Wie erst jetzt bekannt wurde, starb bereits vergangenen Dienstag Michael Knopf. Der Spielejournalist erlag im Alter von 44 Jahren einem Herzinfarkt.
Michael Knopf hat viele Spuren in der Spieleszene hinterlassen. Als Redakteur bei der "Süddeutschen Zeitung" verband er 1994 seinen Beruf mit seiner Leidenschaft und schrieb ab dort seine Spielekritiken unter der Rubrik "Spielwiese". Als einer der ersten ging er damit auch ins Internet. 2002 wechselte er für kurze Zeit zur "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", um auch dort unter anderem über Spiele zu schreiben. Ab 1997 gehörte er auch zum Team der "Spielbox".
Seine Autorenzeile war eine Trademark, denn seine Texte waren nie langweilig: In alle Kritiken floss sein Herzblut als leidenschaftlicher Spieler im besten Sinn des Wortes. Wenn ein Spiel schlecht war, dann schrieb er es auch. Bei dtv veröffentlichte er ein Taschenbuch "Spielen", auch dort kam seine oft unbarmherzige Ansicht über die Qualität von Spielen zum Ausdruck.
Mit dem gleichen Engagement übte er von 1997 bis 2001 das Amt eines Mitglieds bzw. später sogar des stellvertretenden Vorsitzenden der Jury Spiel des Jahres aus. Als er erkannte, dass Strukturen, die im widerstrebten, nicht zu ändern seien, war er auch hier unerbittlich: Gemeinsam mit zwei Kollegen schied er aus der Jury aus.

