Schlagabtausch
Vom diesem traditionellen Spiel aus Indonesien gibt es eine neue Ausgabe. In der SOS-Kinderdorf-Edition "Spiele aus aller Welt" werden im Ethno-Look Zug für Zug die Steine des Gegners abgeräumt.
Die Ausgangslage: Jeder Spieler setzt seine zwölf Steine auf die zwei zu ihm gerichteten Reihen. Bilder: Grubbe |
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| Der Spielplan der Grubbe-Ausgabe aus Pappe und in gefälligem Ethno-Design. | |
Erwin Glonnegger schreibt in seinem Standardwerk "Das Spiele-Buch", dass Kinder und Erwachsene es in Indonesien "die Linien des Planes einfach in den Sand ritzen oder auf den Boden zeichnen und Steichnen oder Muscheln als Spielfiguren benutzen."
Surakarta ist ein traditionelles Spiel. Allgemeines Kulturgut, sozusagen. Es gibt deshalb verschiedene Ausführungen, zum Beispiel in Holz, es gibt es in Spielesammlungen, oder eben auch in der neue "Ethno-Ausgabe" in der Edition der SOS-Kinderdörfern. Die Regeln variieren leicht. Meistens dürfen überhaupt keine Steine übersprungen werden, bei der vorliegenden Version ist das Überspringen von eigenen Steinen zumindest nicht verboten. Das erlaubt natürlich mehr Möglichkeiten an Spielzügen.
Reihen, Spalten und Kreise
Der Spielplan ist aber überall derselbe. Auf beiden Seiten sind in zwei Reihen zwölf Schnittpunkte in zwei Reihen angeordnet, und alle sind durch gerade Linien sowie durch insgesamt acht in den Ecken angeordnete doppelte Kreise verbunden (siehe Bilder). Es gibt prinzipiell zwei Spielzüge:
- man zieht einen eigenen Stein zum nächsten Schnittpunkt – waagrecht, senkrecht oder auch diagonal
- oder man schlägt. Schlagen geht nur, wenn davor der Stein durch mindenstens einen Kreis gezogen wird. Die Betonung liegt auf "mindestens".
Surakarta zählt zur großen Familie der Dame-Spiele: man schlägt, und nur einer bleibt übrig. Mit seinem Linienmuster wirkt Surakarta freilich auf den ersten Augenschein fröhlicher und einladender als unser nüchternes Dame-Spiel. Ziel ist die gegnerischen Steine zu schlagen. Mit jedem Stein, den man verliert, schwinden die Chancen zum Überleben. Der Reiz besteht darin, die Kreise oder besser gesagt: Schleifen dazu zu nutzen, um einer Linie mehr oder weniger lang zu folgen und am Ende einen gegnerischen Stein aus dem Weg zu räumen. Von 36 Feldern auf dem Spielplan sind nämlich nur die vier Eckpunkte absolut sicher vor einem Gegenschlag.
Die Regeln sind denkbar einfach, und ähnlich wie bei Mühle ist irgendwann der Vorrat an Finten, die man dem Gegner stellt, erschöpft. Es ist also ein Spiel, das a) durch dei Stärke des Gegner mehr oder weniger Spaß macht und b) eine ausgezeichnete Spiele-Schule darstellt.
Fazit
Die vorliegende Ausgabe ist sowohl optisch als auch vom Spielmaterial her gulungen. Sie stellt eine preiswerte Möglichkeit dar, Surakarta kennenzulernen. Ein Euro geht übrigens noch für einen guten Zweck an SOS Kinderdorf. Wie viele Klassiker auch kann Surakarta rasch fad werden, wenn man es zu oft hintereinander spielt – die Spieltiefe ist irgendwann ausgereizt. Doch für zwischendurch ist es immer ein geeignetes Spiel(chen), weil in zehn bis 20 Minuten ist eine Partie entschieden.
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Nr. 1070: Surakarta |
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Spielwiese-Code | |
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Themen: abstrakt, Indonesien
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Rund ums Spiel
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Preis-Leistungsverhältnis
Glücksanteil
… eine schöne Abwechslung zum stressigen Alltag.