
Der versuchte Alleingang von Ravensburger Österreich mit einem zweiten Spielefest in Wien hat nun weit greifende Folgen für das Tochterunternehmen. Geschäftsführer Wolfgang Leister und Marketingleiter Robert Babel mussten das Unternehmen verlassen. In Zukunft wird die Firma formal direkt von Deutschland aus geleitet.
"Es ist eine Störung im Vertrauensbereich da gewesen, daher ist eine Trennung erfolgt", bestätigte Hermann Otten, zuständig für den Vertrieb beim Ravensburger Spieleverlag, heute der Spielwiese.
Wie exklusiv berichtet, hatte Ravensburger Österreich die Teilnahme am traditionellen Österreichischen Spielefest abgesagt und die Mitwirkung bei einer neuen Konkurrenzveranstaltung angekündigt, die 14 Tage davor hätte stattfinden sollen. Diese, in Zusammenarbeit mit SuperRTL, kommt nun nicht zustande, wie die Spielwiese am vergangene Woche ebenfalls exklusiv berichtete. Die Zentrale in Ravensburg hatte ihrer Österreich-Tochter "aufgetragen", weiterhin dem Österreichischen Spielefest die Stange zu halten.
Der Posten eines Geschäftsführers für Ravensburger Österreich wird nicht in alter Form nachbesetzt. Im Firmenbuch wird Hermann Otten als Geschäftsführer eingetragen werden, operativ werden Prokurist Oswald Bertagnol für den gesamten "Innenbereich" und Klaus Neissl für den Vertrieb zuständig sein. Neissl bringt seine 24-jährige Erfahrung für Ravensburger Österreich im Außendienst mit.
Für die Kunden soll sich demach nichts ändern. Hermann Otten ist "gerade dabei, die ganzen notwendigen Formalien" zu erledigen: "Österreich kann nur von Österreich aus erfolgreich bedient werden. Die Strukturen sind anders als hier bei uns in Deutschland. Österreich hat einen ganz starken Fachhandelsbereich."
Zur "Verschlankung" des Tochterunternehmens waren bereits mit Jahresbeginn Stunden abgebaut worden. Denn der Markt stagniert auch im Alpenland, wenngleich Ravensburger Österreich bisher noch vergleichsweise sehr erfolgreich war. Doch die langfristige Entwicklung zeigt der Kernmarkt Deutschland auf: "Wir haben einen jährlichen Verlust von fünf Prozent an Kunden im Fachhandelsbereich", erläuterte Otten, weil entsprechend viele Geschäfte aufgelassen werden, "wenn man sich etwas sparsamer aufstellt, ist man gesünder für die Zukunft."
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