Mühsam bereichert sich der Höhlenforscher
Ab ins Fantasy-Genre: Ein Sir Ozelot und ein Professor Pinguin steigen in ein Höhlensystem ab und holen daraus viele Edelsteine. Wie, ist besonders, weil auch noch jeder der beiden ein Helferlein hat.
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Nr. 1627: Steinreich | Spielwiese-Code | |
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Was ist's?
Für wen?
Was braucht's?
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Die gute Nachricht
ausgebreitet hat das Spiel sehr hohen Aufforderungscharakter
Die schlechte Nachricht
Wir glauben, dass der Startspieler eher im Vorteil ist
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| Mit den Werkzeugen (runde Plätttchen) werden vom Rand aus die Lagen der Edelsteine in der Höhle definiert und sie gesammelt. Die Werkzeuge sind unterschiedlich doppelseitig bedruckt. Sie können am Übergang von einer zur nächsten Höhle auch für beide Höhlen gelten. Bild: spielwiese.at |
Rein ins Spiel!
Lookout Games hat für dieses nach eigenen Angaben bezeichnete „Green Line“-Spiel keine Spielfläche aus Karton gewählt, sondern aus gefaltetem und bunt bedrucktem Stoff. Den sollte man erstmal bügeln. Er zeigt drei unterschiedlich große Höhlensysteme – blau, grün und rot –, die wiederum aus einzelnen quadratischen Höhlenfeldern bestehen. Auf sie wurden wahllos Opale, Smaragde, Bergkristall, Roter Beryll, Amthyste und Celestiten (im Spiel mit ä geschrieben) verteilt. Auch Geoden sind dabei, zu ihnen kommen wir später. Wer einen dieser Edelsteine nehmen will, muss ihn dazu mit drei unterschiedlichen Werkzeugen „gesehen“ machen. Das bedeutet: Von drei Randfeldern mit Werkzeugen aus muss der Edelstein eindeutig im Schnittpunkt liegen. Nach diesem Prinzip funktioniert übrigens prinzipiell auch das GPS-System unserer Handys.
Wer die drei unterschiedlichen Werkzeuge als ersten Teil seiner Aktion gelegt hat, ist egal. Wichtig ist nur, dass es immer Kompass, Lampe und Spitzhacke sind. Oder, und das ist nun das tatsächlich Neue an dem Spiel, die Motte oder die Fledermaus. Sie werden als Gehilfen von Spieler Ozelot und Spieler Pinguin eingesetzt, und zwar inmitten einer Höhle und nicht an auf einem Randfeld. Diese Gehilfen erlauben also neue Koordinatenschnittpunkte = Edelsteine zum Einsammeln und ersetzen quasi als Joker eines der drei Werkzeuge. Tricky: Der Gehilfe bleibt innerhalb der Höhle an seinem Ort, kann – und sollte! – dann aber irgendwann von der blauen in die grüne und von der grünen in die rote Höhle „springen“. Unser Tipp: Damit sollte man nicht allzu lange warten, denn der Gehilfe bringt unterm Strich immer mehr Vorteile als Nachteile. Er zählt auch immer nur für seinen "Herrn".
Jetzt ist es bei Steinreich nicht nur mit der Anzahl der gesammelten Edelsteine belassen. Sie haben alle einen Wert zwischen 1 und 7 Siegpunkten und dann gibt es da noch die Geoden. Als Geoden werden in der Geologie Steine mit einem Hohlraum bezeichnet, in dem sich auch eine Füllung befinden kann. Sozusagen eine Katze im Sack. Wie um die Redewendung zu bestätigen, gibt es für jede Höhle noch ein Stoffsäckchen, in das man greift, wenn man eine Geode genommen hat. Die Plättchen darin bringen zusätzliche Punkte.
Fazit
Atmosphärisch ist das Spiel sehr gut gelungen. Das Spiel kommt allen entgegen, die gerne etwas durch Aufdecken erforschen und ergattern wollen. Steinreich ist primär ein Sammelspiel, jedoch hart an der Grenze zum Denkspiel. Jeder und jede, Betonung auf jeder und jede, wird einmal übersehen, dass noch ein weiterer Edelstein zu holen gewesen wäre. Die Angst davor bewirkt, dass man manchmal starke Nerven braucht, wenn eine allzu grüblerische Person gegenüber sitzt. Das bremst das Spielvergnügen erheblich. Da nützt auch das schöne Spielmaterial nichts.
Während der Verlag die englische und spanische Ausgabe auf – übersetzt – „Sir Ozelots Höhle“ taufte, wurde es im Deutschen das doppeldeutige „Stein-Reich“. Wenn wir schon bei Wortspielen sind: In Anlehnung an die Redewendung vom Eichhörnchen bilanzieren wir hier mit „Mühsam bereichert sich der Höhlenforscher“.
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Nochmals spielen? Schau’n wir mal. |
Rund ums Spiel
Das Rezensionsexemplar wurde von Asmodee zur Verfügung gestellt |




