
Auch heute nehme ich dich mit auf einen Trip über die Spielwarenmesse in Nürnberg. Dieses Mal geht es weniger um einen Blick hinter die Kulissen als um einen Blick über den Tellerrand.
29. JÄNNER 2025
Einer der schönsten Aspekte der Spielebranche sind ihre wundervollen Menschen mit ganz besonderen und mitunter besonders ungewöhnlichen Geschichten. Auf eine solche stieß ich durch Zufall nach dem Besuch am Stand von Huch.
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Huch oder vielmehr "Mutter" Hutter Trade hat jetzt Spiele des spanischen Herstellers Hellofun ins Programm aufgenommen und eingedeutscht. Am Hellofun-Stand wartet ein freundlicher Herr auf Laufpublikum, freut sich über mein Interesse an einigen Spielen und wir kommen ins allgemeine Plaudern über Spiele und Märkte. Eigentlich, sagt Pedro, hatte er einen reinen Spielzeugladen in Madrid und mit Brettspielen nichts am Hut. Bis vor etwas mehr als einem Jahrzehnt plötzlich eine Palette Erotikspiele bei ihm abegeliefert wurde. Eine offensichtliche Verwechslung. "Ich wollte die Palette zurück schicken, hätte dann aber meinen Umsatzbonus für dieses Jahr verloren", erzählt Pedro weiter. Er behielt sie und staunte, dass die Spiele in kürzester Zeit verkauft waren.
Was macht ein geborener Verkäufer wie Pedro? "Ich habe mir selbst ein paar Erotikspiele auf Amazon bestellt, um hinter das Erfolgsrezept zu kommen. Und dann selbst ein Erotikspiel erfunden." Es heißt 69, ist relativ harmlos und davon verkaufte er in Spanien gleich einmal 300.000 Stück.
Das war die Geburtsstunde des Verlags und Beginn eines Onlinehandels für Geschenke. Seit zwei Jahren werden die Spiele auch in anderen Ländern angeboten. Es sind überwiegend Partyspiele, aber längst nicht mehr alle haben einen erotischen Touch. Eine Neuheit zum Beispiel, Tiki Taka, ist nur was für eingefleischte Fußballexperten.
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Der Toy Award, der Spielzeugpreis der Spielwarenmesse, wurde im Vergleich zu den letzten Jahren 2025 ohne Beteiligung eines renommierten Spieleverlags vergeben. Es war ein fast lupenreiner Spielzeugwettbewerb. Ein Produkt an die Jury eingereicht und in einer der Kategorien gewonnen haben, was Spiele im weiteren Sinn angeht, die holländische Firma BS Toys mit dem Holzmemo 3 Shape Memo und das Schweizer Startup Qubs AG mit einem Konzept, das an "Toonies" erinnert, bei "Qubitunes" sind die Kassetten jedoch aus Holz und es geht um Klangwahrenehmung.
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Von allen möglichen Videowänden strahlt auf der Spielwarenmesse ein gewisser Thomas Müller herunter. Der 35-jährige Profifußballer, der noch bis 30. Juni dieses Jahres beim FC Bayern unter Vertrag steht, wurde Anfgang Woche nämlich als "Lego Markenbotschafter für Deutschland, Österreich und die Schweiz" vorgestellt. "Bekannt für seine unkonventionelle, kreative Spielweise mit einfallsreichen Lösungen auf dem Fußballplatz", so Lego, sei er ein "gutes Match" für den Klötzekonzern, der ja auch die kreativen Möglichkeiten seiner Steine betont.
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