Sieg auf der ganzen Linie
Das Legespiel Linie 1 von Stefan Dorra.
Überarbeitet aus Die Spielwiese 32 (1995)
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Die überarbeitete Ausgabe von 2010 in der Vogelschau. Bild: Goldsieber |
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Hätte es im Vorjahr nicht Manhattan gegeben – wer weiß, welche Anerkennung Linie 1 heuer genossen hätte? Linie 1 ist zwar ein völlig anderes Spiel, gehört aber ins selbe Genre.
Wäre da nicht der schwache Schluss, es wäre mit dem Spiel des Jahres 1994 auch sonst auf dieselbe Stufe zu stellen. Die zweite Phase wollen wir deshalb nur kurz streifen und lieber vergessen, weil sie doch nichts anderes als Glückssache ist: Sind die Linien erst einmal fertiggstellt, wird die eigene Straßenbahn mit Würfelhilfe bewegt. Wer zuerst ankommt, hat gewonnen.
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| Bereitet Anfängern das größte Problem: Zuordnung von Linie und Strecke. Beispiel: Linie 3 muss über C und F geführt werden. | |
Ein Satz ist aber noch notwendig, um den Reiz des Vorausgehenden verstehen zu können: Ziel ist es, eine von sechs Verbindungen auf dem Spielplan zu bauen, auf der die Tram dann unterwegs ist. Welche Linie von wem gebaut wird, das bliebt so lange im Geheimen, bis der betreffende Spieler sagt „Ich habe meine Linie X vollständig“ und sie zum Beweis für die anderen mit seinem Finger abfährt. Irrtum nicht ausgeschlossen. Denn als Handicap kommt hinzu, dass bestimmte Haltestellen entlang dieser Linie angefahren werden müssen. Welche, sagt eine (ausgeloste) Karte, die Anfängern komischerweise oft Probleme bereitet.
Nun aber zum eigentlichen Spaß an Linie 1. Das ist die Bauphase. Jeder Spieler hat einen Grundstock von fünf Schienenkarten offen vor sich liegen. Wer an der Reihe ist, legt zwei davon auf ein noch unbelegtes Feld des Spielplanes, an dessen Seiten die Kopfstationen der Linien 1 bis 6 sind.
Es gibt gerade Schienenstücke, Linkskurven, Rechtskurven, Kreuzungen und Kombinationen daraus. Allzu verräterisch wird man am Beginn nicht vorgehen, und später, da schaut sowieso jeder konzentriert darauf, dass er seine Verbindung noch einigermaßen im Auge behält. Denn ohne Umwege ist ein Sieg auf der ganzen Linie nicht zu schaffen. Da bedarf es schon einer gesunden Portion Vorstellungskraft, wie es weitergehen könnte. Vor allem dann, wenn bereits gelegte Schienenkärtchen ausgetauscht werden. Diese Ausnahme von der Regel ist nur gestattet, wenn auch nachher alle Richtungen, die vorher bestanden, problemlos eingeschlagen werden können. Man darf mit einem Austauschkärtchen also nur eine zusätzliche Richtung schaffen. Und das auch nur, wenn das auszutauschende Kärtchen keine Bäume aufgezeichnet hat.

Eine Aufgabe der besonderen Art sind die Haltestellen, die angefahren werden müssen. Da baut ein Mitspieler dankenswerterweise einen Anschluss – doch leider führt der von der eigenen Ideallinie völlig weg! Da hilft nur im stillen ärgern und auf ein passendes Kärtchen warten, das einem die rechtzeitige Abzweigung ermöglicht.
Von den fünf Kärtchen, die man vor sich hat, werden zwei ausgelegt (oder ausgetauscht), danach wird wieder auf fünf ergänzt. Aber seien Sie sicher: oft will das passende Teil einfach nicht kommen!
Vielleicht geht es beim nächsten Spiel besser. Es bleibt garantiert nicht bei einer einzigen Runde Linie 1.
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Nr. 284: Linie 1 |
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Themen: Verkehr, Straßenbahn |
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