Der Name macht's
Ravensburger hat mit seinen 3D-Aktionsspielen eine überaus erfolgreiche Serie. Einige von ihnen gibt es unter gleichem Namen auch im Kleinformat. Lesen Sie, ob die Titel halten, was sie versprechen.
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Wie beim Original geht es um Balance, das Spiel ist allerdings ganz anders als die 3D-Version von Plitsch-Patsch Pinguin. Bilder: Ravensburger |
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Max Mäuseschreck: Nur das Zufallselement ist – neben den Charakteren – vom großen Spiel geblieben. |
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Bei Lotti gaukelt Ravensburger am wenigsten vor, eine kleine Version für den Rucksack zu bieten. Tatsächlich sind es denn auch zwei Merkspiele, die mit dem Material gespielt werden können. |
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Kiki Ricky als Mitbringspiel kommt dem Original am nächsten. |
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Dass ein Verlag aus seinen Bestsellern weiteres Kapital schlägt, ist legitim. Wir kennen es von vielen Spielen, zu denen dann Erweiterungen erscheinen. Kommen Spiele aber unter dem selben Namen auf den Markt, muss sich ein Verlag dann aber doch die Frage gefallen lassen, inwieweit das nicht an Täuschung heranreicht.
Denn von den vier "Kleinausgaben" bekannter und beliebter 3D-Aktionsspiele kann nur eines mit halbwegs gutem Gewissen als Kleinversion verkauft werden.
Plitsch-Platsch Pinguin
Gar keine Frage, dass der kleine Bruder des Aktionsspiels Plitsch-Patsch Pinguin nicht ans Original herankommt. Aber immerhin wurde hier der Charakter einigermaßen beibehalten. Auch im Kleinformat geht es darum, dass ein Pinguin die Balance hält und nicht ins Eismeer purzelt. Freilich geht alles ein bisschen anders, und der Charakter wäre beliebig austauschbar, wollte sich Ravensburger nicht ganz bewusst an den Erfolg seines großen Aktionsspiels anhängen.
Statt eines dreidimensionalen Eisbergs muss man sich hier mit acht Eisschollen aus Karton begnügen, auf denen ein einziger Pinguin herumhüpft. Immer, wenn er eine Runde vollendet, darf sich das Kind einen Chip nehmen. Darauf sind Fische abgebildet oder nur noch deren Gräten, was in der Endabrechnung weniger gut ist. Denn das Kind mit den meisten Fischen gewinnt.
Es wäre also ein reines Sammelspiel, wenn da nicht Da gibt es hellblaue und weiße Holzzylinder. Auf die werden die Eisschollen gelegt, was alles wackelig macht, wenn der Pinguin darauf gestellt wird. Man nimmt wahlweise die einen oder anderen. Die weißen sind schmaler, deshalb stellen sie eine größere Herausforderung dar. Die ist bei den Kindern gleich einmal gegeben, denn sie wollen's wissen.
Ergo: Plitsch-Platsch Pinguin im Mitbringspielformat ist zwar kein Ersatz, aber taugt auch als eigenständiges Spiel für zwischendurch, zum Mitbringen als Geschenk. Viel mehr sollte man sich nicht erwarten, denn die Idee ist auch unabhängig vom Vorbild nicht originell – Balancespiele ähnlichen Zuschnitts gibt es eine ganze Reihe am Markt.
Einigermaßen spannend ist es eigentlich nur in der "Fischgräten-Runde": Zeigt der nächste zu verteilende Chip eben Fischgräten, ändert sich der Würfelmodus leicht und jeder passt ganz besonders gut beim Hinstellen des Pinguins auf, um den Chip ja nicht zu erhalten.
Max Mäuseschreck
Auch bei der Mitbringspiel-Ausgabe von Max Mäuseschreck lassen sich mit gutem Willen Parallelen zum Original finden. Sind es bei der 3D-Ausgabe von 2003 die Mäuse, die durch den großen Käse rutschen und auf noch unbekannten Ereignisfeldern landen, sind es hier nicht die Nager selbst, sondern die Objekte ihrer Begierde: die Käsestücke. Ist der Weg vielleicht auch vergleichbar, so ist das Ziel allerdings ein anderes. Beim großen Spiel gewinnt das Kind, das als Erstes fünf Käsestücke gesammelt hat, in der Kleinversion gewinnt der Spieler, der als Erster mit seiner Maus einmal rund ums Spielfeld gelangt ist.
Das Spielfeld ist die kleine Spieleschachtel: Eingeteilt in verschiedene Felder, und die Mäuse wandern auf der Schachtelwand ringsum. Wer an der Reihe ist, wirft die fünf Käsestücke hinein, und je nachdem, wo sie landen, tut sich was. Auf Käsefeldern fährt man mit seiner Maus ein Feld weiter, auf Mausfeldern gibt es einen Bonus für alle, indem sie ihre Figuren ein Feld weiter ziehen, und für jedes Käsestück, das auf einem Max-Feld (Katze!) landet, entscheidet das Kind an der Reihe welche Maus ein Feld zurückziehen muss.
Fazit: Der Name passt, auch wenn das Spiel anders ist. Ein schnelles Spiel für zwischendurch mit gut überlegter Ausstattung. Da hätten wir sogar die Altersbeschränkung nach oben – der Verlag empfiehlt 4 bis 8 Jahre – weggelassen, denn bei Max Mäuseschreck im Mitbringspielformat können auch die Eltern mitspielen, ohne sich zu fadisieren, wenn die kleine Schachtel beispielsweise mit in den Urlaub genommen wird.
Lotti
Lotti Karotti ist das bekannteste Spiel der 3D-Aktionsspielserie für Kinder von Ravensburger. Dem entsprechend hoch dürfen die Erwartungen angesetzt werden, weil das Original wirklich sein Geld wert ist. Die Mini-Ausgabe wurde dem Namen nach auf Lotti verkürzt, und hier sind gleich zwei Spiele drin. Besser gesagt: Zwei Spiele mit dem selben Material.
Lotti Memo ist ein gar nicht so einfaches Merkspiel. Die sechs Hasen des Spiels werden wahllos in den äußeren Ring von insgesamt sieben Vertiefungen des Schachelteinsatzes gesteckt, ohne dass vorher auf deren Unterseite geschaut worden wäre. Die sind – richtig – unterschiedlich farblich gekennzeichnet. Zum Spiel gehören weiters 15 Karottenkarten, die jeweils einen Code aus vier Farben haben. Eine dieser Karottenkarten wird auf die Einbuchtung des Schachteleinsatzes gelegt, die Aufgabe des ersten Spielers ist, den Hasen zu finden, dessen Unterseite der ersten Farbe des Codes entspricht. Er dreht also einen Hasen um, zeigt allen die Farbe Ist es der falsche, wir der Hase auf das vorher noch freie siebente Feld gestellt. Der nächste Spieler ist an der Reihe. Ist es der richtige, rückt ein Markierstein auf dem Code um eine Farbe weiter, und der Spieler versucht erneut sein Glück.
So geht's dahin, bis ein Spieler drei Karottenkarten erhalten hat. Hierin liegt die Ungerechtigkeit von Lotti Memo: Die Karottenkarten bekommt immer derjenige Spieler, der den Hasen zur letzten, vierten Farbe des Codes findet. Ganz egal, wie gut oder wie schlecht die anderen davor beim Suchen waren.
Lotti Flotti ist eine Kombination aus Merk- und Reaktionsspiel. Die 15 Karottenkarten kommen offen auf den Tisch, aus den sechs Hasen werden vier ausgewählt und reihum aufgedeckt, so dass alle die Farben an der Unterseite sehen. Wer jetzt als Erster die Karottenkarte mit genau diesen vier Farben findet, darf sie behalten. Auch hier endet das Spiel, sobald ein Kind drei Karottenkarten ergattert hat.
Beide Spiele haben also mit dem Spielprinzip von Lotti Karotti nichts zu tun. Mogelpackung ist es deshalb keine. Schon auf der Packung steht "Zwei neue Spiel-Abenteuer mit den beliebten Lotti-Karotti-Hasen
". Die kommen auch tatsächlich vor. Lotti ist demnach wirklich eine Ergänzung für die Fans des Originalspiels. Die beiden Spielideen sind passabel, aber keineswegs originell. Als Mitbringsel findet das Spiel aber allemal Sympathie bei Kindern, die gerne Memospiele spielen.
Kiki Ricky
Schon beim Spieletest des großen Kiki Ricky haben wir's gesagt: Das ist sinnfreies Spielen und über die Geschichte, die hier als Rahmen auftgetischt wird, rentiert es sich gar nicht darüber nachzudenken. Wieder schlägt der böse Hahn zu und schmeißt mit Eiern nach seinen Hühnern, die ihm zu nahe kommen.
Statt eines großen Berges aus Strohballen (natürlich Plastik) gibt es hier eine gelbe Rampe, die in den Schachtelboden gelegt und am aufgestellten Schachteldeckel fixiert wird. Die Hühner – jeder Spieler hat in der Miniversion nur eines – werden mittels eines Würfels diese Rampe hochgetrieben, auf dass das erste Huhn die Spitze erreicht und gewinnt. Wird statt einer Augenzahl der Hahn gewürfelt, hat der Spieler die Wahl sein Huhn ein Feld weiter ziehen zu lassen oder ein Ei von oben herabpurzeln zu lassen. Mitgerissene Hühner müssen wieder an den Start.
Mehr ist es nicht, es macht aber trotzdem eine Zeit lang Spaß. Und weil das kleine Kiki Ricky dem Original sehr nahe kommt und eigentlich fast schon ein würdiger Ersatz ist, nur deutlich billiger, stellt sich die Wahl: Opulenz oder Geld. Denn viel mehr tut sich bei der großen Version auch nicht.
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Nr. 993: Plitsch-Platsch Pinguin (Mitbringspiel) |
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Spielwiese-Code | |
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2006: Ravensburger
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Themen: Pinguine, Eis |
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Spielanleitung zum Herunterladen |
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Rund ums Spiel
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Nr. 994: Max Mäuseschreck (Mitbringspiel) |
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Spielwiese-Code | |
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Themen: Mäuse, Käse, Katzen |
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Spielanleitung zum Herunterladen |
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Rund ums Spiel
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Nr. 995: Lotti |
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Spielwiese-Code | |
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Themen: Hasen, Karotten |
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Spielanleitung zum Download |
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Rund ums Spiel
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Nr. 996: Kiki Ricky (Mitbringspiel) |
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Spielwiese-Code | |
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Themen: Hühner, Eier |
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Spielanleitung zum Herunterladen |
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