Der Nervenkitzel kommt zum Schluss
Kleine Spiele haben Hochsaison. Das wird auch daran liegen, dass viele Leute derzeit weniger Geld zur Vergnügung haben. Ein Umfeld, in dem die Macher von NSV und jetzt bei Kendi immer schon gut und weitsichtig unterwegs waren. Wie zum Beispiel jetzt mit diesem Kartenspiel.
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Nr. 1528: Quando | Spielwiese-Code | |
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Was ist's?
Für wen?
Was braucht's?
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Die gute Nachricht
Es bleibt bis zum Schluss spannend
Die schlechte Nachricht
Es gibt nicht wirklich eine
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| Wer diese Karten auf der Hand hat, könnte beim Ausspielen auswählen zwischen einer Straße (3 bis 5) oder dem Drilling mit 10ern. Das zweite wäre aus zwei Gründen geschickter, weil es hohe Zahlenwerte auf der Hand immer zu vermeiden gilt und weil ein ausgespielter Drilling die anderen zu unliebsamen Maßnahmen zwingt. |
| Bild: Kendi |
Rein ins Spiel!
Wer als Erster seine Karten los ist, gewinnt. In diese bewährte Richtung geht es auch bei Quando, aber eigentlich dann doch nicht. Weil zumindest eine Karte hat jeder noch auf der Hand. Dann kommt es darauf an, wer am Schluss mit seiner oder seinen Karten am wenigsten Punkte hat.
Der Weg dahin ist mit originellen Zügen versehen. Zu Beginn haben alle sieben oder 8 Karten erhalten. Das hängt davon ab, wie viele Spieler und Spielerinnen am Tisch sitzen. Die Karten haben auf beiden Seiten (unterschiedliche) Zahlen zwischen 0 und 10. Die Farben spielen keine Rolle. Es spielt auch keine Rolle, dass man die Kartenrückseiten der Mitspieler sieht, weil diese Information nutzlos ist. Nur selbst darf man seine Kartenrückseiten nicht ansehen. Das hat Gründe.
Wer an der Reihe ist, muss immer zuerst mindestens eine Karte ausspielen und danach immer eine Karte nachziehen – außer jemand startet mit „Klopfen“ die letzte Runde. Ziel ist es, bei Rundenende möglichst wenige Minuspunkte zu haben. Bis auf den Sieger oder die Siegerin der Runde zählen alle ihre Zahlenwerte (der Vorderseite) als Minuspunkte zusammen. Gespielt wird in der Regel, bis jemand 50 Minuspunkte erreicht.
Das kann mitunter ganz schnell gehen, ein anderes Mal einige Runden dauern. Denn Quando hat naturgemäß einen hohen Glücksanteil. Es ist ja ein Kartenspiel. Es gibt grundsätzlich drei Möglichkeiten, Karten loszuwerden, wenn man an der Reihe ist:
- mit einer Straße, die aber nur aus exakt drei Karten bestehen darf
- ein oder mehr Karten mit der gleichen Zahl
- oder Drillingen, wobei es beim Ausspielen zu Sonderaktionen kommt.
Drillinge wirken sich nämlich auf die Mitspieler aus. Diese müssen nämlich entweder eine ihrer Nullen, die sie eventuell auf der Hand haben, umdrehen. Bei ganz großem Pech wird aus einer Null dann eine Zehn. Wobei … wenn man schon zwei Zehner auf der Hand hätte, bekäme man somit einen Drilling. Hätte, wäre, Fahrradkette. Oder aber man muss eine Karte nachziehen, wenn man keine Null auf der Hand hat.
Kurzum: Drillinge sind sehr mächtig, weil sie alles durcheinander bringen können und es meist auch tun. Das relativ hohe Maß an Unberechenbarkeit macht auch einen großen Teil aus, warum Quando viel Vergnügen bereitet. Der Nervenkitzel wird, und so soll es ein, gegen Ende noch gesteigert, weil es zwei originelle Schluss- bzw. Siegbedingungen gibt.
Jemand hat, nachdem er seinen Zug mit Nachziehen beendet hat, nur noch Nullen auf der Hand. Er oder sie muss also eine Null nachgezogen haben. Dann endet Quando sofort. Kann vorkommen, doch meistens ist es so, dass ein Spieler das Rundenende einläutet und klopft. Dann sind alle anderen noch einmal an der Reihe. Und können auch passen, wie anfangs erwähnt.
Warum man sich gut überlegen sollte, wann – und nichts anderes bedeutet ja der Name – man klopft, ist das damit verbundene Risiko. Legt ein nachfolgender Spieler nämlich noch einen Drilling aus, muss der „Klopfer“ entweder eine Null umdrehen oder eine Karte nachziehen. Erst wenn alle anderen an der Reihe waren, kommt die Sekunde der Wahrheit: Wer jetzt die geringste Summe seiner Zahlenwerte zusammenbringt, gewinnt die Runde und schreibt null Punkte an. Ist das nicht der „Klopfer“, bekommt er zu seinen Zahlenwerten auch noch 5 Strafpunkte aufgebrummt. Aus reichlich Testerfahrung können wir berichten: Da haben sich viele schon vertan und zu früh gefreut.
Jetzt mag manchen der Glücksmoment bei Quando zu hoch sein. Okay, ist halt so. Auf der anderen Seite zählen schnell erklärt, kurzweilig, kurze Spieldauer und auch eine Prise Schadenfreude, die einen beschleichen kann. Quando spielt sich übrigens schon zu dritt gut, zu zweit möchten wir es nicht wiederholen. Je mehr mitspielen, umso unberechenbarer wird es. Aber das versteht sich von selbst.
Es wurde bei uns auch schon falsch gespielt. Also: Nicht ganz so, wie’s in der Anleitung steht. Dass, wenn jemand geklopft hatte, alle übrigen noch einen ganz normalen Zug durchführten, weil die Bestimmung übersehen wurde, dass folgende Spieler oder Spielerinnen auch passen dürfen. Am Ergebnis hat es vermutlich nichts geändert. Im Gegensatz zu jenen Fällen, wo auf die fünf Strafpunkte vergessen wurde.
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| Nochmals spielen? Unbedingt. Kommt auf die Immer-gut-für-den-Anfang-Liste. |
Rund ums Spiel Das Rezensionsexemplar wurde von Kendi zur Verfügung gestellt |




