Drohungen, Druck, persönliche Anerkennungen wie persönliche Anfeindungen - im Hintergrund flogen die Fetzen. Dann wurde der Druck zu groß: Ravensburger wird nun doch auch beim traditionellen Österreichischen Spielefest vertreten sein. Das hat die Konzernmutter in Deutschland "angeordnet".
Für Mag. Wolfgang Leister, Gechäftsführer von Ravensburger Österreich, hat die Entwicklung der vergangenen Tage den Charakter eines Live-Rollenspiels: "Ferdinand de Cassan (Organisator des Österreichischen Spielefests, Anm.) hat über seine deutschen Freunde klassisches Lobbying betrieben." Schließlich wurde ihm eindeutig von Ravensburg mitgeteilt, "wir sollen bei beiden Veranstaltungen dabei sein".
Die exklusive Meldung der Spielwiese vom vergangenen Dienstag, Ravensburger vollziehe den Exodus, hat die Spielebranche in Aufruhr versetzt. Die Fachgruppe Spiel rief sogar zum Boykott der neuen Veranstaltung auf, um das traditionelle Spielefest nicht zu gefährden (siehe Meldung). Auf die Gefahr, dass am Ende das Österreichische Spielefest "tot" sein könnte, hat auch Spielwiese-Chefredakteur Arno Miller in einem Kommentar hingewiesen.
Leister sieht es mit einem weinenden und lachenden Auge: "Abgesehen von den zusätzlichen Kosten, sind wir in den glücklichen Situation, dass wir uns klonen können." Auf der einen Seite werde man wie gewohnt bei den eingefleischten Spielern vertreten sein, aur der anderen mit SuperRTL neue Zielgruppen erschleßen.
"Aufgrund des uns vorliegenden Konzeptes haben wir befunden, dass wir uns dort sehr gut präsentieren können, denn so wie das SuperRTL-Spielefest ausgelegt ist, richtet es sich an einen wesentlich größeren Kreis als das Österreichische Spielefest. Ferdinand de Cassan hat ich immer bemüht, nur die reine Lehre des Spielens zu vertreten. Dadurch ist es für eine Reihe von Ausstellern nicht interessant gewesen."
Das SuperRTL-Spielefest soll dem entsprechend mehr dem Markt entsprechen, betont dessen offizieller Veranstalter, der sich über die Entwicklung der vergangenen Tagenbefremdet zeigte. Siehe eigene Meldung.
Siehe auch Kommentar zu der Neuentwicklung.

