Liebevolle Stadtplanung
Mehr Designobjekt als Spiel? Man kann es so oder so sehen. Wir meinen: Stadtspiel ist ein vollwertiges Legespiel.
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Nr. 1301: Stadtspiel | Spielwiese-Code | |
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Was ist's?
Für wen?
Was braucht's?
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| Die 64 Kärtchen von Stadtspiel sind hochwertig, alle anders und wunderschön gemacht. Zwei Kärtchen ergeben übrigens den Kölner Dom. Bild: Schmidt |
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Die gute Nachricht
Abwechslung für Domino-Fans
Die schlechte Nachricht
In den Augen mancher leidenschaftlicher Spieler eher ein schönes Präsent als "ernsthaftes" Spiel
Rein ins Spiel!
Stadtspiel ist eine Mischung aus Domino und Puzzle. 64 Kärtchen zeigen entweder Straßen mit Parks und Gebäuden auf der Seite oder überhaupt Freiflächen. Es gibt mehrere Varianten, dieses Spiel zu spielen. Konzentrieren wir uns auf die "Haupt-Spielregel", die anderen sind am Ende angerissen.
Die Kärtchen werden gemischt und wer am Zug ist, nimmt ein neues und darf bis zu zwei Kärtchen anlegen. Was nirgendwo passt, kommt nämlich vorerst wieder in den eigenen Vorrat. Ziel ist es, am Ende so wenig wie möglich Kärtchen übrig zu haben. Was beim klassischen Domino Augenzahlen sind, sind hier nota bene Autos: Wo Straßen zusammentreffen, müssen sich darauf gleich viele Autos unmittelbar gegenüber stehen. Erschwerend kommt ein weiteres Detail dazu: Gebäude brauchen Dächer. Also müssen auch noch diese städtebaulichen Merkmale zusammenpassen.
Einmal geht das locker von der Hand, ein andermal ist es zäh. Stadtspiel ist ziemlich zufallsorientiert. Dessen muss man sich bewusst sein. Neun Kärtchen sind darunter, die einen anweisen, ein, zwei oder drei weitere Kärtchen nachzuziehen. Je nachdem was man dabei bekommt, kann das die eigene Sache beschleunigen oder behindern.
Und damit die Stadt, die die Spieler bauen, nicht ausufert, wird wird sie durch ein Raster von 8x8 begrenzt.
Spieltechnisch bringt Stadtspiel nichts Neues auf den Tisch. Das behauptet der Verlag erst gar nicht, sondern verweist auf die lange Tradition des Domino, die hier mit einem zeitgemäßen Thema verbunden wird: "Es immer wieder anders zu versuchen und neue Lösungen zu finden, ist heute eine der Hauptaufgaben von Architekten, denn Städte und Geäbude müssen umgebaut, verwandelt und an wechselnde Gegebenheiten angepasst werden." Das mithilfe der 64 Kärtchen zuhause einmal zu probieren (4 oder 5 Spieler sind ideal), macht Freude. Nicht zuletzt wird diese Freude durch das exzellente Material und die liebevollen zeichnerischen Details gespeist.
Variantenreich
- Für jüngere Spieler wird die Anzahl der Autos einfach ignoriert. Eine unserer Testrunden sah in dieser "Kindervariante" die wahre Bestimmung von Stadtspiel – die Herausforderung des Spiels war ihr zu generell wenig erwachsen.
- Vorgeschlagen vom Verlag ist auch, die Kärtchen gleichmäßig zu verteilen, mit denen dann jeder für sich eine Stadt mit rechteckigem oder quadratischem Grundriss baut, ohne dass dabei Lücken bleiben. Das ist ambitioniert, denn der Zufall spielt hier eine noch größere Rolle als im Grundspiel.
- Ein-Personen-Variante: Der Spieler versucht sich mit allen Kärtchen an der "optimalen" Stadt mit quadratischem Grundriss. Ein Puzzle, und nur möglich, wenn auch in dieser Variante die Autos ignoriert werden.
| Nochmals spielen? Durchaus. |
Rund ums Spiel
Das Rezensionsexemplar wurde von Metermorphosen zur Verfügung gestellt |




