Ein Eisenbahnspiel, auf das Wesentliche reduziert
Was war das für ein Geraunze, als Trans America für das Spiel des Jahres 2002 nominiert wurde. Zu einfach! Stimmt. Na und?

Halten wir zu Beginn fest: Wer seine Herausforderung in Spielen sucht, die unter zweieinhalb Stunden nicht zu bewältigen sind, die ausgeklügelte Strategien erfordern, die den Zehnkampf der besten Taktierer und größten Egomanen darstellen, der soll von Trans America einfach seine Finger lassen. Es würde ihm nichts bringen.
Nun gibt es aber die weitaus größere Anzahl an Leuten, für die Spielen eine vorbehaltlos angenehme und prickelnde Beschäftigung ist. Die es am liebsten im Kreis von Verwandtschaft oder Freunden tut. Die sich daneben ein bisschen unterhalten und miteinander zwanglosen Spaß haben wollen, die nicht bis zur ultimativen Verhärtung ihrer Pobacken an ein Spiel gefesselt sein wollen. Denen es auch gar nicht viel ausmacht, dass nicht immer alles so läuft, wie man sich das vorgestellt hat, weil das Kartenglück einmal den, einmal jenen bevorzugt.
Diese Gruppe von Leuten ist bei Trans America genau richtig. Und zwar ab einem Alter von ungefähr neun Jahre aufwärts. Mit einem anderen Wort: familientauglich. Die Vereinigten Staaten liegen in kleine Dreiecke unterteilt am Tisch ausgebreitet. Sehr vereinfacht, das stimmt, aber das ist wirklich wurscht. Die wichtigsten Städte sind eingezeichnet und auf fünf Regionen aufgeteilt, von denen jede eine andere Farbe hat.
Für jede Stadt gibt es eine Karte. Für die Verbindungen zwischen den Städten liegt ein Häufchen kleiner schwarzer Holzstäbchen bereit. Für die Längsseite eines dreieckigen Feldes braucht es ein Holzstäbchen. Wer am Zug ist, baut mit einem oder zwei Stäbchen sein Schienennetz aus. Flüsse und Berge überqueren kostet doppelten Einsatz. Wachsen zwei Netze zusammen, dürfen deren Besitzer fortan auch von jedem Punkt des nun gemeinsamen Netzes aus weiterbauen. Ziel ist, als Erster seine fünf Städte, die er blind aus dem Kartenstapel erhalten hat, zu verbinden.
Mitnaschen
Einfacher geht es wohl kaum. Davon abzuleiten, dass Trans America ein anspruchsloses Spiel wäre, ist jedoch ungerecht.
Das Spiel entwickelt unerwartet hohe Dynamik, weil man einerseits darauf spekuliert, dass man rasch bei Netzen Anderer mitnaschen kann, aber genau das umgekerht vermeiden will. Schließlich gibt es bei der Wertung Minuspunkte für jede eigene Stadt, die nicht erreicht wurde. Je mehr Spieler es sind, desto größer die Wahrscheinlichkeit voneinander zu profitieren. Je weniger Spieler es sind, desto höher das Risiko, abseits gelegene Städte zu erwischen, sich mausallein auf einen weiten Erschließungsweg machen zu müssen und daran zu scheitern, weil ein Anderer sein Netz mühelos fertiggestellt hat.
Und trotzdem: Das macht sogar zu zweit noch großen Spaß: Die Runden verlaufen schnell und man bildet sich zumindest ein, den Anderen zu einem Manöver verleiten zu können.
Fazit: Für ein glücksabhängiges Taktikspiel besitzt Trans America einen enorm hohen Spielreiz. Spiel des Jahres? Warum nicht?
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Nr. 789: Trans America |
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Spielwiese-Code | |
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2018: Ravensburger
2002: Winning Moves |
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Themen: Eisenbahn, USA |
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Spielanleitung zum Herunterladen |
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Auszeichnungen
Rund ums Spiel
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Glücksanteil
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… eines der schönsten Dinge, die man zusammen mit Freunden machen kann!