Sieht man sich die Politik der Jury Spiel des Jahres der vergangenen Jahre an, so hat mich die gestrige Entscheidung nicht überrascht
14. JULI 2025
Die Nominierungslisten zum Spiel des Jahres waren in der jüngeren Vergangenheit jeweils ein Sammelsurium, dieses Jahr besonders. Ein Glücksspiel, bei dem ich keine Einflussmöglichkeit habe (Flip 7), ein Zeichen- und Ratespiel, bei dem man Schnittmusterlinien folgen muss (Krakel-Orakel), ein Rate- und Deduktionsspiel, bei dem die Gruppe das Hochgehen einer Bombe verhindern soll (Bomb Busters) Mein Tipp war: Bomb Busters.
.
|
Nicht, weil es so besonders neuartig wäre. Nicht, weil die Spielatmosphäre, die Bomb Busters schafft, überzeugt. Wir fanden es im Spielwiese-Test dann trotz Schwächen der Spielanleitung überdurchschnittlich gut. Nein, weil es das kooperativste Spiel unter den drei Nominierten war.
Der Kooperationsgedanke scheint bei der Jury für das Spiel des Jahres seit 2018, als Harald Schrapers den Vorsitz des Vereins übernahm, nämlich zur Allgegenwärtigkeit aufgestiegen zu sein. Vier der fünf letzten Spiele des Jahres sind Kooperationsspiele. Das Wort kooperativ war bei der gestrigen Preisverleihung eines der meistverwendeten der beiden Moderatoren und Jury-Mitglieder. Sogar bei Krakel-Orakel wurde das Kooperative daran hervorgestrichen. Es stimmt schon, dass das – nur vorzeitige (!) – Spielende über einen gemeinschaftlichen Ansatz definiert wird. Doch der ist bei diesem Spiel absolute Nebensache.
Ich habe nichts gegen Kooperationsspiele. Ich finde mehrere sogar ausgesprochen hervorragend. Doch das Überbetonen eines bestimmten Aspektes durch eine immer politischer werdende Jury Spiel des Jahres geht mir auf die Nerven. Man kann Menschen ebenso ans Spielen heranführen, ohne dabei ein weltrettendes Ziel überzugeordnen und sich dafür alle um den Hals fallen müssen.
.
Was denkst du darüber?

