Spielen wir in naher Zukunft soo? Am Fraunhofer Institut in Darmstadt werden "hybrid games" genannte Spiele erprobt, berichtet ausführlich die Deutsche Welle.
Hybride Spiele" - so heißen die Spiele der Zukunft. Die reale Umgebung verschmilzt mit virtuellen Elementen. "Hybride Spiele" sollen spannender als Brettspiele sein und kommunikativer als Computerspiele.
Projekt Zukunft hat erfindungsreiche Wissenschaftler an zwei Fraunhofer-Instituten besucht, die sich dem Spielen verschrieben haben. In Darmstadt zum Beispiel sitzt ein Computer mit am Brett. Er lässt es blitzen und donnern im virtuellen Verlies eines Computerspiels, wenn ein Spieler über dem realen Spielbrett einen Zauberstab schwingt. Und eine Spielkarte im Wohnzimmer wird in der Gruft zur tödlichen Axt.
"Beim hydriden Spiel sitzen die Spieler wie beim traditionellen Brettspiel um einen Tisch herum, unterhalten sich, streiten, lachen, interagieren mit anfassbaren Spielmaterialien. Und auf der anderen Seite haben sie aber die Unterstützung des Computers im Hintergrund", sagt einer der Entwickler. Auf dem Spielbrett und - dank Funkerkennungs-Chips in den Figuren - auch in der virtuellen Gruft eines Computerspiels.
Die Frage sei: "Versteht jeder Spieler zu jedem Zeitpunkt, was er machen soll und wie er mit dem Spiel interagieren soll. Und die andere große Frage ist natürlich: Macht das Spiel Spaß? Und um das herauszufinden, muss man die Spieler einfach spielen lassen." Die Testspieler gaben sich in dem TV-Bericht begeistert: "Besonders gefällt mir, dass man den Kampf, den man sich normal eigentlich beim Rollenspiel vorstellen muss, richtig auf dem Brett dargestellt sieht, oder auf der virtuellen Seite dargestellt sieht, auf der anderen Seite aber immer noch das Brett vor Augen hat und die Menschen, die damit spielen."
Entwickler: Carsten Magerkurth: "Bei diesen High-Tech-Brettspielen reichert man das physikalische Spielbrett mit virtueller Information an, das heißt um das Spielbrett wird ein virtueller Informationsraum aufgespannt. Und der nächste Schritt ist dann, dass man ganze Häuser oder ganze Städte mit Informationstechnologie erfassbar macht, das heißt, dass die Spieler in ihrer Position in der realen Welt, Spielfiguren in einem noch größeren virtuellen Spiel werden."
Und weiter: "Wenn man diesen Gedanken jetzt weiterfasst, dass also Spielwelt und reale Welt sich immer mehr miteinander vermischen, ist natürlich das Endziel, dass quasi die ganze Welt eine große Spielapplikation wird, dass man also unabhängig von dem Ort, der Zeit, von Kulturen über die ganze Welt verteilt ein großes Spiel spielen kann." Ein Spiel, bei dem die Grenzen zum wirklichen Leben verschwimmen. Und die Spiele der Zukunft werden die Menschen zu dem machen, was heute nur wenige sind: Zu Global Playern.
Zukunftsmusik: Nein, die Entwicklung dorthin geht zügig voran. Viele Komponenten in dem Bericht der Deutschen Welle kommen uns schon sehr bekannt vor. Die Mischung ist sehenwert.

