab
Engehausen folgerte deshalb daraus, dass Spielzeughersteller und -händler ein "ernsthaftes Problem" haben, wenn Spielwaren außerhalb der Weihnachtszeit praktisch nicht nachgefragt werden: Irgendwann gebe es dann gar kein Interesse mehr daran. Es brauche Produkte, die das ganze Jahr auch tatsächlich nachgefragt würden.
Verlage blieben Überraschungen schuldig
Zu den Spielen: Wie schon in der Vorberichterstattung gemeldet, bestimmen zahlreiche Lizenzen das Programm 2007 vieler Verlage. Daneben boomen die Ableger bereits vorhandener Spiele: Die Kartenspielversion davon, die Erweiterung davon usw. Oder bekannte Titel werden in neue Serien verpackt. Wirkliche Überraschungen blieben die an der Neuheitenschau teilnehmenden Verlage schuldig. Die Spielwiese wird im Detail noch berichten.
Anders gespielt: Elektronik überall
Im Spielzeugbereich dominiert noch stärker als in den Vorjahren die Elektronik. Nur zwei von vielen Beispielen: Der Plüschhersteller Sigikid bringt die Kuschelfigur "iBeedoo" heraus, die die gute alte Spieluhr ersetzen soll. Über den iPod oder jeden anderen MP3-Player wird die Figur mit Einschlafliedern geladen. Aufsehen erregte Silverlit mit einem ferngesteuerten, nur handtellergroßen Hubschrauber, den man den anderen Messebesuchern um die Ohren fliegen lassen konnte.
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Internationale Spielwarenmesse |

… miteinander rechnen, Gegensätze nach vereinbarten Regeln austragen, dem Chaos Einhalt gebieten, das gemeinsame Leben in zwanglose Formen bringen.